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Apple Watch 3 und iPhone 8 im Test

Redaktion: Kerstin Hasse; Text: Kerstin Hasse (Apple Watch), Julia Heim (iPhone 8)

Unsere Autorinnen haben die neue Applegeneration getestet und sind sich einig: Spass ja, Bedarf nein. 

Apple Watch Serie 3

Ich wollte immer eine, seit sie 2015 auf den Markt kam. Die Apple Watch packte mich schon damals. Wer braucht das schon, war der Tenor. Doch für mich war klar: Was der amerikanische Technikriese auf den Markt bringt, ist zumindest prüfenswert. Bedarf ist schon lange kein Argument mehr. Die Geräte machen Spass. Und das kann Apple. Kein Geheimnis also, dass mich die Produkte faszinieren. Unser erster Computer zuhause war von Apple, mein erster Laptop ebenso. In der ersten Redaktion, in der ich arbeitete, tippen wir in Macs, und als ich mir vor acht Jahren mein erstes Smartphone kaufte, stand schnell fest, aus welchem Haus es kommen sollte. Trotzdem dauerte es eine Weile, bis die Watch zu mir fand. Bei den ersten beiden Generationen wartete ich noch brav ab. Das System schien mir noch nicht ausgereift. Vor allem aber, weil man, um die Watch zu benutzen, das iPhone dabei haben musste. Das hat sich nun geändert. Die Tatsache, dass einem die Watch auch ohne iPhone im Sack etwas bringt, ist denn auch das grosse Plus am neuen Gerät.

Das Problem: Meine Watch kann ich zwar zum Joggen mitnehmen ohne iPhone in der Tasche, die grosse Neuerung, die LTE-Anbindung ans Mobilfunknetz, kann ich aber noch nicht nutzen. Sie muss in der Schweiz erst noch aktiviert werden. Das heisst, um von Onlinediensten zu profitieren, muss die Watch nach wie vor mit dem iPhone oder WLAN verbunden sein. Laut Apple soll die Cellularoption «später im Jahr» bei Sunrise und Swisscom folgen. 

Was aber kann die Watch sonst? In den ersten Tagen ist die Aufregung gross: Ich spurte die Treppen hoch und zähle jeden meiner Schritte. Ich liege abends im Bett und beobachte meinen Puls. Ich telefoniere sogar mit der Watch – wie ein moderner Inspector Gadget, was nicht nur ich, sondern auch meine Bürogspänli als seltsam empfinden. Doch nach wenigen Tagen bereits die Ernüchterung. Ich schalte die Funktion aus, die mir die Mails direkt auf die Watch spielt, aus. Schliesslich surrt es unentwegt während des Mittagessens. Sollte sie mir nicht vor allem Spass bringen? 

In Sitzungen hingegen ist sie wirklich praktisch. Nachrichten können empfangen und versendet werden, ohne den Blick aufs Smartphone. Und ganz ehrlich: Das hübsche Zifferblatt, das an ein Kaleidoskop erinnert, vertreibt die Langeweile, die gelegentlich aufkommt. 

Funktionen wie die neue Breathe-App, die einen dazu ermuntern soll, täglich eine Minute langsam ein- und wieder auszuatmen, oder die Tatsache, dass mich meine Watch im Kino daran erinnert, dass ich nun schon eine Weile sitze und vielleicht besser mal aufstehen sollte, finde ich übertrieben. Dass ich jedoch messen kann, wie aktiv ich täglich war, dass mich die bunten Kreise dazu anspornen, nicht das Tram zu nehmen, sondern zu Fuss nachhause zu laufen, finde ich top. Und dazu ist die Uhr chic. Das kann nicht jede Smartwatch von sich behaupten. Besonders in Rosa und mit dem atmungsaktiven Armband am Handgelenk fühle ich mich wie Sporty Spice. Muss nicht sein, macht aber Spass – und das war ja eigentlich, wonach ich gesucht hatte. 

– Die Apple Watch Series 3 erfodert mindestens ein iPhone 6 mit iOS 11, ab 396 Franken mit GPS, ab 449 Franken mit GPS + Cellular (im Moment noch nicht in der Schweiz aktiv)

iPhone 8

Kam das iPhone 8 nicht gerade erst zu uns in die Redaktion? Und schon hört man, dass sich der Nachfolger nun vorbestellen lässt. Grundsätzlich bin ich immer wieder euphorisch, wenn es ums Testen neuer Smartphones geht. Doch so langsam überfordert mich die Geschwindigkeit, mit der Apple seine Neuheiten auf den Markt bringt. Denn kommt eine neue Gerätegeneration raus, altern meine Appledevices in Turbogeschwindigkeit. Dann heisst es: updaten, Kompatibilität überprüfen, neues Zubehör zulegen. Dass das ziemlich ins Geld geht, wissen wir alle. Was ist nun neu am iPhone 8? Und was ist vor allem besser? Entgegen vieler kritischer Stimmern gefällt mir die gläserne Rückseite gut, mit der dank induktiver Kopplung kabelloses Laden möglich sein soll. Am Design erfreue ich mich aber nur kurz. Schliesslich verschwindet das Phone ab Tag 1 in einer schützenden Hülle. 

Keine Frage: Die 12-Megapixel-Kamera mit neuen Farbfiltern ermöglicht tolle Bilder. Doch das kann man vom iPhone 7 Plus auch behaupten. Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob der A11 Bionic Chip und einzelne Features wie bessere Lautsprecher und die Augmented-Reality-Apps, die mit dem iOS 11 einhergehen, einen Preis von 659 Franken und mehr wert sind und ob sich ein Umsteigen von 7 auf 8 überhaupt lohnt. Wer das iPhone 7 ausgelassen hat und nun nach einem technisch umfangreicheren Produkt sucht als Modell 6S, ist damit sicher gut bedient. 

– iPhone 8, verfügbar mit 64- und  256-GB-Speichervolumen,  ab 659 Franken 

Kerstin Hasse

Die Online-Reporterin findet Menschen und ihre Geschichten spannend. Egal ob die Geschichte traurig oder schön, klein oder gross ist – sie erzählt sie gern.

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