Nicole von Bredow im Interview

«2017 wird ein gutes Jahr zur Selbstfindung»

Redaktion: Viviane Stadelmann; Foto: iStock 

Sie haben genug vom Nebel? Dann freuen Sie sich auf 2017. Das steht nämlich – zumindest astrologisch – ganz im Zeichen der Sonne. Unsere Astrologin Nicole von Bredow verrät, was das für die Liebe, den Beruf und gar für Donald Trump heisst.

annabelle.ch: Was für ein Jahr! Politische Donnerschläge wie der Brexit oder die Wahl Donald Trumps, aber auch überraschende Todesfälle und Trennungen sorgten 2016 für Aufregung. Dürfen wir 2017 mehr Ruhe erwarten?
Nicole von Bredow: Leider nein. 2016 war das Mars-Jahr. Der Mars ist bekannt dafür, Spannungen zu erzeugen und den Kampfgeist zu wecken. Dieser Einfluss ist zwar im nächsten Jahr vorbei, doch Ruhe kehrt nicht ein. Denn 2017 steht im Zeichen der Sonne.

Was bedeutet das?
Die Sonne steht für Selbstdarstellung. In der Astrologie ist die Sonne der wichtigste «Planet» in einem Horoskop. Nach uralter Tradition herrschen die Himmelskörper im Turnus von sieben Jahren jeweils zwölf Monate lang und färben das Jahr mit ihrer Energie ein. Bei der Sonne heisst das, dass sich die Menschen weniger auf Konflikte mit anderen und mehr auf sich selber konzentriert. Es wird also etwas friedlicher als das vergangene Jahr.

Woher stammt diese Tradition?
Der 1664 verstorbene Abt Mauritius Knauer gilt als Erfinder des Calendarium oeconomicum practicum perpetuum – des sogenannten Hundertjährigen Kalenders. Dieser stützt sich auf die Astrologie. Knauer ging von der Idee aus, dass die Himmelskörper Mond, Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus und Merkur jeweils ein Jahr lang von Frühlingsbeginn bis Winterende entscheidend das Wetter beeinflussen. Er hoffte, mit diesem Wissen die klösterliche Landwirtschaft beeinflussen zu können.

Wann beginnt das Sonnenjahr nach unserer Kalenderrechnung?
Das astrologische Jahr beginnt, wenn die Sonne in das Sternzeichen Widder wandert: 2017 ist das am 21. März – das Sonnenjahr dauert dann bis zum 20. März 2018.

Worauf müssen wir also achten im neuen Jahr?
Das Interessante an 2017 ist, dass man sich selber hinterfragt: Wer bin ich, und was will ich eigentlich? Das ist deswegen spannend, weil – besonders Frauen – historisch betrachtet auch bei uns noch gar nicht so lange selbstbestimmt agieren können.

Welchen Einfluss hat das auf den Beruf?
Möglich ist, dass man sich nicht mehr länger den Vorstellungen der Eltern oder des Umfelds beugt. Wenn man als Rechtsanwältin arbeitet, obwohl man lieber den Beruf der Floristin erlernt hätte, dann gibt einem das Sonnenjahr vielleicht den nötigen Mut, um sich auszuleben oder neu zu orientieren.

Das bedeutet, es wäre eine gute Zeit, um sich selbstständig zu machen.
2017 ist generell ein gutes Jahr für eine Firmengründung. 1926 wurden Daimler und Lufthansa gegründet, 1954 die Nato ins Leben gerufen – man sieht: im Sonnenjahr lässt sich etwas Neues initiieren, wenn man sich damit selbst verwirklichen will.

Gilt das auch für die Liebe?
Die Sonne ist kein Liebesplanet. Doch sie hat die Eigenschaft, zur Selbstverantwortung aufzurufen und den Partner nicht für das eigene Glück verantwortlich zu machen. Psychologisch interessant ist die Tatsache, dass man, wenn man seine Bedürfnisse gut kennt, authentischer ist. Und Authentizität ist immer eine Trumpfkarte in Beziehungen. Davon fühlen sich Menschen magisch angezogen. Das ist das Gummistiefelprinzip.

… das Gummistiefelprinzip?
Frauen in Gummistiefeln, die in sich ruhen und selbstbewusst sind, können viel anziehender sein als Frauen, die gestylt, aber unsicher in Highheels herumstolzieren.

Welche Sternzeichen sind die Gewinner im 2017?
Das hängt von verschiedenen Phasen ab. Im ersten Halbjahr sind es wahrscheinlich Widder, Schütze, Löwe. In der Liebe wird es sehr interessant für Waage und Zwillinge. Im zweiten Halbjahr, so ab Oktober, sind dann Fisch, Krebs, Skorpion und Stier in der ersten Reihe.

Unter welchem Sternzeichen stehen Sie?
Krebs und Aszendent Schütze. Ich bin wahnsinnig neugierig.

Worin zeigt sich diese Neugier?
Aktuell verfolge ich gespannt, was in Politik und Wirtschaft vor sich geht. Vor dem Interview habe ich mir das Horoskop des französischen Präsidentschaftskandidaten François Fillon angeschaut, der die Vorwahl gewonnen hat. Bevor eine Wahl ansteht schaue ich mir die Kandidaten an, um Indikatoren für ihren Erfolg zu finden. Das hatte ich auch mit Hillary Clinton und Donald Trump gemacht.

Wie stehen denn die Sterne für Donald Trump nächstes Jahr?
Einerseits hilft das Sonnenjahr Egomanen wie Putin und Trump, die jetzt noch mehr bestärkt werden und im Licht stehen. Aber wir können darauf hoffen, dass Trump die Flügel etwas gestutzt bekommt. Das ist auch an seinem Horoskop ablesbar.

Was heisst das genau?
Trump wird im Januar an seine persönlichen Grenzen stossen. Der Widerstand, den er erfährt, wird ihm Mühe bereiten, und seine Freiheiten, die er sich erhofft hat, werden stark begrenzt sein.

Prüfen Sie die Horoskope von Bekannten oder Menschen, die Ihnen begegnen? Vielleicht auch um zu schauen, ob sie zu Ihnen passen?
Nein, das mache ich nicht. Ich glaube an die Ergänzung und daran, dass jeder mit jedem irgendwie zusammenpasst. Manchmal ist man mit Menschen zusammen, weil sie ähnlich ticken. Manchmal, weil sie etwas haben, das man nicht hat – und einen genau deswegen bereichern.

Nicole von Bredow

Die Astrologin und Journalistin steht gern um 6 Uhr auf, um mit Vogelgezwitscher im Hintergrund zu schreiben. Sie lebt mit Kater Moses in London und Bath.

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