Apple Watch

Watch out: Die neue Apple Watch im Test

Text und Fotos: Florina Schwander

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Meine Test-Apple-Watch besteht aus einem 38-mm-Edelstahlgehäuse mit einem Milanaise-Armband. Mit dieser Ausstattung kostet die Uhr 739 Franken.

Für SportlerInnen empfiehlt sich die Linie Apple Watch Sport mit Plastikarmband. Die Armbänder lassen sich bei allen Modellen sehr einfach selber auswechseln.
 

Auch in der Edelversion besticht die Watch mit der Apple-typischen Eleganz. Die «Digital Crown», das Uhrrädchen, besteht hier aus echtem Gold. Dies hat allerdings auch seinen Preis, Apple-Watch-Edition-Modelle kosten ab 10'500 Franken aufwärts.

Der rote Punkt weist mich auf Nachrichten aller Art hin. Mit einem Wisch gegen unten kann ich sie lesen, löschen, beantworten, und so weiter.

Die Apple Watch regelt man übers iPhone.

Jede einzelne Erinnerung kann separat eingestellt werden. Sorry, liebes Stehprogramm.

So sieht die App Aktivität bei mir am frühen Nachmittag aus.

Ich habe also noch Potenzial. Der Heimweg wird zu Fuss angetreten.

Eine App, die ich gern auch auf der Watch anschaue: Instagram. Ich kann gezielte Personen favorisieren, die mir dann nur in der Uhr angezeigt werden.

Auch eine praktische App für die Uhr: Die Musik-Erkennungs-App Shazam. Viel unauffälliger mit der Uhr.

Solche Emoticons kann ich per SMS verschicken. Schnell und süss.

Online-Chefin Florina Schwander testet die neue Apple Watch und berichtet von ihren Erfahrungen: von Telefongesprächen à la K. I. T. T., Bildli-SMS aus dem Tram und frustrierendem Aktivitätenprotokoll.

Seit ich die Apple Watch trage, werde ich jeden Tag mindestens einmal angesprochen: «Ist das diese neue iWatch?». Die Uhr fällt auf und das nicht nur klassischen Gadget-Liebhabern. Auch ich bin angenehm überrascht, als Möchtegern-Nerd habe ich mich eh sehr auf mein Testobjekt gefreut. Überraschenderweise gefällt sie aber auch meinem ästhetischen Part sehr und ich ziehe die Uhr jeden Morgen gern an, da sie mein Outfit aufwertet, wie ich finde. «Ja», antworte ich also jeweils stolz und mache eine kleine Vorführung mit ein paar Apps und einem Bildli-SMS. Das Staunen beim Gegenüber ist meist gross, doch wie bewährt sich die Smartwatch aus dem Hause Apple im Alltag nach dem ersten Wow-Auftritt?

Diskret ist die neue Apple Watch nicht unbedingt. Sie fällt auf im Alltag und im Gebrauch. Das Zifferblatt wird erst aktiv durch eine Kombination aus Armheben und -drehen. Allerdings muss diese Bewegung recht klar ausgeführt werden, ansonsten bleibt das Display der Uhr schwarz. Ein diskretes Auf-die-Uhr-linsen geht also nicht, ein versteckter Seitenblick während der Sitzung, nada. Geht die Uhr aber dann an, ist meine gewählte Anzeige sehr schlicht und überaus dezent. Ein kleines rotes Pünktli weist mich darauf hin, dass ich neue Nachrichten, Kalendereinträge, etc. habe, oder dass ich mal wieder aufstehen sollte. 

