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Wie man sich in der virtuellen Welt von Facebook, Xing und Twitter einen guten Ruf schafft. Und warum es halb so schlimm ist, nicht dabei zu sein.
Willkommen im Mitmachweb: Allein die Plattform Facebook hat weltweit mehr als 250 Millionen Nutzer – 1.5 Millionen Schweizerinnen und Schweizer sind dabei. Sie schliessen Bekanntschaften, stellen Bilder ins Netz, «posten» aktuelle Befindlichkeit, plaudern über Job und Liebesleben. Jugendliche tun das laut diverser Studien offenherziger als Menschen ab dreissig Jahren. Diese sind, was kaum überrascht, vorsichtiger, wenn es darum geht, Intimes und Vertrauliches preiszugeben.
«Ich habe mir genau überlegt, was ich wo online stelle, schliesslich möchte ich als Geschäftsfrau wahrgenommen werden», sagt die selbstständige Unternehmensberaterin Sabine Schmelzer. Im Business-Netzwerk Xing präsentiert sie sich deshalb so, wie sie es auch bei einer Bewerbung tun würde: seriöses Porträtbild, kurzer Lebenslauf, Kompetenzen, Interessen. «Spassfotos wären hier deplatziert, und mein Privatleben gehört sicher nicht ins Netz», findet die 47-Jährige. Sie betreibt Networking unter anderem als Präsidentin der Business & Professional Women (BPW), einem 2500 Frauen starken Verband – natürlich auch im Internet. «Wer es nicht nutzt, lässt ein riesiges Potenzial brach liegen», ist Sabine Schmelzer überzeugt.
Ist Mitmachen also ein Muss? Überhaupt nicht, findet Karen Emler, Wirtschaftsredaktorin bei der «Südwestpresse» in Ulm. Dass sie ein Profil auf Xing haben sollte, legten ihr Kollegen ans Herz, ausserdem Teilnehmer eines Seminars an der St. Galler Business School. «Irgendwann hatte ich das Gefühl, etwas zu verpassen, wenn ich nicht dabei bin.» Schliesslich war da die Aussicht, Menschen mit interessanten Jobs und Lebenswegen kennen zu lernen. Doch die vorläufige Bilanz fällt ernüchternd aus: Bei Xing stösst die 43-Jährige oft auf jene Leute, die sie ohnehin im Alltag trifft oder mit denen sie sich sowieso regelmässig verabredet.
Kommunikationsberater Karsten Füllhaas kann die Argumente nachvollziehen: «Es wird immer Menschen geben, die sich bewusst gegen das Mitmachen im Social Web entscheiden.» Und Daniel Jörg, Crossmedia-Leiter bei Burston-Marsteller, empfiehlt: «Wem diese Form der Kommunikation nicht liegt und wer keine Freude daran hat, sollte es lassen.» Sich nur anzumelden, um Präsenz zu markieren, bringe nichts. Wer sich ein positives Image im Web aufbauen wolle, müsse aktiv mitmachen und auf gute Qualität achten bei dem, was er veröffentlicht.
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