Heft 06/15

Liebes-Souvenirs im Museum of Broken Relationships

Redaktion: Helene Aecherli, Anette Keller; Fotos: Ornella Cacace

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DIE SCHLABBERSHORTS

Olivia Goricanec, Beautyredaktorin: «Zu Hause mag ich es bequem. Deshalb schnappte ich mir vor zwölf Jahren diese Boxershorts meines damaligen Freundes und nutzte sie für den Home-Schlabberlook. Inzwischen gehören sie zum Inventar.»

DER WASSERACHAT

Niva Rüegg, Redaktionsassistentin: «Der Stein ist im Innern mit Urwasser gefüllt, das man hören und spüren kann. Vor 17 Jahren schenkte ihn mir mein damaliger Liebster zum Geburtstag. Seither liegt er auf meinem Nachttisch, um mir innere Ruhe zu geben.»

DER FISCH CHARLOTTE

Silvia Binggeli, Chefredaktorin: «Wir waren in Berlin, in Charlottenburg, nicht mehr am Anfang, aber noch schwer verliebt, bekannten uns zu kitschiger Symbolik. Ich taufte unseren neuen Feuerzeugfisch Charlotte. Konnte ihn keinesfalls wegwerfen, als die Beziehung jäh endete. Nach ein paar Jahren Groll dachte ich auch an meinen Ex wieder nett.»

DER SCHÄKEL

Line Numme, Wohnredaktorin: «Er ist klein und unscheinbar, hat für mich aber eine besondere Bedeutung: Ich bekam den Schäkel als Zeichen der Verbundenheit. Lange trug ich ihn an meinem Schlüsselbund, bis er sich eines Tages löste und zu Boden fiel. Mich lässt er jedoch nie ganz los.»

DAS BÜCHLEIN

Vanja Kadic, Volontärin: «Dieses winzige Buch mit den Wal-Witzen hat mir eine Sommerliebe geschenkt. Wegwerfen würde ich es nie – aus Nostalgie: Es erinnert mich sofort wieder ans Rum-Trinken im Mondschein, Blödeln mit Klebeschnäuzen und die Gespräche am See. Es war wunderbar!»

DIE CORSAGE

Helene Aecherli, Redaktorin: «Sie war eingepackt in rosa Karton mit schwarzer Schleife – und das ist sie noch immer. Doch da die Corsage edler ist als die Erinnerungen an die vergangene Liebe düster, wartet sie in der Kommode auf neue Zeiten.»

DIE AFFENFAUST

Brigitte Zaugg, Produzentin: «Die Liebe war so heiss wie der Vulkan, an dessen Fuss sie vor vierzig Jahren explodierte. Lang ists her. Geblieben ist mir von meinem barfüssigen sizilianischen Fischer dieser selbst gefertigte Wurfknoten, in der Seemannssprache Affenfaust genannt – ein Objekt für die Ewigkeit (im Gegensatz zum Liebesfeuer).»

Das Zagreber Museum der gescheiterten Beziehungen stellt in Basel Relikte vergangener Romanzen aus. Wir haben in unseren eigenen Mottenkisten der Liebe gewühlt.

Olinka Vistica und Drazen Grubisic waren ein Liebespaar – bis 2005 ihre Beziehung in die Brüche ging und die beiden beschlossen, alle Dinge, die sie an ihre Trennung erinnerten, öffentlich auszustellen. Getreu dem Motto «Geteiltes Leid ist halbes Leid» luden sie die Besucher ein, sich mit Relikten aus eigenen Ehedramen und Rosenkriegen an der Scheidungsschau zu beteiligen. Mit grossem Erfolg. Viele seien geradezu erleichtert gewesen, das Scheitern ihrer Beziehung auf diese Weise zu verarbeiten, sagt Drazen Grubisic. 2010 eröffnete das Künstler-Ex-Paar mit den gespendeten Exponaten in Zagreb das Museum of Broken Relationships. Die ständig wachsende Sammlung umfasst mittlerweile über 2000 Objekte und tourt durch die ganze Welt. In der Schweiz ist sie nun im Rahmen der Basler Dokumentartage 15 zu Gast – mit rund 100 Sammlungs-Highlights und 30 taufrischen Liebestrümmern aus Basel.

—It’s the Real Thing! Basler Dokumentartage 15: Museum of Broken Relationships im Haus zum Kirschgarten (Museum für Wohnkultur), Basel, 16. 4. bis 31. 8. www.brokenships.com

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