Krebsliga Schweiz fordert mehr Mitsprache

Text: Helene Aecherli

26. Mai 2010

35 500 Menschen erkranken hier zu Lande jährlich neu an Krebs. Am 29. Mai lädt die Krebsliga Schweiz anlässlich ihres 100-Jahr-Jubiläums zum Solidaritätstag * auf dem Berner Bundesplatz. «Unterwegs gegen Krebs» ist das Motto. Dazu gehört auch die Gründung einer Patientenkoalition.


Heute ist es selbstverständlich, dass Patienten auf gleicher Augenhöhe mit Ärztinnen und Pflegenden über ihre Behandlung reden. Was die individuelle Therapie betrifft, ist der kompetente, engagierte Patient längst zum Standard geworden. Ganz anders jedoch auf der nationalen gesundheitspolitischen Ebene: Dort verhallen die Stimmen der Patienten noch immer ungehört. Das wird sich jetzt ändern: Am Solidaritätstag der Krebsliga Schweiz soll eine Patientenkoalition geschaffen werden, die es Krebspatientinnen und -patienten sowie deren Angehörigen ermöglicht, im Rahmen der «delegierten Mitbestimmung» ihre Interessen gegenüber Politikern, Gesundheitsfachleuten, Medien und Öffentlichkeit zu vertreten. Krebspatienten werden somit zu einer neuen politischen Kraft, und das ist gut so. Denn es gibt noch viel zu tun: zum Beispiel Arbeitgeber dazu bringen, dass die berufliche Wiedereingliederung nach einer Krebstherapie gewährleistet ist, auch wenn die Betroffenen nicht gleich mit vollen Kräften arbeiten können. Oder Projekte fördern, die es Angehörigen erlauben, ihr Berufsleben mit der Pflege von erkrankten Familienmitgliedern zu vereinbaren. Da diese Anliegen aber nicht nur Krebspatienten betreffen, sondern auch jene, die an anderen schweren chronischen Krankheiten leiden, soll die Koalition später auf diese gesamte Patientengruppe ausgedehnt werden.


Die Gründung der Patientenkoalition findet am 29. Mai im Kursaal Bern statt.
Anmeldung: coalition@liguecancer.ch
Infos: www.krebsliga.ch, Stichwort «100 Jahre Krebsliga»


* Am Solidaritätstag wird aus allen Ecken des Landes in Richtung Bern gewandert. Die Wanderrouten werden pro Kanton in eine oder mehrere Etappen von 15 bis 20 Kilometern unterteilt. Für Bahn, Postauto, Bus und Tram nach Bern gibts Spezialbillette. Anschliessend steigt auf dem Bundesplatz ein Happening unter dem Patronat von Bundespräsidentin Doris Leuthard. Mit dabei sind unter anderem Stefan Gubser und Vreni Schneider, Swiss Jazz Orchestra & Friends mit Polo Hofer, Sina, Heidi Happy sowie Philipp Fankhauser and Margie Evans.
Infos: Tel. 031 389 93 32, www.krebsliga.ch

Kommentar hinzufügen
Weiterempfehlen
Sie können mehrere Adresse einfügen, trennen Sie diese einem Komma.