Women's March on Washington

Marschieren für Frauenrechte

Redaktion: Dinah Leuenberger, Fotos: gettyimages.com, womensmarch.com 

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Wie anno dazumal:

Auch im Jahr 1970 wurde in Washington für die Frauenrechte demonstriert, am Women’s Strike for Equality. Foto: Don Carl Steffen

Frauenrechte sind Menschenrechte:

Unter diesem Slogan findet am 21. Januar in Washington der Women's March on Washington statt. Foto: Lotta Kuylenstierna

Die Schweiz ist dabei:

Auch in Genf findet einer der weltweit 616 geplanten Schwestermärsche statt. Foto: Sarit Ofer-Moran

Am 21. Januar, einen Tag nachdem Donald Trump offiziell sein Amt als neuer US-Präsident angetreten hat, werden Millionen von Frauen auf die Strasse gehen, um friedlich für die Rechte der Frau einzustehen. Auch in der Schweiz findet ein Schwestermarsch statt: der Geneva Women’s March for Dignity.

Alles begann mit den Worten von Theresa Shook: «I think we should march», einen Tag nach der Wahl Donald Trumps zum 45. US-Präsidenten. Die pensionierte Rechtsanwältin aus Hawaii fragte am 9. November 2016 ihre Online-Freunde, wie man eine Facebook-Seite erstellt, und lud vierzig Freunde zur friedlichen Kundgebung in Washington ein. Der Event verbreitete sich viral, einige Tage und Tausende Teilnehmer später wurden viele ähnliche, schnell gegründete Online-Bewegungen zusammengeschlossen zum Women’s March Washington (WMW), ein offizieller nationaler Event mit multikulturellem Komitee. Der Name ist eine Anlehnung an den 1963 March on Washington, wo ebenfalls für die Menschenrechte, und gegen die Rassendiskriminierung im Speziellen, demonstriert wurde, und wo schliesslich Martin Luther King Jr. seine berühmte «I have a dream»-Rede hielt. So verweist das Komitee des WMW auch auf die zahlreichen gesellschaftlichen Kämpfe, die dem Marsch vorausgegangen sind.

Der Marsch ist laut den Organisatorinnen kein eigentlicher Protest gegen Trump. Vielmehr soll damit eine klare Nachricht transportiert werden: dass Frauenrechte Menschenrechte sind, und zwar «unabhängig von Rasse, Ethnizität, Religion, Migrationshintergrund, sexueller Identität, Geschlechterzugehörigkeit, ökonomischem Status, Alter oder Behinderung». Dadurch beschäftigt sich der Marsch nicht nur mit klassischen feministischen Themen, sondern macht auf alle Arten der Diskriminierung aufmerksam. Die Vorsitzenden des Komitees um Modedesignerin Bob Bland, Menschenrechtsaktivistinnen Tamika D. Mallory, Carmen Perez und Linda Sarsour wollen mit dem Marsch eine aktive Gegenbewegung lancieren, um der anhaltenden globalen Welle der populistischen Rhetorik, in der Diskriminierungen, Xenophobie, Sexismus und Rassismus toleriert werden, rund um den Globus entgegenzutreten. In ihren Guidelines zitieren sie die US-Schriftstellerin und Aktivistin Audre Lorde: «Es sind nicht unsere Unterschiede, die uns trennen. Es ist unsere Unfähigkeit, diese Unterschiede zu erkennen, zu akzeptieren und sie zu feiern.»

Inzwischen haben bereits über hundert Organisationen ihre Teilnahme und ihre Unterstützung bestätigt, genauso wie zahlreiche prominente Frauen, darunter Amy Schumer, Lena Dunham, Cher, Madonna, Zendaya, Katy Perry, Scarlett Johansson und Julianne Moore. Allein für Washington haben sich bis zum 18. Januar bereits über 207 000 Personen angemeldet. Unter dem Hashtag #whyimarch twittern Frauen und Männer weltweit, warum sie am 21. Januar am WMW mitlaufen:

Nach Washington werden in allen fünfzig US-Staaten, in Puerto Rico und weltweit in über 55 Metropolen wie Tokio, London, Nairobi, Bogotà, Paris und Sydney, Schwestermärsche stattfinden. Die Site womensmarch.com/sisters zeigt alle aktuellen Schwestermärsche und bestätigt bereits über eine Million Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Auch die Schweiz hat ihren eigenen Schwestermarsch. Bestrebungen in Bern und Zürich waren wenig erfolgreich, in Genf – auf passendem Boden, nahe des Uno-Hauptsitzes – hat es schliesslich geklappt: Am 21. Januar wird der Geneva Women’s March for Dignity stattfinden. Die Initiantinnen wollen mit dem Marsch das nächste Kapitel in der globalen, gewaltfreien Bewegung für Bürgerrechte aufschlagen. Der Marsch «folgt den Grundsätzen der Demokratie und ehrt die Kämpfer für Bürgerrechte, Würde und Gerechtigkeit, die vor uns kamen und mit uns stehen», wie auf der Event-Seite auf Facebook nachzulesen ist.

So beginnt 2017 mit einer positiven Bewegung für die Gerechtigkeit aller, bei der Menschen auf der ganzen Welt gegen den grassierenden Populismus zusammenstehen.

– Der Geneva Women’s March for Dignity beginnt am 21. Januar um 11 Uhr im Englischen Garten Genf. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen Plakate, Wasser, Freunde, Partner, Tiere, Menschenfreunde und (unbedingt!) bequeme Schuhe mitbringen!  

#whyimarch #womensmarchgeneva

Dinah Leuenberger

Die Reportagen-Praktikantin liebt Reisen nach Japan und ist auch sonst viel unterwegs. Sie hat ein Auge für Schönes und ist fasziniert von der Mode. An scheinbar langweiligen Dingen findet sie gern die interessanten Aspekte.

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