Selbstversuch

Schön mit Kokosöl

Text: Natalie Hemengül; Bild: Freeimages.com, Robert Wetzlmayr

Dass man Kokosöl als Beauty-Helfer einsetzen kann, ist bisher noch nicht allen bekannt. Im Selbstversuch zeigt sich, welche der folgenden sechs Anwendungen in der Praxis etwas taugen! 

Beauty-Praktikantin Natalie Hemengül hat für uns einen Selbsttest mit Kokosöl durchgeführt. Wer gleich mitziehen möchte, besorgt sich am besten kaltgepresstes, unraffiniertes Bio-Kokosöl.

Kokosöl als …

1) … Conditioner

Für die meisten ist der Conditioner ein fester Bestandteil der Haar-Routine. Ich persönlich gab ihn vor einem Jahr zu Gunsten von mehr Freizeit auf. Klar, es sind nur einige Minuten, die man spart. Trotzdem fand ich, dass sich das Haarewaschen zu sehr in die Länge zog. Aber ein noch viel wichtigerer Grund war, dass er meine Haare zu sehr beschwert hat. Adieu geliebtes Volumen, hallo plattes aber glänzend seidiges Haar! Ob Kokosöl das besser händelt?

Praxistest:
Das Kokosöl massiere ich in die Kopfhaut und das nasse Haar ein, welches ich zuvor mit warmem Wasser abgespült habe, damit sich die Haarschuppen öffnen. Nach einer fünfminütigen Einwirkzeit benötige ich dann 3 Waschgängen mit meinem regulären Shampoo, um das Öl auszuwaschen. Die Haarwäsche dauert so also noch länger als sonst, da ich die Paranoia vor fettigem Haar nur schwer ablegen kann. Nach dem Haareföhnen erhalte ich dann folgendes Resultat: Glanz? Oh ja! Volumen? Keine Spur! Mein Fazit: in die Routine schafft es das Kokosöl an dieser Stelle nicht, aber als Haarmaske alle drei Wochen – damit könnte ich mich arrangieren. 

2) … Badezusatz

Eingestaubt sitzt sie im Regal, meine Kiste voller Badebomben. Mit gutem Vorsatz gekauft und dennoch nie zum Einsatz gekommen. Denn immer, wenn ich kurz davor bin, mir eine für mein Bad zu greifen, hält mich irgendein leises Stimmchen im Innern zurück. Es flüstert: «Zu künstlich!». Keine Ahnung weshalb meine Liebe zu Beauty genau dort einen Strich zieht, denn als Beauty-Liebhaber lässt man ja häufig noch viel Unnatürlicheres an seine Haut. Gut, lässt sich Kokosöl auch als Badezusatz einsetzen und noch natürlicher geht es ja wohl kaum. Na dann …

Praxistest:
Dass diese Angelegenheit ein pures Plus für die Sinne ist, kann ich nur bestätigen – auch wenn der magische Sprudel-Effekt auf der Strecke bleibt. Die Haut nimmt tatsächlich, je nach zugegebener Menge, einen Teil des nährenden Öls auf. Jedoch lässt es sich nicht vermeiden, sich selbst und auch die Wanne nach dem Badeplausch kräftig einzuseifen, um den Ölfilm loszuwerden. 

3) … Make-up-Entferner

Wer auf viele Inhaltsstoffe allergisch reagiert, dem könnte diese Anwendungsmöglichkeit sehr zusagen. Denn Kokosöl soll angeblich wasserfestes Make-up gut und gründlich entfernen. Und da mir ab und an mal das Abschminkmittelchen ausgeht, wäre es doch super zu wissen, dass es auch eine ganz natürliche Alternativen im Haus gibt.

Praxistest:
Nach der ersten Anwendung bin ich völlig entsetzt: kann es sein, dass ein Hausmittelchen mein wasserfestes Make-up besser entfernt, als mein teuer eingekauftes Abschminkmittel? Denn die Antwort ist ja! Pflege-Boost inklusive. Einfach ein wenig Kokosöl auf den Wattepad geben. Schön: es pflegt beim Reinigen. Wirklich top!

