Amazee - Howtopedia
Hilfe zur Selbsthilfe – das ist seit Jahrzehnten das Motto von Entwicklungshelfern weltweit. Denn nur mit einem gewissen Grad an Selbstbestimmtheit ist ein menschenwürdiges Leben überhaupt möglich. Doch wie kann man den Schwachen und den Unterprivilegierten helfen, ihr Leben selbst auf die Beine zu stellen und dort auch zu halten? Geht es nach Maud Châtelet, der Initiantin des Howtopedia-Projekts auf Amazee, liegt die Lösung in einfachen Technologien.
Sie sei es von Berufs wegen gewöhnt, Probleme zu lösen, erzählt die in Zürich ansässige Architektin mit einem Augenzwinkern. Während der Arbeit, vor allem aber während ihrer Reisen, in den Momenten, in denen sie das Leid der Menschen in sogenannten Entwicklungsländern sah, wurde ihr bewusst: das Sammeln und Vermitteln von einfachen Techniken und Technologien ist der Schlüssel zum Erfolg.
So entstand die Idee zu Howtopedia, einer Art Wikipedia für grundlegende Erklärungen von einfachen Mechanismen. Seit 2007 gibt es die Webseite, die zur Zeit noch finanziert ist. In diesen unsicheren Zeiten sucht Maud dennoch nach weiteren Investoren. Denn momentan arbeiten sie zu dritt an der Online-Sammlung. Insgesamt zählt Maud zwar sechs MitstreiterInnen zum engeren Kreis, doch nicht alle können ihre Zeit zu 100% Howtopedia widmen.
Die drängendsten Aufgaben sieht die Französin derzeit in der Konsolidierung der wichtigsten Texte und in ihrer Übersetzung. Denn betrachtet man eine Weltkarte der Sprachen, sieht man, dass die meisten der knapp 6500 Sprachen weltweit in den ärmsten Regionen rund um den Äquator gesprochen werden. Deshalb möchte das Howtopedia-Team das Wiki in möglichst vielen Sprachen verfügbar machen.
Doch nicht nur in Afrika, Asien oder Lateinamerika kann man von Howtopedia profitieren. Maud Châtelet zeigt auf, dass wir alle Nachhilfe im einfachen Leben nötig haben. Kaum jemand kann heutzutage noch ein elektronisches Gerät selbst reparieren. Und ein Katastrophenfall wie beispielsweise der Hurricane Katrina im Süden der USA zeigt, dass das Beherrschen grundsätzlicher Fähigkeiten wie die Aufbereitung von Trinkwasser eine Frage von Leben und Tod sein kann.
Um möglichst vielen Menschen helfen zu können, präsentiert Maud ihr Projekt auch auf Amazee. Denn während technische Hilfsorganisationen selten zögern, ihr Wissen zur Verfügung zu stellen, sind Übersetzer in exotischen Sprachen rar. Und das Internet ein vielversprechender Weg, sie doch zu finden.

























