Und plötzlich ist er nicht mehr da
Der Tod hat sie geschieden: Drei Witwen erzählen, wie sie ihren Mann verloren, wie darob ihr Leben aus den Fugen geriet, wie sie wieder Tritt fassten – und noch immer zu fassen versuchen. Ein Schicksal, das sie landesweit mit weit über 300 000 Frauen teilen.
Überforderte Betroffene, überforderte Angehörige
Jedes Jahr erleben mehrere tausend Schweizerinnen einen ähnlichen Schicksalsschlag: Der Partner stirbt. Manche Paare hatten nur eine kurze Zeit zusammen, andere waren sechzig oder mehr Jahre miteinander verheiratet. Gesamtschweizerisch gibt es rund 340 000 Witwen (zudem über 70 000 Witwer). Sie sind jung, alt, reich, arm. Aber eines verbindet alle miteinander: Das Leben gerät vorübergehend und bei manchen für immer aus den Fugen. Ein Grossteil verliert den Partner nach längerer Krankheit. Die Statistiken sagen nichts über verunfallte Ehemänner oder solche, die durch einen Suizid aus dem Leben scheiden.
«Ob jemand friedlich einschläft, nach jahrelangem Leiden gehen kann oder völlig überraschend stirbt, beeinflusst den Trauerprozess und bestimmt nicht selten seine Dauer», sagt der Therapeut Peter Fässler-Weibel von der Zürcher Stiftung Leid und Trauer. Egal, wie gross der Schock über den Verlust ist, wie schlimm die Monate und Jahre danach – im Nachhinein erweist sich der Trauerprozess meist als lineares Geschehen mit klarem Beginn und klarem Ende.
- SEITE 1 | 2
- Nächste Seite ›

























