Shawne Fielding

Text: Stefanie Rigutto
Fotos: Nathan Beck

01. Juni 2010

Jetzt, mit vierzig, beginnt sie ein ganz neues Leben. Selbstzweifel, Zukunftsängste? Papperlapapp, dafür hat sie einfach viel zu viel Texas im Blut!

Sie überreicht ihre Visitenkarte, bevor wir überhaupt den Kaffee bestellt haben. «Madame Shawne Fielding» steht da, in goldener Reliefschrift auf dickem rotem Papier. Wie typisch, denkt man: von allem ein bisschen zu viel, immer eine Spur zu dick aufgetragen, meist haarscharf am Kitsch vorbei. Ort unseres Treffens ist ein Café in Zürich. Von dem, was in den nächsten Monaten auf sie zukommen wird, ahnt man zu diesem Zeitpunkt noch nichts.

Shawne Fielding, vierzig Jahre alt, ist perfekt zurecht gemacht, stark geschminkt, die Stirn etwas steif vom Botox (sie habe sich mal Botox ins Kinn spritzen lassen, erzählt sie später, «danach konnte ich drei Monate nicht richtig sprechen»). Sie ist sehr schlank, trägt schlichte enge Jeans, Stiefel und einen weissen Kaschmirpullover. Ihr Händedruck ist warm und fest. Shawne Fielding setzt ein zufriedenes Grinsen auf, wie Garfield, wenn er eine Lasagne verdrückt hat. Sie wuschelt sich in den Haaren und schaut auffordernd und abwartend zugleich. «Shawne Fielding, in welcher Sprache wollen Sie das Gespräch führen? Englisch oder Deutsch?» – «Ich bin spassiger in Englisch», antwortet sie. Sie habe sich zwar Mühe gegeben in den Deutschkursen, «aber es reicht gerade mal, um charmant zu sein».

annabelle: Auf Ihrer Website bezeichnen Sie sich als «Mother, Model, Actress, Comedian, Writer, Commentator, Life Style & Fashion Icon and Charity Lady and Talk Show Host». Das ist ein bisschen viel. Und verwirrend. Wer sind Sie wirklich?
Shawne Fielding: Schauen Sie, ich bin wie ein Picasso-Gemälde: ein grossartiges Stück Kunst, das ganz viele verschiedene Elemente und Ebenen enthält.

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