Verhüte dich vor dem Krokodil!

Vor fünfzig Jahren revolutionierte die Pille das Liebesleben. Denn viele alte Verhütungstricks waren ziemlich abenteuerlich.

  • Den Frauen im antiken Rom und Griechenland wurde empfohlen, den Samen nach dem Geschlechtsakt durch heftiges Auf- und Abhüpfen wieder aus der Gebärmutter zu befördern. Zudem sollte die Frau im Augenblick des Samenergusses den Atem anhalten, sich danach sofort niederhocken, niesen, ihre Vagina reinigen und etwas Kaltes trinken. Weit verbreitet waren ausserdem Schwämmchen, die mit Granatapfelkernen, Ingwer, Olivenöl, Honig, Essig oder Salzlake getränkt und in die Scheide eingeführt wurden.
  • In Ägypten wurde zerstossener Krokodilkot in gegorenen Pflanzenschleim getaucht und in die Scheide eingeführt. Das wirkte tatsächlich: Der Kot veränderte das chemische Scheidenmilieu und blockierte so die Beweglichkeit der Spermien.
  • Schon antike Eheverträge nannten die Vaginalspülung als Mittel zur Empfängnisverhütung, und damit begann die Karriere des Bidets: Nach dem Koitus spülte sich die Frau die Scheide mit einem Einlaufbehälter oder einer Spritze («Mutterspritze») aus. Das wurde später dank der Erfindung der Wasserleitung erleichtert: Anfang des 20. Jahrhunderts gab es Bidets mit einem Wasserstrahl, einer so genannten Unterdusche. Mit der Einführung der Pille und anderer Verhütungsmittel in den Sechzigerjahren wurden Bidets, vor allem jene mit Unterspülung, dann vom Markt verdrängt.


Quelle und Infos: Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch, www.verhuetungsmuseum.at

01. Juni 2010

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