annabelle engagiert sich für Haitis Frauen

Interview: Annette Frommer
Foto: UN Photo/Sophia Paris

20. April 2010

Auch Ihre Solidarität zählt! Mit Ihrer Hilfe können die Frauen in Haiti neue Hoffnung schöpfen.

Am 12. Januar 2010 ereignete sich eine der grössten Naturkatastrophen der jüngeren Geschichte: Das Erdbeben in Haiti forderte über 200 000 Menschenleben, Millionen wurden obdachlos. Warum es heute, vier Monate nach dem Desaster, so wichtig ist, in dem bitterarmen Land die Frauen gezielt zu unterstützen, erklärt Erika Linder, Geschäftsführerin von Unifem Schweiz.

annabelle: Erika Linder, Millionen an Spendengeldern sind bereits ins Erdbebengebiet geflossen. Warum sollen annabelle-Leserinnen jetzt noch für die Arbeit von Unifem in Haiti spenden?
Erika Linder: Soforthilfe ist wichtig, damit die Menschen überhaupt überleben. Doch in Haiti ist es wie überall: Gerade was die speziellen Bedürfnisse von Frauen betrifft, braucht es für eine dauerhafte Verbesserung ein jahrelanges Engagement. Das gilt für die Gesetzgebung, aber auch für Mittelverteilung, politische Teilhabe, Zugang zum Arbeitsmarkt oder Bildung. Eine Verbesserung der Rahmenbedingungen gewährleistet, dass Veränderungen dauerhaft sind.

Diesen Anspruch haben auch andere Organisationen. Was macht das Besondere an Unifem aus?
Unser direkter Zugang zu staatlichen Stellen. Indien ist ein gutes Beispiel: Die dortige Regierung sperrt sich gegen die Hilfe durch NGOs, da sich Indien nicht mehr als Entwicklungsland betrachtet. Doch gerade was die Stellung der Frauen betrifft, gibt es noch viel zu tun. Als Unterorganisation der Uno können wir viel ungehinderter im Land tätig sein.

Welche Rolle spielt Generalsekretär Ban Ki-moon?
Mit der Kampagne «End Violence Against Women» vor zwei Jahren machte Ban Ki-moon ein Frauenanliegen zu einem Uno-Ziel. Das war ein wichtiges Signal.

Weshalb ist es denn so wichtig, Frauen speziell zu unterstützen?
Frauen stärken heisst Entwicklung stärken, denn Frauen sind die zuverlässigeren Partner. Aus diesem Grund wurden nach dem Beben in Haiti Lebensmittel nur an Frauen verteilt. Vieles wäre sonst auf dem Schwarzmarkt gelandet. Haiti war ja schon vor der Katastrophe ein Schwerpunkt von Unifem. Dies entpuppt sich jetzt als Vorteil. Mit dem gespendeten Geld werden Netzwerke wieder gestärkt, die wir schon vorher aufgebaut hatten. Ein weiteres Plus: dass wir so weit wie möglich mit Einheimischen zusammenarbeiten. Viele der Unifem-Mitarbeiterinnen sind haitianische Frauen.

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