Ausstellung

Hommage an Modefotograf Hans Feurer

Text: Silvia Princigalli

  • Hans Feurer mit Model Tamy Glauser, 2014 während des annabelle-Jeans-Modeshooting «Tamy Blue»

In der Schweiz gilt Hans Feurer als bekannter Unbekannter – in der Welt der Modefotografie gehört er zu den ganz grossen Fixsternen. Warum das so ist und was uns ab Mitte September in seiner Ausstellung in der Photobastei Zürich erwartet, hat uns der 76-Jährige persönlich verraten.

 

«Hans Feurers fotografierte Körper sind leuchtende Landschaften», heisst es in einem Bildband über den Künstler. Der 76-Jährige gilt als rebellischer Meister des Gegenlichts und machte das somalische Topmodel Iman – Witwe des verstorbenen David Bowie – mit einer Kampagne für Kenzo 1983 zum Star. Nicht sein einziger Coup: Der Schweizer Fotograf begann seine Karriere als Art Director für verschiedene Werbefirmen in London, später folgten Fotografieaufträge für die britische, französische und amerikanische «Vogue» und den exklusiven Pirelli-Kalender (1974).


 

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Für annabelle stand der gebürtige Toggenburger 2011 für ein Shooting in der Casa Cavalli in Florenz hinter der Kamera. annabelle-Chefredaktorin Silvia Binggeli war damals dabei und schaute dem Kunstschaffenden beim Ablichten der Precollections Frühling/Sommer 2012 an Model Lejla Hodzic (übrigens erneut unser Covermodel 15/16) über die Schulter. 

Zwei Jahre später inszenierte Hans Feurer das Schweizer Topmodel Tamy Glauser für das annabelle-Jeans-Modeshooting «Tamy Blue». Damals verriet der Fotograf in einem Interview: «Ich versuche, aus Frauen keine Idole zu machen. Im Gegenteil, ich gebe mir Mühe, keine Göttinnen zu präsentieren.» Ziel verfehlt, Tamy Glauser – damals noch Spätzünderin in der Modelbranche – ist heute eines der erfolgreichsten Schweizer Models und zurzeit gerade in der neusten Kampagne von Vivienne Westwood zu sehen.

5 Fragen an Hans Feurer

annabelle: Sie sind bereits seit den Sechzigerjahren ein gefragter Fotograf. Warum kommt es erst jetzt zu einer Ausstellung in der Schweiz?
Hans Feurer: Es hat sich vorher einfach nicht ergeben. Als ich dann angefragt wurde, ob ich am diesjährigen Swiss Photo Award in der Jury sitzen möchte, kam die Idee auf, einige meiner Werke in einer ersten Ausstellung in der Schweiz zu präsentieren. Es sind auch Arbeiten darunter, die ich zuvor in Italien und Frankreich ausstellen durfte.

Warum gelten Sie als der bekannte Unbekannte?
Ich habe schon früh mein Zuhause in der Schweiz verlassen und viele Jahre im Ausland – Paris, New York, London – gearbeitet und für längere Zeit in England und Paris gelebt. Ausser meinen Geschichten für annabelle und einem Auftrag in den Achtzigerjahren für Kodak war ich immer für ausländische Auftraggeber – wie beispielsweise die französische und die britische «Vogue» – tätig. So waren meine Arbeiten nicht oft in der Schweiz zu sehen. Nun lebe ich seit 13 Jahren versteckt im Zürcher Oberland und arbeite nicht in der Schweiz.

Wie haben Sie den Wandel der Technik als Fotograf miterlebt?
Irgendwann bin ich natürlich auch auf die digitalen Geräte umgestiegen. Es machte für mich aber keinen grossen Unterschied, weil ich das Digitale mit all seinen Möglichkeiten wenig ausnutze. Ich retuschiere ja sehr wenig und halte mich an das Echte in seiner Sinnlichkeit. Ich mag menschliche Haut mit all ihren Facetten und keine retuschierten Barbiedolls, wie sie heute zum Teil gezeigt werden.

Sie durften mit vielen schönen Frauen und Topmodels wie Iman zusammenarbeiten. Wen haben Sie nie vor die Linse bekommen?
(lacht) Es gibt da keine Fixation. Aber tatsächlich hätte ich gern einmal mit Kate Moss gearbeitet. Das hat sich aber leider nie ergeben. Ich fand, sie war immer eine der Interessantesten, war aber Teil einer besonderen Szene in London, an die ich nicht herankam. Für mich hat der Hype um die ganzen Topmodels aber keine grosse Bedeutung. Ich finde, dass alle Frauen, die ich fotografieren durfte, schön und interessant waren.

Wie sieht die Zukunft für Hans Feurer aus?
Ich verkaufe gerade mein Archiv an die Galerie und Foto-Organisation Camera Work in Berlin. Deshalb wird es in Zukunft mehr Ausstellungen mit meinen Werken, besonders mit solchen aus den Siebziger- und Achtzigerjahre, geben. Des Weiteren sehe ich mich als ein kunsthandwerklicher Söldner, der sein Talent für Aufträge zur Verfügung stellt. Das ist meiner Meinung nach die Definition eines Modefotografen.

Die Galerie Photobastei in Zürich widmet dem Starfotografen eine ganze Ausstellung. Im zweiten Stock der grosszügigen Ausstellungsräume wird ein Überblick über vier Jahrzehnte seines Schaffens präsentiert. Die Fotoausstellung läuft vom 15. September bis 30. Oktober.

– Weitere Informationen: photobastei.ch und hansfeurer.com

 

Holiday #hansfeurer

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Silvia Princigalli

Die Online-Redaktorin sucht gern nach Trends auf Instagram und schwärmt für Woody-Allen-Filme. Auf annabelle.ch schreibt sie bevorzugt über Mode, Wohnen und Kultur.

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