Superfood

Tomaten und Broccoli: Jetzt kommt regionales Superfood

Text: Anoushé Dastmaltschi; Fotos: Freeimages.com, Balance Ur Bod Nutrition

Tomaten und Brokkoli: Jetzt kommen Schweizer Superfoods
Tomaten und Brokkoli: Jetzt kommen Schweizer Superfoods
Tomaten und Brokkoli: Jetzt kommen Schweizer Superfoods
Tomaten und Brokkoli: Jetzt kommen Schweizer Superfoods
Tomaten und Brokkoli: Jetzt kommt regionales Superfood
Tomaten und Brokkoli: Jetzt kommt regionales Superfood
Tomaten und Brokkoli: Jetzt kommt regionales Superfood
Tomaten und Brokkoli: Jetzt kommt regionales Superfood
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Broccoli

Broccoli gehört zur Familie der Kreuzblütler. Er enthält Sulforaphan – ein Molekül, das die Aufnahme von Vitamin D verbessert. Vitamin D ist wichtig für die Knochen und das Immunsystem. Auch Folsäure, Vitamin C, Kalzium und Nahrungsfasern sind in Broccoli enthalten. (Weitere Kreuzblütler mit ähnlichem Profil sind unter anderem: Kohlrabi, Radiesli, Kresse und Pak Choi)

Tomaten

Eine Schatztruhe an Antioxidantien: Die Tomate ist eine Quelle für Vitamin C, Beta-Carotin, Mangan und Vitamin E. Ihre rote Farbe bekommt sie von Lycopin, dem man eine Krebs bekämpfende Wirkung nachsagt. (Andere Lycopin-Quellen sind: Wassermelone, Papaya, Grapefruit und Kaki-Früchte)
 

Rote Trauben

Die Nährstoffgruppe Flavonoid ist bekannt für ihre antioxidantische und entzündungshemmende Wirkung. Auch die Leber wird von dieser Gruppe entgiftet, Bluthochdruck wird gesenkt und Schlaganfällen kann entgegengewirkt werden. Auch dieser Gruppe sagt man eine Krebs bekämpfende Wirkung nach. Die bekanntesten Früchte der Flavonoid-Gruppe sind Blaubeeren und die exotischen Acai-Beeren. Rote Trauben gehören auch zur Gruppe. Sie enthalten neben Antioxidantien und Vitaminen auch den Verjüngungsnährstoff Resveratrol, der in vielen Kosmetikprodukten verwendet wird. (Weitere Quellen sind: Granatäpfel, Grün-Tee, rote Johannisbeeren, Schokolade und Zwiebeln)

Koriander

Koriander (wie auch Koriander-Samen) dient dazu, den Blutzucker zu regulieren und den Cholesterinspiegel zu senken. Er wirkt antibakteriell. Koriander können Sie im heimischen Garten oder auf dem Balkon anpflanzen.

Federkohl

Federkohl bietet nicht nur Vitaminen A und C, Magnesium und Chlorophyll. Er enthält mehr Antioxidantien als die meisten anderen Produkte der Kategorie Superfood. Sogar Protein befindet sich in seinen grünen Blättern. Er verschönert die Haut und hilft gegen Asthma und Arthritis. (Weitere ähnlich nährende Chlorophyll-Quellen sind: Spinat, Petersilie, Rucola, Mangold und Sellerie)

Kürbis

Carotin schützt Augen, Lunge, Haut und Blutgefässe. Es verleiht Früchten und Gemüse ihre gelbe und orange Farbe.  Die höchste Konzentration an Beta-Carotin befindet sich in Kürbissen und Süsskartoffeln. Zusammen mit einer Fettquelle wie Öl oder Butter wird das Carotin am besten aufgenommen. (Weitere Quellen sind: Karotten, Melonen und Papayas)

Zwiebeln

Zwiebeln gehören zusammen mit Lauch und Knoblauch zu den Lauch-Arten (Allium). Sie enthalten Schwefel, welcher gegen Blutverklumpung und einen hohen Cholesterinspiegel wirken kann. Zwiebeln sind, wie rote Trauben, reich an Flavonoiden und können dementsprechend ähnlich den Kreislauf unterstützen und entzündungshemmend wirken. Auch zu einer Zunahme der Knochendichte können Zwiebeln beitragen. (Weitere Quellen sind: Knoblauch und Lauch)

Kurkuma

Kurkuma ist bekannt als gelb-oranges Gewürz in Curry. Verwendet wird die Wurzel in der indischen und chinesischen Küche aber nicht nur wegen ihrer Farbe: Kurkuma soll eine entzündungshemmende und antioxidantische Wirkung haben. In der chinesischen Medizin wird sie gegen Krankheiten wie Arthritis, zystische Fibrose und Krebs eingesetzt. Die tropische Kurkuma wird inzwischen auch in Schweizer Gewächshäusern angebaut.

Entgiftend! Verjüngend! Heilend! Superfood ist das It-Thema der Ernährungs- und Gesundheitswelt. Doch wer dabei nur an Goji-Beeren, Spirulina, Acai & Co. denkt, dem sei gesagt: Auch hierzulande gibt es kulinarische Powerpakete.