4) … Deodorant

Ziemlich skeptisch bin ich bei dieser Anwendungsmöglichkeit. Kann Kokosöl wirklich vor Geruchsbildung und Schweissausbrüchen schützen? Die im Öl enthaltene Laurinsäure wirkt antibakteriell und soll somit die Geruchsbildung verhindern. Ich bin gespannt!

Praxistest:
Meinen ersten Versuch möchte ich sicherheitshalber über Nacht laufen lassen. Ein wenig Kokosöl in der Hand schmelzen lassen und unter die Achseln reiben, so heisst es. Gesagt, getan. Gegen jede Erwartung fühlt sich das ganze ziemlich angenehm an, zieht schnell ein und hinterlässt ein samtiges Gefühl. Keine Spur vom fürchterlichen «Deo-vergessen»-Feeling unter den Armen. Am nächsten Morgen der Check: es riecht immer noch so frisch wie gleich nach der Dusche. Der Härtetest folgt an einem Samstag, an dem Aufräumen und Zimmerputzen ansteht. Das Öl hält acht Stunden durch und ich bin masslos begeistert. Super Nebeneffekt: nach der Rasur wirkt das Kokosöl beruhigend und beschleunigt den Wiederaufbau der beschädigten Hautoberfläche. Zudem gelangen so keine künstlichen Stoffe direkt in unseren Körper.

5) … Rasierschaum

Aus irgendeinem Grund geht der Rasierschaum bei meinem Einkauf immer vergessen und wenn er dann doch mal in meinem Einkaufskorb landet, ist er oftmals nicht in der Lage, später unter der Dusche seinen Zweck zu erfüllen. Vielleicht bin ich ja zu anspruchsvoll, aber ich hätte gern ein Produkt, das meine Beine butterweich macht und die Rasierklingen dahingleiten lässt. Wer weiss, vielleicht löst Kokosöl ja mein Problem!

Praxistest:
Einmal aufgetragen und nach einer kurzen Einwirkzeit zur Rasur bereit, gleitet die Rasierklinge tatsächlich nur so dahin. Gründlicher wird die Rasur zwar dadurch nicht, das Gefühl aber ist eindeutig angenehmer als mit herkömmlichem Schaum. Kleiner Nachteil: durch das Öl ist es etwas schwieriger, die Härchen anschliessend von der Klinge zu spülen. Zudem sollte man sich erst nach der Rasur mit dem Duschgel einseifen, da man sonst den Ölfilm auf den Beinen nicht los wird. Das Eincremen nach der Rasur wird für mich jedoch überflüssig, da die pflegenden Wirkstoffe des Öls bereits in die Haut eingezogen sind. Sehr zu empfehlen!

6) … Weissmacher-Zahnpasta

Angeblich soll das sogenannte «Ölziehen» mit Kokosöl die Zähne schrittweise aufhellen. Ob und wie das genau funktioniert, könnt ihr bei unserer Beauty-Bloggerin Katrin Roth nachlesen. Dazu einmal bitte hier entlang.

7) … Pinselreiniger

Aufgrund der antibakteriellen Wirkstoffe im Kokosöl scheint mir dieser Anwendungsbereich auf den ersten Blick eigentlich einzuleuchten. Wäre da nicht die Tatsache, dass ich ja eigentlich das vom Pinsel über die Zeit aufgesogene Fett meiner Haut loswerden möchte. Ein Versuch kann aber nicht schaden.

Praxistest:
Wie empfohlen rühre ich zwei Teile Babyshampoo und ein Teil Kokosöl zusammen. Die Mischung dann in die Pinsel einarbeiten und wieder auswaschen. Dass meine Pinsel nun von Bakterien befreit sind, bezweifle ich nicht und dass das Öl zumindest den Naturborsten als Pflege zu Gute kommt, auch nicht. Trotzdem merke ich, dass sich das Öl nur schwer wieder auswaschen lässt. Meiner Meinung nach also nichts, was man bei jeder Pinselwäsche durchziehen muss.

Natalie Hemengül

Unsere Beautypraktikantin mag alles, was im Sonnenschein glitzert und sammelt gern Beautyprodukte. Das Bloggen über Make-Up ist ihre grösste Leidenschaft. Ihr zweitliebstes Hobby: Burlesque.

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