Frust: Aktivität

Die Apple Watch will persönlich und sehr auf meine Fitness bedacht sein. Was ich ja grundsätzlich schön finde. So misst die App Aktivität sowohl täglich meine verbrannten Kalorien, meine Bewegungen als auch meinen Steh-Einsatz. Und obwohl ich mich eigentlich darauf gefreut hatte, mal meine Schrittanzahl pro Tag zu erfahren und endlich die täglichen Bemühungen um viel Bewegung honoriert zu wissen, bin ich doch jeweils herbe enttäuscht, wenn ich meine kläglichen Ringe (siehe Bildergalerie) anschaue. Ich habe wohl alles etwas zu hoch eingestellt, jedenfalls verbrenne ich nie die gewünschte Anzahl Kalorien und meine Uhr würde mittlerweile wohl am liebsten schreien, dass ich mich gefälligst erheben solle. Die dezenten schriftlichen Ermahnungen habe ich nämlich schnellstens deaktiviert. Und das wiederum ist das Gute an der Apple Watch: Sie lässt sich meinen persönlichen Bedürfnissen anpassen, immer und immer wieder. 

Da ich die Uhr jeweils über Nacht auflade an der Ladestation in der Küche, verpasst das Aktivitätenprotokoll meine morgendlichen vom Spiegel-zum-Schrank-Tippeleien und das dazugehörige Treppensteigen. Es liegt also bestimmt daran, dass ich die Kalorien nicht verbrauche. Würde ich die Watch gleich beim Aufstehen anziehen ...

Lust: SMS und telefonieren

Jeder kennt die Situation, man sitzt schon im Auto oder auf dem Velo und müsste aber noch schnell einen Anruf tätigen. Was beim Fahren natürlich nicht geht ohne Freisprechanlage, geht mit der Apple Watch bestens noch beim Aufschliessen und Helm anziehen. Ich rufe den Liebsten zuhause an, bespreche das Abendessen und kündige meine Vorfreude an, alles über die Uhr und alles mit zwei freien Händen, die nebenher noch die Tasche auf dem Rad verstauen. Ich bin beeindruckt, der Liebste auch. Auch SMS lassen sich zügig lesen und beantworten. An dieser Stelle ein grosses Äxgüsi bei meinen lieben Freundinnen, die in den letzten Tagen eher einsilbige Antworten von mir erhalten haben oder mal wieder nur ein Zwinkersmiley. Über die Apple Watch kann man momentan nämlich nur per vorgefertigten Antworten (OK, alles klar, etc.), per Emoticon oder Sprachnachricht antworten. Selber Text eingeben geht nicht. Stehend im Tram, die Hand mit der Uhr am Kinderwagen, mit dem Finger der anderen schnell eine SMS beantwortet und alles ÖV-Sicherheits-kompatibel und ohne oh-wieder-eine-Mutter-mit-Handy-in-der-Hand-Blicke – sehr praktisch. Aber: Whats-App-Nachrichten lassen sich über die App nur lesen, Bilder werden nicht angezeigt und auch fürs Antworten muss man wieder aufs Smartphone wechseln.

Lustig hingegen, man kann den eigenen Herzschlag senden, selber Zeichnungen anfertigen und an eine andere Apple Watch senden. Leider sehe ich aber aus meiner Kontaktliste nicht, wer eine Apple Watch besitzt und so kann ich keine Krakelblümchen versenden.

Fazit: Test Apple Watch

Praktisch ist die Apple Watch unbestreitbar. Stylish auch. Ich könnte hier noch unzählige Bespiele aufführen für diese beiden Attribute. Unverzichtbar ist die Apple Watch für mich allerdings (noch) nicht. So sehr ich das rote Pünktli schätzen gelernt und die dazugehörige Unabhängigkeit vom Handy genossen habe, so limitiert ist die Watch halt doch immer noch. Es kommen jeden Tag neue Apps hinzu, die explizit für die Smartwatch entwickelt oder angepasst wurden. Shazam ist so ein Beispiel, das total Sinn macht. Und doch bleibt die Apple Watch für mich ein Nice-to-have-Objekt.

Allerdings muss auch klargestellt sein, dass ich in den letzten Jahren höchstselten eine Uhr getragen habe. So regelmässig, wie ich auf mein Handy schaue, so unnötig ist eine weitere Zeitquelle. Jemand, der ein Faible für Apple, für Gadgets und ein Uhrenträger ist, der sollte sich die Apple Watch auf jeden Fall genauer anschauen.

Die Apple Watch ist ab 389 Franken in der Sport-Edition erhältlich. Alle Modelle mit Preisen sehen Sie auf www.apple.ch.

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