Nährstoffreich, entzündungshemmend und vor allem exotisch: Das entspricht dem bisherigen Profil eines Superfood. Ob Chia-Samen, Baobab oder Matcha – wir schätzen ihre Inhaltsstoffe und positive Wirkung auf Körper und Immunsystem und gliedern sie deshalb in unsere Ernährung ein.

Doch bei all diesen exotischen Pflanzen lassen wir regionale Gemüsesorten, wie Spinat oder Broccoli, oft ausser Acht – dabei sind genau sie unser heimisches Superfood. Sie sind das, was wir für die kühle Jahreszeit brauchen, und liegen bereits in unserer Gemüseschublade oder dem Obstkorb bereit.

Regionales Superfood enthält ebenso Antioxidantien, Vitamine und Nahrungsfasern – genau wie die Trend-Lebensmittel aus fernen Ländern. Man nehme beispielsweise die Tomate. Dieses rote Früchtchen essen wir zu Mozzarella im Salat, püriert in einer Suppe oder gepresst in einer Bloody Mary. Doch die Tomate kann viel mehr als nur lecker und saftig sein: Sie enthält das Antioxidant Lycopin, dem man eine Krebs bekämpfende Wirkung nachsagt.

Eat a Rainbow

Seit vielen Jahren erforschen Wissenschafter Pflanzen-Nährstoffe. Diese geben dem Produkt nicht nur Farbe, sie enthalten auch Wirkstoffe, die bei der Krankheitsbekämpfung und der Kosmetik eingesetzt werden können. Denn gezielt kombiniert, minimieren diese Nährstoffe den Anteil an freien Radikalen in unserem Körper. Diese werden durch den Stoffwechsel im Körper produziert. Durch Umweltverschmutzung, ungesunde Ernährung, Rauch und Stress entstehen weitere Quellen an freien Radikalen, was zu einem Überschuss im Körper führt. Zu viele freie Radikale können unter anderem den Alterungsprozess beschleunigen. Antioxidantien, die wir durch unsere Nahrung aufnehmen, saugen freie Radikale auf und minimieren somit ihre schädliche Wirkung auf unseren Körper.

Mit einer möglichst hohen Aufnahme von Antioxidantien gewinnen Sie im Kampf gegen die freien Radikale die Oberhand. Da Antioxidantien hauptsächlich in Pflanzen vorkommen, empfehlen Ernährungsexperten eine Ernährung reich an farbigen Früchten und Gemüsesorten. Als Anhaltspunkt: Orientieren Sie sich bei der täglichen Portion Gemüse und Obst an den Farben des Regenbogens.

Wir haben Ihnen eine Liste an bunten saisonalen und regionalen Produkten zusammengestellt. Klicken Sie sich durch die Bildergalerie, um zu erfahren, wovon Sie in diesem Herbst besonders viel verspeisen sollten und weshalb.

Lesen Sie auf der nächsten Seite drei Fragen, die wir Ernährungswissenschafterin Lisa Fouladi von Balance Ur Bod Nutrition gestellt haben.

 

annabelle: Lisa Fouladi, Wovon essen die meisten Menschen zu wenig?
LISA FOULADI: Von Grünem! Häufig werden grünes Gemüse, Salat und Kräuter lediglich als Garnitur gesehen. Deshalb versuche ich immer wieder, meine Kunden von ihrer Wichtigkeit zu überzeugen – und zwar in jeder Mahlzeit. Dabei ist es wichtig, das grüne Gemüse zu variieren. Denn viele essen aus Gewohnheit keine abwechslungsreiche Kost. Deshalb empfehle ich beim Verzehr zwar die Palette des Regenbogens zu berücksichtigen, bei  grünen Produkten jedoch einen leichten Schwerpunkt zu setzen.

Wie viele Portionen an Früchten und Gemüse sind ideal für eine gesundheitsfördernde Wirkung?
Ich bin der Meinung, dass drei bis vier Portionen Gemüse und zwei bis drei Portionen Früchte zu einer optimalen Gesundheit beitragen. Eine Portion heisst: zwei Hände voll rohem Grünzeug (Salat, Spinat, Federkohl), eine Handvoll gekochtes Gemüse (Grüne Bohnen, Karrotten, Broccoli), eine mittelgrosse Frucht und eine Handvoll geschnittene Früchte. Wenn Sie also von jeder Farbe des Regenbogens essen (Rot, Dunkelgrün, Gelb und Hellgrün, Weiss, Orange und Lila), haben Sie bereits sieben Portionen auf dem Speiseplan.

Wie essen Sie Superfood am liebsten?
Der einfachste Weg, möglichst viel Grünes auf einmal zu essen, ist in einem grünen Smoothie. So kann ich beispielsweise gleich eine grosse Packung Nüsslisalat, Spinat, Gurke, Sellerie und ein bisschen Apfel zu mir nehmen. Als kleiner Tipp: Mit frischem Ingwer und ein bisschen Zitronensaft schmeckt der Green Smoothie am besten!

Anoushé Dastmaltschi

Die Halb-Iranerin ist Junior Online Editor bei annabelle und interessiert sich für den Einfluss von Social Media auf die Gesellschaft, vor allem in Ländern mit beschränkter Meinungsfreiheit.

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