Die Macker-Macke

Illustration: Silke Werzinger

13. Juli 2010

Sie sind selbstverliebt, verantwortungslos, dominant – und aufregender als Basejumping. Warum bloss stehen so viele nette Mädchen auf Mistkerle?

  • Es ist wirklich so
    Obwohl Draufgängertum und Herrschsucht eher geächtet sind, ziehen genau solche Eigenschaften Frauen magisch an. Das zeigt eine US-Studie der New Mexico State University. Männer mit entsprechenden Charakterzügen haben deutlich mehr Beziehungen als der Durchschnittsmann. Zudem belegt eine der Bradley University in Illinois, dass Bad Boys nicht nur mehr Sexpartnerinnen hatten, sondern auch häufig anderen Männern die Partnerinnen ausspannten.
  • Die Biologie ist schuld
    Böse Jungs sind meist stattlich, muskulös, haben ein kantiges Gesicht und kräftig Haare auf der Brust. Da werden Frauen schwach, ob wollen oder nicht. Das Gute daran: Sie können nichts dafür. Schuld ist die Biologie: Typisch männliche Attribute weisen nämlich auf einen hohen Testosteronspiegel hin. Und der suggeriert: Der Mann hat ein gutes Immunsystem und sorgt für gesunden, starken Nachwuchs (nicht ganz zufällig werden Frauen in Affären mit bösen Jungs häufig schwanger). Zudem haben viele dieser Männer Einfluss und Macht (oder tun wenigstens so), was den Jagdtrieb der Frauen anstachelt.
  • Frauen jagen, um erledigt zu werden
    Das wittern Bad Guys instinktiv und schalten auf ihren Jagd- und Überwältigungsmodus – wodurch die potenzielle Beute in Gefahr wähnt und sich begehrt und bestätigt fühlt («Oh, er wählt mich!»). Im Prinzip ist es simpel: Der Typ aktiviert in der Frau das archaische Programm «Endlich wieder mal ganz Weib sein». Dadurch wird alles viel erregender.
  • Böse Jungs tun gut. Solange man sich nicht in sie verliebt
    Hat man sich in einen bösen Jungen verguckt, ist es geboten, zu fragen: «Der Typ tut mir gut. Aber was will ich von ihm?» Will man Aufregung und leidenschaftlichen Sex: nur zu. Will man eine Hochzeit in Weiss mit anschliessendem Brüten: Finger weg! Ziel der Bösen ist der Flash, wirds verbindlich, finden sie es langweilig. Krux ist: Frauen wissen instinktiv, dass solche Männer nicht für eine stabile Beziehung taugen, verdrängen aber ihren Instinkt und hoffen, dass er dann schon handzahm wird. Falsch.
  • Was tun, wenn man nur an böse Jungs gerät?
    Fühlt man sich immer wieder von Männern angezogen, die einem nicht gut tun, bedeutet dies: Ich weiss nicht, was meine wahren Bedürfnisse sind. Was tun? An sich arbeiten, vor allem mit und am eigenen Körper. Tanzen, Yoga, vielleicht auch eine (Sexual)-Therapie, in der man lernt, seinen Bedürfnissen auf die Spur zu kommen und diese auch umzusetzen. Je besser man sich kennt, desto besser weiss man, was man braucht.


    Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Dania Schiftan, Psychologin und Sexualberaterin am Zis Med.


    Dieser Bericht erschien in der annabelle Nr. 13 mit dem Vermerk, dass am 20. Juli eine Podiumsdiskussion zum Thema "Bad Boys" stattfindet. Dieser Event wurde leider abgesagt. Zum Trost verlosen wir 10 signierte Bücher von Philipp Tingler. Zum Wettbewerb gehts hier!

Kommentar lesen (1)
Der Artikel und diese Art Forschung sind Blödsinn. Mit Biologie hat das nichts zu tun, sondern mit konstruierten gesellschaftlichen Mustern und Konventionen, an denen Frauen leider länger festhalten als viele Männer. Es gab und gibt auch matriarchale Gesellschaften, in denen Machos nichts zu melden haben, weil die kleinen Mädchen und Jungs anders erzogen werden.
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