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Die perfekte Bewerbung: So klappts

Text: Miriam Suter; Fotos: iStockPhoto, Pexels

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Gilt heute noch der klassische Aufbau des Bewerbungsschreibens?

«Schreiben, warum man sich für die Stelle interessiert, was man für den Arbeitgeber mitbringt und dann, warum man gut zur Firma passen würde, ist immer noch die beste Variante. Am elegantesten ist es hier, die Soft Skills mit den Werten der Firma zu kombinieren, wenn das möglich ist.»

Xavier Chauville

Wie wichtig sind Soft Skills, und wie hebe ich sie in meiner Bewerbung richtig hervor?

«Sehr wichtig, und sie werden immer wichtiger. Es gibt verschiedene Studien, die das bestätigen. Der Nachteil von Soft Skills ist, dass man sie nur schwer in der Bewerbung hervorheben kann. Man kann im Anschreiben kurz darauf eingehen und vor allem beim Vorstellungsgespräch Wert darauf legen. Zu jeder Eigenschaft – etwa Konfliktfähigkeit – sollte man gleich ein konkretes Beispiel liefern können.»

Xavier Chauville

Worauf muss ich bei einer Initiativbewerbung achten, wenn keine Stelle ausgeschrieben ist?

«Es ist leider so: Viele Initiativbewerbungen verschwinden in einem schwarzen Loch. Es hilft immer, wenn man jemanden kennt, der bereits im Unternehmen arbeitet und einen empfehlen kann. Ist das nicht der Fall, sollte man sich unbedingt telefonisch melden und sich mit der zuständigen Person verbinden lassen – hierarchisch am besten so hoch wie möglich.»

Peter Mantsch

Soll ich bei einer elektronischen Bewerbung alle Anhänge einzeln schicken oder lieber per WeTransfer oder Dropbox?

«Alles bis 5 MB kann man problemlos als E-Mail-Anhang verschicken. Drüber lieber per WeTransfer oder Dropbox. Aber unbedingt darauf achten, dass die Daten nach dem Download nicht mehr auf dem externen Server gespeichert werden.»

Peter Mantsch

Ist ein Selfie als Bewerbungsfoto in Ordnung?

«Nein, nie. Wir merken ausserdem, wenn ein Foto ein Selfie ist, egal, wie gut es ist. Ein Besuch in einem professionellen Fotostudio lohnt sich immer. Ein Foto ist aber heute kein Muss mehr.»

Xavier Chauville

Ist es sinnvoll, eine Weltreise im Lebenslauf auch als solche zu benennen?

«Auf jeden Fall! Besonders in der Schweiz wird das immer mehr akzeptiert. Auch hier können Sie mit Ihren Soft Skills punkten und etwa erzählen, was Sie auf der Reise gelernt haben. Erwähnen Sie lieber, dass Sie Ihre Planungsfähigkeiten ausbauen konnten – und nicht, dass Sie nur wegen der Full Moon Party nach Thailand gereist sind.»

Xavier Chauville

Brauche ich als Bewerber/in heute eine eigene Website?

«Meiner Meinung nach sind Websites out. Sie machen höchstens Sinn, wenn man ein Portfolio vorweisen muss, etwa als Fotograf oder als Journalistin.»

Peter Mantsch

Falls ich meine Bewerbung vorher von einer Fachperson beurteilen lassen möchte, wo kann ich das tun?

«Es gibt verschiedene Agenturen, die sich genau darauf spezialisiert haben. Ich kann zum Beispiel die Agentur Ciivii in Olten empfehlen.»

Peter Mantsch

Welche klassischen Tipps gelten noch heute, wo darf ich kreativer sein?

«Heutzutage kann man auch mal etwas Cooles ausprobieren, wie etwa ein Bewerbungsvideo. Das kommt natürlich auf die Branche an, und die Form der Bewerbung muss zum Unternehmen passen. Nach wie vor wichtig sind Respekt und Höflichkeit: Immer die Sie-Form wählen, ausser in der Stellenanzeige wird geduzt. Sich intensiv mit dem Unternehmen, bei dem man sich bewirbt, auseinandersetzen. Die Website anschauen, den Jahresbericht wenn möglich auch.»

Peter Mantsch

Muss ich meinen Facebook-Account vorher aufräumen?

«Unbedingt. Es ist zwar nicht nötig, dass Sie Ihr Facebook-Profil bei einer Bewerbung angeben – eher LinkedIn oder Xing, aber von einer Personalagentur werden Sie sowieso gegoogelt. Stellen Sie Ihre Social-Media-Profile auf privat, bevor Sie sich um eine Stelle bewerben.»

Xavier Chauville

Stellensuchende kennen das Problem: Die Bewerbung soll beeindrucken, einen seriösen Eindruck machen und gleichzeitig auffallen. Wir verraten Ihnen, wofür Sie sich besonders viel Zeit nehmen solten – und wann Kreativität eher hinderlich ist.

Bei einer Bewerbung entscheiden oft die ersten Sekunden darüber, ob Ihr Dossier in die engere Auswahl für die neue Traumstelle kommt oder nicht. Was eine gute Bewerbung ausmacht, ist je nach Branche unterschiedlich. Eins haben aber alle gemein: Ihre Bewerbung muss seriös wirken, aber nicht bieder, selbstbewusst, aber nicht arrogant, und vor allem im Kopf der Personalverantwortlichen hängen bleiben. 

Xavier Chauville, Geschäftsführer der Personalagentur Page Personnel in Zürich, und Peter Mantsch, Leiter Human Ressources von Tamedia, sind Profis, wenn es um Bewerbungen geht. Bei ihnen haben wir nachgefragt, wie man seine methodischen und sozialen Kompetenzen richtig zur Geltung bringt, und ob vor dem Versand der Bewerbung das Facebook-Profil aufgeräumt werden sollte. Die zehn besten Tipps finden Sie in der Bildstrecke. 

Miriam Suter

Die Junior Online Editor schreibt am liebsten über Musik und andere kulturelle und gesellschaftliche Themen. Dabei interessiert sie vor allem das Rollenbild der Frau in unserer Gesellschaft.

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