Heft 15/13

Schlafen Sie (sich) schön: Was ist dran am Schönheitsschlaf?

Text: Niklaus Müller; Illustrationen: Paul Blow

 

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Die Haut, unser grösstes Organ, regeneriert und repariert sich über Nacht.

Forschungsleiterin Elma Baron (l.) vergleicht die Augenpartie einer Probandin mit Referenzbildern.

Der Klassiker der Nachtpflege

Als Estée Lauder 1982 das Serum Night Repair Cellular Recovery Complex lanciert, das vor der Nachtcrème aufgetragen wird, betritt die Marke damit Neuland. Das Serum soll der Haut helfen, UV-Strahlen-Schäden zu reparieren und ihre eigenen Schutzmechanismen zu optimieren. Jetzt ist es zum dritten Mal auf den neuesten technologischen Stand gebracht worden. Neu soll Advanced Night Repair Synchronized Recovery Complex II auch den nächtlichen Zellreinigungsprozess ankurbeln.

Alle Welt kennt den Begriff Schönheitsschlaf. Was wirklich dran ist, ist jetzt in den USA erstmals wissenschaftlich untersucht worden.
 

Bisher war es nur eine Vermutung: Wer jede Nacht gut und lange genug schläft, tut etwas für sein Aussehen. Denn die Haut, unser grösstes Organ, regeneriert und repariert sich über Nacht. Eine Tatsache, mit der sich die Kosmetikindustrie seit Jahrzehnten beschäftigt und die regelmässig für neue Produkte sorgt, welche die Haut bei den Regenerationsprozessen unterstützen sollen. So nachvollziehbar die Überlegungen über den Zusammenhang zwischen Schlaf und dem Aussehen der Haut auch sind – bisher gab es dazu keine gesicherten Erkenntnisse.

Der Kosmetikkonzern Estée Lauder wollte es aber genau wissen und hat sich mit dem University Hospitals Case Medical Center in Cleveland, Ohio, für eine entsprechende Studie zusammengetan. Deren Ziel: Erforschung der Auswirkungen von chronischem Schlafmangel auf die Haut und ihre Funktionen, wie zum Beispiel hinsichtlich Alterungsprozessen, ihrer Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern oder den Einfluss äusserer Stressfaktoren auszugleichen.

Hauttests nach unterschiedlichem Schlafverhalten

Das Forscherteam unter Leitung der Dermatologin Elma Baron hat sechzig Frauen im Alter zwischen 30 und 49 Jahren untersucht. Dabei wurden dreissig Frauen als schlechte Schläferinnen eingestuft. Sie hatten mindestens einen Monat vor Studienbeginn weniger als fünf Stunden und qualitativ eher schlecht geschlafen. Die anderen dreissig wurden als gute Schläferinnen bewertet und hatten vor Studienbeginn jede Nacht mehr als sieben Stunden qualitativ gut geschlafen. Während der einwöchigen Studie wurden die Teilnehmerinnen einer Reihe von Hauttests unterzogen, bei denen die Barrierefunktion der Haut, ihre Reaktion auf UV-Licht und die sensorische Wahrnehmung beurteilt wurden. Zudem füllten die Frauen einen Fragebogen zur Qualität ihrer Haut aus.

Das Resultat: Signifikante Unterschiede zwischen guten und schlechten Schläferinnen bezüglich Hautalterung und -reaktionen. So waren die Anzeichen der chronologischen Alterung wie feine Linien, unregelmässige Pigmentierung, Erschlaffung der Haut und verminderte Elastizität bei den schlechten Schläferinnen doppelt so stark ausgeprägt wie bei den guten. 72 Stunden nach einer Störung der Barrierefunktion der Haut wurde bei den schlechten Schläferinnen ein um dreissig Prozent höherer Verlust an Feuchtigkeit festgestellt. Dies deutet darauf hin, dass sich die natürliche Schutzbarriere bei schlechten Schläferinnen deutlich langsamer regeneriert. Ebenfalls erholte sich die Haut der schlechten Schläferinnen nach einem Sonnenbrand deutlich langsamer, Hautschäden werden also weniger effektiv ausgeglichen. Ausserdem zeigte die Haut von schlechten Schläferinnen tendenziell schwächere sensorische Reaktionen. Mit anderen Worten: Die erhobenen Daten belegen, dass schlechter und nicht ausreichender Schlaf eine Vielzahl der Anzeichen von Hautalterung begünstigen kann, zum Beispiel Linien, feuchtigkeitsarme Haut aufgrund einer stärker beschädigten Schutzbarriere sowie ein unregelmässiger Hautton und eine Verlangsamung der natürlichen Reparaturfunktionen der Haut.

Hautalterung ist auch eine Frage der Schlafqualität

Auf die Frage, welche Erkenntnis aus der Studie für sie die wichtigste ist, meint Studienleiterin Elma Baron: «Ich bin sehr froh, dass wir endlich wissenschaftlich nachweisen konnten, dass es bei der Hautalterung wirklich einen Unterschied gibt zwischen Menschen, die schlecht, und solchen, die gut schlafen.» Ähnlich positiv bewertet die Studie auch Nadine Pernodet, Forschungsleiterin von Estée Lauder: «Endlich eine Bestätigung für das, was wir immer vermutet haben», sagt sie und verweist auf die Verwendung von Produkten, die Estée Lauder speziell für die Reparatur und Regeneration der Haut während der Nacht entwickelt hat. Unter anderen der 1982 lancierte Klassiker Night Repair Cellular Recovery Complex, der im Lauf der Jahre immer wieder auf den neusten Stand der Forschung gebracht wurde. In seiner aktuellen Formulierung soll Advanced Night Repair Synchronized Recovery Complex II die nächtliche Reinigung und Synchronisierung der Hautzellen fördern. Dadurch wird der Abbau von Stoffwechselprodukten in den Zellen angeregt, die hauteigenen Reparaturmechanismen werden zum optimalen Zeitpunkt in Gang gesetzt und die Beseitigung von Schäden unterstützt. Und welchen Frauen kann das Serum helfen? «Allen! Aber schlechte Schläferinnen haben es nachgewiesenermassen noch viel nötiger als gute», meint Nadine Pernodet.

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Sechs Tipps für den Schönheitsschlaf

1. Mindestens sechs Stunden Schlaf sind Pflicht, damit sich die Haut richtig erholen und reparieren kann.

2. Die Haut vor dem Zubettgehen immer gründlich abschminken und reinigen.

3. Die ideale Zeit für eine Gesichtsmaske ist ebenfalls am Abend.

4. Spezifische Seren, die der Haut bei der Reparatur oder der Regeneration helfen, kommen jetzt zum Einsatz, denn sie wirken über Nacht optimal.

5. Ab Mitte zwanzig empfiehlt es sich, die Augenpartie am Abend mit einer speziellen Augencrème zu glätten.

6. Eine gute Nachtcrème verwöhnt die Haut während des Schlafs und kann so den Feuchtigkeitsverlust über Nacht mindern.

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