DIY-Kosmetik im Test

    Kollege Peter meldet sich: Ob ich Lust hätte, eine Geschichte zum Thema «Kosmetik aus dem Kühlschrank» zu schreiben? «Du müsstest einfach testen, was diese alten Hausmittelchen wirklich taugen. Das ist sicher noch lustig, oder?» NOCH LUSTIG? Der Mann ist wohl noch nie mit einer fiesen Alk-Fahne zur Arbeit erschienen, nachdem er sich – in der Hoffnung auf eine üppig-glänzende Mähne – literweise Bier über den Kopf schüttete. Und er hat sich garantiert noch nie den Hintern verbrannt mit dem heissem Kaffeepulver, das angeblich gegen Cellulite helfen soll (in abgekühlten Zustand vielleicht, ABER DAS SAGT EINEM JA NIEMAND!). VON WEGEN «NOCH LUSTIG»! Trotzdem sage ich zu, nicht zuletzt, um anderen Menschen solche Erfahrungen zu ersparen. Kommt dazu, dass gewisse Beauty-Helfer aus der Küche tatsächlich etwas taugen (Koskosnussöl zum Beispiel, AUF DAS SCHWÖRT AUCH BELLA MIRANDA KERR!).     Insofern kann es nicht schaden, mal wieder einen klitzekleinen Feldversuch in Sachen DIY-Kosmetik zu wagen, denke ich mir und google «Gesichtsmaske selbstgemacht»: HOLLA DIE WALDFEE – von diesen Anleitungen gibt es noch mehr als Brangelina Goofen haben! Gefühlte zehntausend Klicks später fällt die Wahl auf das Rezept für eine Gesichtsmaske mit Avocado, welche die Haut elastisch halten und kleine Fältchen verschwinden lassen soll. DA SAGE ICH NICHT NEIN – zumal sich die Sache ziemlich einfach anhört:   Zerdrücken Sie das Fleisch einer halben Avocado. Mischen Sie den Brei mit 1 TL Joghurt und 1/2 TL Honig. Tragen Sie die Maske auf. Spülen Sie sie nach 10 Min. mit lauwarmem Wasser ab.     Um es vorweg zu nehmen: Ja, die Haut fühlt sich tatsächlich gut an nach einer solchen Avocado-Maske. Aufgepolstert irgendwie und, höhö, gut genährt. Trotzdem hält sich meine Begeisterung über das Rezept in Grenzen, weil   a) die Zutaten viel zu grosszügig bemessen sind, was ich aber erst realisiert habe, als b) während der Einwirkungszeit rund 75 Prozent der klebrigen Masse  auf den Boden plumpsten, derweil c) die übrigen 25 Prozent sich nur mit hartnäckigem Schrubben aus dem Gesicht entfernen liessen, was d) im Total zu einer flächendeckenden Sauerei in der Wohnung  führte und entsprechend e) eine längere Säuberungsaktion nötig machte, die mir f) unter Garantie neue Sorgenfalten bescherte, weil ich putzen in etwa so lustig finde wie ein Wadenkrampf     Fazit: In meinem Fall halten sich die positiven und negativen Auswirkungen der Gesichtsmaske mit Avocado die Waage. Aber wenigstens ist das Bad mal wieder richtig blitzesauber.