Schmuckspezialistin

Profitipps für den Bijouxkauf

Text: Monique Heinrich

annabelle-Schmuckspezialistin Monique Henrich verrät, wie man Preziosen klug einkauft, richtig behandelt – und auch mal sinnvoll wieder hergibt.

  • Jetzt ganz ehrlich: Welchen Schmuck haben Sie schon lang nicht mehr getragen und werden ihn auch nicht mehr tragen? Befreien Sie sich, und schaffen Sie Raum für Neues. Ihre Freundinnen, Kinder, Enkel oder Gottenkinder freuen sich über geschenkte Vintage-Stücke. Auch verkaufen macht glücklich: Informieren Sie sich über Auktionen, zum Beispiel bei Galerieinauen.ch oder Kollerauktionen.ch.
     
  • Nehmen Sie sich vor Ihrem nächsten Wunschkauf Zeit für eine Auslegeordnung Ihrer Schmuckstücke. Breiten Sie zuhause alle Schätze auf einem weichen Tuch übersichtlich aus, und sortieren Sie: Roségold zu Roségold, Silber zu Silber usw.
     
  • Betrachten Sie Ihre Bijoux mit Herz und Verstand: Soll Ihr gewünschter Must-Have-Favorit in Farbe und Form zu Ihren bestehenden Ohrhängern oder zum Collier passen? Oder doch lieber zum neuen Kleid und zur neuen Haarfarbe?
     
  • Wägen Sie bei einem hochkarätigen Einkauf sorgfältig ab, welcher Goldtyp Sie sind: Steht Ihnen das trendige Roségold mit dem kupfrigen Rosastich, der sich zu Nude so gut macht? Oder fliegen Sie auf den Gelbgoldton, der sich allem anpasst und der weltweit die Nummer eins ist für Eheringe? Sagt Ihnen das coole Weissgold zu, weil es so ein angenehmes Understatement ist? Oder gar Platin, das in der höchsten Preislage glänzt?
     
  • Achten Sie auf ein sicheres, schönes Plätzli für Ihren Schmuck, damit sich die Bijoux nicht gegenseitig zerkratzen und stumpf werden. Bewahren Sie Verpackung und Schmuckboxen mit Quittung sorgfältig auf. Fotografieren Sie teure Stücke und melden Sie sie – endlich – bei Ihrer Versicherung an.
     
  • Essigwässerli, Kukident & Co. waren gestern: Bringen Sie Ihren Schmuck zur Ultraschallreinigung ins Juweliergeschäft. Die checken auch gleich, ob die Steine noch schön fest sitzen.
     
  • Der «very good price» eines feuerroten Rubins, eines grasgrünen Smaragds oder eines tiefblauen Saphirs ist Versuchung pur. Falls Sie sich in fernen Ländern verführen lassen wollen: Überziehen Sie nicht Ihr festgelegtes Budget. Und denken Sie nicht im Traum daran, das Schmuckstück je zum Einkaufspreis oder gar mit Gewinn verkaufen zu können. Ein Reisesouvenir ist und bleibt eine emotionale Investition, denn der vermeintlich günstige Rubin ist mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit mit Bleiglas gefüllt, der Smaragd gefärbt, der Saphir mit hauchdünner Farbe beschichtet.
     
  • Lassen Sie sich nicht irritieren, wenn bei renommierten Brands und Bijoutiers bei der Beschreibung eines Edelsteins «erhitzt» oder «geölt» steht. Im Gegenteil: Schätzen Sie die Ehrlichkeit. Lupenreine Naturhochkaräter sind höchst kostbare Seltenheiten und kaum mehr auf dem Markt. Das fachgerechte und geprüfte Erhitzen oder Ölen intensiviert die Farbe eines Echtsteins, ist jedoch in keiner Weise mit Manipulationen wie etwa dem Färben zu vergleichen.
     
  • Eine Investition in Edelsteine beurteilen Kenner als spekulativ. Selbst dann, wenn Sie in gelben Diamanten Gewinnpotenzial sehen, gilt: Nie fremdgehen. Weltmarken haben ein Image zu verlieren und werden Ihnen deshalb nur tadellos gemmologisch geprüfte Juwelen zum Kauf empfehlen. Klar haben international anerkannte Echtheitszertifikate ihren Preis, aber Sie sind ja bereit zu investieren. Ansonsten: Bereits kleinstkarätiges Glitzern beflügelt die Lebensfreude. Immer wieder.

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