Rückblick

Diese zehn Frauen haben 2016 geprägt

Text: Miriam Suter; Fotos: Getty Images, Youtube, Instagram, Sabine Brauer Photos München

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Michelle Obama

Kaum eine First Lady der USA dürfte so schnell so viele Herzen gewonnen haben wie Michelle Obama. Neben ihrem Engagement gegen Rassismus und für Mädchenrechte ist die 52-Jährige eine gewandte Rednerin und gleichzeitig charmant und lustig. Für ihre Initiative «Let Girls Learn», die sich dafür einsetzt, dass 62 Millionen Mädchen rund um den Globus Schulbildung erhalten, nahm die First Lady sogar einen eigenen Song («This Is For My Girls») auf – unter anderem zusammen mit Kelly Clarkson und Missy Elliot.  

Hillary Clinton

Nach dem Wahlergebnis am 8. November war die annabelle-Redaktion geschockt – hatten wir doch alle mehr oder weniger heimlich auf eine US-Präsidentin gehofft. Das Engagement für Frauenrechte, das die 69-Jährige schon lange vor ihrem Wahlkampf zeigte, inspiriert uns aber auch über das enttäuschende Wahlergebnis hinaus. Dass man Clinton auch kritisch hinterfragen sollte, schrieb unsere Autorin Lotta Suter im Oktober in ihrem Porträt.

Alicia Keys

Die Soulsängerin schrieb im Mai für Lena Dunhams Newsletter «Lenny Letter» darüber, wie sie sich in der harten Musikbranche als Frau immer wieder anpassen und schön sein muss. Als Rebellion zeigte die 35-Jährige der oberflächlichen Welt an den MTV Video Music Awards ihr ungeschminktes Gesicht – und erntete harsche Reaktionen. annabelle-Praktikantin Nathalie Ochalek führte in ihrem Artikel aus, warum sie hinter der Entscheidung der Musikerin steht.

Ashley Graham

Das 28-Jährige zierte Anfang Jahr nicht nur als erstes Plus-Size-Model die Titelseite der Zeitschrift Sports Illustrated, sie schaffte es Ende November auch auf das Cover der britischen Vogue – ein Platz, der sonst nur dünnen Models vorbehalten ist. Ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass die Zeiten von Magermodels bald gezählt sein dürften? 

Madonna

Mitte Dezember wurde die 58-Jährige an den Billboard Women Music Awards mit dem «Woman of The Year»-Award ausgezeichnet und hielt eine berührende Dankensrede. Die Sängerin erzählte, wie sie als junge Frau in ihrer ersten Wohnung in New York mehrmals ausgeraubt und missbraucht wurde. Und prangerte öffentlich an, dass sie in ihrer Karriere immer wieder wegen ihres Alters und ihrer Offenherzigkeit diskriminiert wurde. Hier gibt es die ganze Rede im Video.

Fu Yuanhui

Die chinesische Schwimmsportlerin machte ihrem Ärger über ihre Periode an den Olympischen Spielen in Rio auf erfrischend freche Weise Luft und erhielt weltweite Aufmerksamkeit für das Ansprechen dieses Tabuthemas. Trotz der Beschwerden stellte die 20-Jährige übrigens einen neuen chinesischen Rekord auf und gewann die Bronzemedaille über 100 Meter Rückenschwimmen. Das Interview mit Fu gibt es hier.

Ellen DeGeneres

Die Moderatorin setzt sich seit langer Zeit für die Rechte von Homosexuellen ein und inspiriert mit ihrer Talkshow «The Ellen DeGeneres Show» seit 13 Jahren Millionen von Zuschauern. Dafür wurde sie dieses Jahr von US-Präsident Barack Obama mit der «Medal of Freedom», einer der höchsten Auszeichnungen der Vereinigten Staaten, geehrt – und vergoss bei der Zeremonie Tränen der Rührung. 

Gina-Lisa Lohfink

Im vergangenen Juni sorgte der Fall von Gina-Lisa Lohfink für Aufregung. Die 30-Jährige klagte zwei Männer wegen Vergewaltigung an – und verlor den Fall vor Gericht. Das Model wurde wegen Falschaussage zu einer Geldstrafe von 20'000 Euro verurteilt. Der Fall hatte Nachwirkungen: Der Deutsche Bundestag verabschiedete eine Änderung im Sexualstrafrecht. Neu wird eine sexuelle Handlung gegen den Willen des Opfers auch dann als Vergewaltigung gewertet, wenn es sich nicht aktiv wehrt – oder wehren kann. 

Lady Gaga

Die Sängerin scharte auf der Bühne an der diesjährigen Oscarverleihung für die Performance ihres Songs «Till It Happens to You» 50 Jugendliche um sich, denen Sexualstraftaten widerfahren sind. Im Lied verarbeitet die 30-Jährige ihre eigenen Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch. Der Auftritt rührte zu Tränen und sandte eine wichtige Botschaft an Opfer: Ihr seid nicht allein.

Maria Grazia Chiuri

Die 52-Jährige wurde im Juli zur neuen Kreativchefin des Traditionslabels Dior ernannt – als erste Frau überhaupt (annabelle.ch berichtete). Im September stellte sie ihre erste Ready-to-Wear-Kollektion an der Fashion Week in Paris vor und schickte ein Model in einem T-Shirt mit der Aufschrift «We Should All Be Feminists» über den Laufsteg. Eine klare Ansage! Wir sind gespannt auf Chiuris weitere Arbeiten.

Wir lassen das Jahr Revue passieren und stellen Ihnen zehn Frauen vor, die im Jahr 2016 für Gesprächsstoff sorgten und uns mit ihren Taten inspirierten.

Das Jahr 2016 war in vielen Belangen ein anstrengendes Jahr. Umso mehr wollen wir zum Jahresabschluss unser Augenmerk auf die Momente legen, die uns Mut machen und uns inspirieren.

Wir zeigen Ihnen in der Bilderstrecke deshalb diejenigen Frauen, die das vergangene Jahr geprägt haben. Sei es durch unermüdlichen Einsatz im Wahlkampf, Engagement gegen sexualisierte Gewalt, schonungslose Ehrlichkeit oder das Durchbrechen von Schönheitsstandards. 

Lesen Sie auch: Diese Frauen kämpfen für Lohngleichheit

 

Miriam Suter

Die Junior Online Editor schreibt am liebsten über Musik und andere kulturelle und gesellschaftliche Themen. Dabei interessiert sie vor allem das Rollenbild der Frau in unserer Gesellschaft.

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