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Interview mit Google-Doodler Ryan Germick

Text: Julia Heim

Interview mit Google-Doodler Ryan Germick
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Ryan Germick

Google-Team

Ein Doodle in Arbeit

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Sie tun es, wir tun es, die ganze Welt tut es: googlen! Haben Sie sich dabei auch schon gefragt, wer für die Google-Doodles verantwortlich ist? Wir stellen Ihnen Ryan Germick vor, den kreativen Kopf hinter den Zeichnungen.

Trotz wachsender Konkurrenz ist Google nach wie vor die beliebteste Suchmaschine weltweit. Und das auch wegen der verspielten Details, die sich der Internetgigant für seine User einfallen lässt – wie die originellen Zeichnungen mit integriertem Logo, die über dem Suchfeld zu finden sind und sich regelmässig verändern. Doodles nennen sie sich und werden von einem Team aus Zeichnern und Technikern in San Francisco kreiert. Wir haben mit Chef-Doodler Ryan Germick gesprochen und verraten Ihnen, welche Doodles ihm besonders am Herzen liegen und weshalb das Team des 36-Jährigen in Brasilien sass, als sich die deutsche Nationalelf 2014 den Fussball-Weltmeistertitel sicherte.

annabelle.ch: Ryan Germick, wie kamen Sie zu Ihrer Anstellung als Google-Doodler?
RYAN GERMICK: Ich lebte in Japan und arbeitete nach meinem Studium in Illustration und kreativem Schreiben als Freelancer. Mein Studium finanzierte ich mir mit dem Erstellen von Websites und eignete mir so technisches Wissen an. Für eine feste Anstellung wollte ich wieder zurück in die USA, und da mein Bruder zu diesem Zeitpunkt in Kalifornien lebte, zog ich nach San Francisco. Google war einfach das erste Unternehmen, bei dem ich mich bewarb. Die Kombination aus Kreativität und Technik war sicher ein Pluspunkt für mich.

Wann war das?
Einen Tag vor Halloween, also am 30. Oktober 2006.

Wie entstehen Doodles, und wie viele Mitarbeiter beschäftigen sich mit ihnen in Ihrem Team?
Unser Team besteht aus einem Dutzend Zeichner und Techniker, die sich um die Umsetzung der Doodles kümmern. Aktuell sind es fünf Frauen und sieben Männer. Ein Grossteil der Ideen kommt vom globalen Google-Team. Haben wir ein spezielles Thema im Kopf, tauschen wir uns mit verschiedenen Kollegen in bestimmten Regionen aus. So erhalten wir Tausende von Ideen interner Google-Mitarbeiter. Abschliessend muss geprüft werden, ob sich ein Doodle wirklich umsetzen lässt: Wir konzentrieren uns auf Technologie, Spass und Innovation. Ein Doodle wird meist von einem Zeichner kreiert. Jedoch gibt es bei Animationen auch kompliziertere Doodles, an denen mehrere Personen arbeiten. Wir produzieren etwa 400 pro Jahr.

Haben Sie einen Lieblingsdoodle?
Ich habe viele Lieblinge. Ich mag Doodles, die anderen helfen, kreativ zu sein. Da gab es 2012 beispielsweise einen Doodle mit einem Synthesizer, der sich über die Tastatur bedienen und dessen Töne sich aufnehmen liessen. Es gab viele User, die ihre Songs bei Youtube präsentierten. Besonders schön finde ich auch Doodles, die zu Ehren einer bestimmten Person entstehen, wie bei Shakuntala Devi. Die ältere Dame war ein Zahlengenie. Sie setzte sich für Kinder und ihre Ausbildung ein. Ein Jahr nach ihrem Tod nahmen wir ihren 84. Geburtstag zum Anlass, um ihr einen Google-Doodle zu widmen – das hat mich sehr gefreut.

Wie häufig wechselt ein Doodle?
Als Faustregel gilt: Ein Doodle wird nach 24 Stunden ausgetauscht. In besonderen Fällen verändert sich dieses Zeitfenster jedoch. So waren wir während der Fussball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien, um auf die Fussballresultate direkt mit einem Doodle zu reagieren. Wir kreierten in 35 Tagen 63 Doodles. Das war verrückt.

Seit fast zehn Jahren kümmern Sie sich um die Google-Doodles. Haben Sie keine Angst, dass Ihnen irgendwann die Ideen ausgehen?
Ideen sind nicht das Problem, sondern die Zeit. Wir haben unzählige Ideen. Google ist voll von kreativen Köpfen. Wir haben alle unsere Leidenschaften und Hobbys. Diese Passionen müssen wir kanalisieren. Das Gute: Man ist umgeben von intelligenten Menschen – so lernt man während des gesamten Prozesses. Es ist ein stetiges Austauschen und Weiterentwickeln.

annabelle-Doodle

Online-Redaktorin Julia Heim brachte zum Interview eine aktuelle annabelle-Ausgabe (Heft 18/15) mit und übersetzte für Ryan Germick dessen Horoskop. Mit diesen Informationen zeichnete der Google-Doodler auf die Schnelle einen  speziellen annabelle-Doodle:

Online-Redaktorin Julia Heim hat Chef-Doodler Ryan Germick getroffen und sich einen speziellen annabelle-Doodle zeichnen lassen.

Julia Heim

Julia Heim ist Leiterin des Online-Teams und lässt sich von digitalen News und Gadgets begeistern. Am liebsten befasst sie sich mit mutigen Frauen und gutem Essen.

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