Lesben mit Kinderwunsch
Der Storch muss umdenken - Lesben mit Kinderwunsch: ein verzwickter Fall. Denn selbst eingetragene Paare haben weder ein Recht auf Adoption, noch dürfen sie sich künstlich befruchten lassen. Der Ausweg? Sie gründen mit Schwulen eine Regenbogenfamilie. Zwei lesbische Paare erzählen, wie das geht.
Erich* ist gross. Grösser, als sie gedacht hatte. Und er sieht gut aus. Noch besser als auf dem Foto, das sie von ihm im Internet gefunden hat. Doch warum fährt ein Banker zweite Klasse? Bestimmt ist er bescheiden, sagt sich Patricia*. Dann geht sie auf ihn zu, den Vater ihres zukünftigen Kindes, und reicht ihm die Hand. Wobei – genau genommen ist es gar nicht der Vater ihres Kindes, den sie soeben am Luzerner Bahnhof abgeholt hat, sondern der Vater des Kindes ihrer Partnerin. Sie wird die Co-Mutter sein oder die Partnerin der Mutter – oder die Stiefmutter? Wenn ein lesbisches Paar Elternpläne schmiedet, gerät man mit den gängigen Begriffen leicht in Turbulenzen.
«Wir haben entschieden, dass die Ältere von uns beiden das erste Kind austragen soll, weil bei ihr die biologische Uhr lauter tickt», sagt Patricia. Sie ist 34 Jahre alt, ihre Partnerin Lea * 35. Die beiden sprachen vor drei Jahren zum ersten Mal über ihren Kinderwunsch. Das war auf einer Parkbank während der gemeinsamen Ferien im Bündnerland. Auf der gleichen Parkbank, auf der sie sich ein Jahr zuvor ihre Liebe gestanden hatten. «Könntest du dir eigentlich vorstellen, mit mir ein Kind grosszuziehen?», fragte Lea. «Auf jeden Fall», antwortete Patricia. Wie sie das anstellen sollten, das wussten sie damals noch nicht. Dass es nicht einfach werden würde, schon.

























