Pause!

Social Detox: Einmal nur mit mir

Nach Neujahr braucht Online-Redaktorin Silvia Princigalli eine Pause vom Trubel. Doch wie kommuniziert man den Liebsten, dass man sich für eine Weile zurückzieht? Tipps für das Social Detox. 

«Kommt ihr am Donnerstag zum Apéro?», schrieb die Kollegin in den Gruppenchat auf Whatsapp. Terminkollision! Die Monatsübersicht in meiner Agenda war gegen Jahresende proppenvoll. Absagen? Irgendwie wird das zwischen der Arbeit, dem Schlittschuhlaufen am Weihnachtsmarkt und dem Racletteplausch schon reinpassen. Zwei Tage später standen bereits wieder Glühwein und Käse auf dem Programm. Socializing ohne Ende, der Freundschaft zuliebe. Irgendwo zwischen Pflicht, Spass und zu wenig Zeit für sich selbst.

Kurz gesagt: 2016 war einfach zu viel. Zu viele Termine, zu viele negative Schlagzeilen, zu viele Push-Nachrichten, zu viele Abende mit Freunden. Das neue Jahr legt sein Veto ein und fordert eine Pause. Zeit für Ruhe. Zeit für mich selbst. Aber wie teilt man das Freunden, Familie und dem Liebsten mit? Schliesslich kann Rückzug auch falsche Signale senden, Sorgen wecken. Dabei möchte ich doch bloss mal wieder allein sein. Nun ist die richtige Kommunikationsstrategie entscheidend – auch damit sich niemand betupft fühlt. Eins ist aber klar, kommunizieren ist ein Muss.

2017 heisst deshalb für mich: Ehrlichkeit, Reorganisation und Entschleunigung. Einfach mal Nein sagen. Den Liebsten persönlich mitteilen, dass ich eben erst im nächsten Monat Zeit habe fürs gemeinsame Abendessen. Und das am besten bevor die nächste Einladung ausgesprochen wird. Kündigt man bereits früh an, dass man auf die Bremse tritt, kommt das meist besser an und wird nicht persönlich genommen. Ein Nein zu anderen ist ein Ja zu sich selbst. Wie wäre es also mit einem Date – mit mir? Fantastisch! Am besten Beschäftigungen und Termine in der Agenda einplanen, die gut tun und Spass machen und die man allein unternehmen möchte. Bei «Ich kann leider nicht, ich wollte heute Abend ein Bad nehmen» wird bestimmt niemand fragen, ob er sich dazugesellen darf.

Vielleicht helfen Yoga, Malbuch oder Meditationsapp bei der Entspannung. Auch ein Ausflug in die Natur oder eine Soloreise übers Wochenende erden und bringen Ruhe ins Leben und in den Kopf. Sind Sie bei Meditationsapp auch ein wenig zusammengezuckt? Schliesslich ist ja gerade das Smartphone ein echter Entspannungskiller. Zu Social Detox gehört deshalb nicht nur, Nein zu Verabredungen zu sagen, sondern auch sich selbst umzuerziehen. Also: Handy weg! E-Mails und Whatsapp lassen sich auch einige Tage später beantworten. Freunde können warten, gute sowieso. Wenn es dringend ist, kann ja die Mailbox rangehen. Und vielleicht bekommen Sie so – zurückgezogen von modernen Kommunikationsmitteln und frei von digitalem und sozialem Stress – ja mal wieder einen Brief. Wär doch schön!

Text: Silvia Princigalli; Foto: Unsplash/ Ezra Jeffrey

Silvia Princigalli

Die Online-Redaktorin sucht gern nach Trends auf Instagram und schwärmt für Woody-Allen-Filme. Auf annabelle.ch schreibt sie bevorzugt über Mode, Wohnen und Kultur.

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