Hoffnungsvolle Eltern

Filmtipp «Kinder machen»

Text: Aleksandra Hiltmann

Die neue Dokumentation «Kinder machen» hat Reportagenpraktikantin Aleksandra Hiltmann nachhaltig beeindruckt. 

 

«Frauen, die ein Kind wünschen, gehen dafür bis ans Ende der Welt», sagt eine Gynäkologin aus Bern. Kurz darauf sieht man eine Embryologin vor einem Mikroskop, darunter ein Reagenzglas – die Welt der Reproduktionsmedizin. Barbara Burgers Dokumentarfilm lässt einen in diese Welt eintauchen. Die Kamera fängt dabei akribisch ein, wenn Spermien aus einer Nadel in die Eizelle eingesetzt werden und sich daraufhin die Zellen zu teilen beginnen oder auch nicht. Die futuristisch anmutenden Makroaufnahmen sind eingebettet in eine Umgebung von Labors und langen Gängen, still, steril. Das Ausmass der Branche hinter der Erfüllung eines Kinderwunschs wird einem vorgeführt, wenn an einer internationalen Messe die neuesten Geräte und Technologien der Reproduktionsmedizin vorgestellt werden. Bald darauf diskutiert der Ständerat darüber, was in der Fortpflanzungsmedizin alles erlaubt sein soll und was nicht.

Barbara Burgers Film zeigt viel und wertet nicht. Im Zentrum stehen für einmal nicht hoffnungsvolle Eltern, sondern diejenigen, die deren Kinder machen sollen. Und so nüchtern die Laborumgebung anmuten, emotionslos sind die Menschen, die Eizellen sortieren, einfrieren und auftauen, keineswegs. Sie fiebern mit, teilen Freud und Leid von Paaren und sprechen über ihren eigenen Kinderwunsch. Nichtsdestotrotz wirft der Film kritische und wichtige Fragen hinter dem Kindermachen auf, nämlich jene nach den gesellschaftlichen, politischen und ethischen Implikationen der Reproduktionsmedizin.

Kinder machen
Filmstart am 30. November 

2017, Dokumentarfilm, 82 Minuten, von Barbara Burger

Aleksandra Hiltmann,
Reportagepraktikantin
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