Pêche Melba: Dessert für eine Diva

Text: Karin Messerli
Fotos: Daniel Valance & Lukas Lienhard

27. August 2010

Weintipp

Einst zu Ehren von Nellie Melba komponiert, ist der Coupe Pêche Melba noch immer Dauergast auf jeder Glacekarte. Doch erst selbst gemacht offenbart der Klassiker aus der Belle Époque seinen ganzen süssen Charme.

Als die australische Primadonna Nellie Melba im Jahr 1892 in London am Covent Garden in Wagners Oper «Lohengrin» brillierte, sass auch Auguste Escoffier, der Küchenchef des «Savoy», im Publikum. Ihr zu Ehren kreierte er ein Dessert, das er ihr am nächsten Abend servierte. Er wusste anscheinend über ihre Vorliebe für Pfirsich. So war die Erstfassung (laut «Larousse Gastronomique»): ein Dessert von Pfirsichen auf einem Bett von Vanilleglace und Zuckerfäden, angerichtet in einer Silberbowl, eingebettet zwischen wunderschönen Schwanenflügeln, gemeisselt aus einem Eisblock. Dafür gabs eine Standing Ovation. Später wurde der Schwan verbannt und das Rezept mit einem Himbeercoulis und gerösteten Mandelsplittern aufgefrischt. Und: Vor Schlagrahm hat Auguste Escoffier gewarnt – das wäre zu vulgär. Da hat er Recht.

Kommentar hinzufügen
Weiterempfehlen
Sie können mehrere Adresse einfügen, trennen Sie diese einem Komma.