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Bonjour Paris! Zu Besuch bei Designerin Barbara Bui

Bonjour Paris! Zu Besuch bei Designerin Barbara Bui

Text: Silvia Binggeli
Fotos: Pascal Grob, Imaxtree.com

Barbara Bui zeigt in Zürich ihren rockig-eleganten Chic und vergibt den 9. annabelle award. Zu Besuch in ihrem Pariser Atelier.

  • Bonjour Paris! Zu Besuch bei Designerin Barbara Bui

    «Bist du gut vorbereitet, kannst du Probleme ruhig lösen»: Barbara Bui hält nichts von Hektik
  • Bonjour Paris! Zu Besuch bei Designerin Barbara Bui

    Chefvisagistin Christelle Cocquet

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  • Bonjour Paris! Zu Besuch bei Designerin Barbara Bui

    Bei der Anprobe: Model Anna Selezneva

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    Inspiration Südamerika: Bei Barbara Buis Kollektion sind aufwendige Stickereien und Prints zu sehen

  • Bonjour Paris! Zu Besuch bei Designerin Barbara Bui

    Rock’n’Roll! Megaheels gehören bei Barbara Bui dazu

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    «Bist du gut vorbereitet, kannst du Probleme ruhig lösen»: Barbara Bui hält nichts von Hektik
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    Bei der Anprobe: Model Anna Selezneva

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    Rock’n’Roll! Megaheels gehören bei Barbara Bui dazu

Das einzige Problem sind die Schuhe: Die Exemplare für die Show wurden nicht nach den Vorgaben der Designerin produziert. Nun sitzen die feinen Absätze nicht überall richtig. Eigentlich eine Katastrophe so kurz vor der Präsentation der neuen Kollektion. Doch Barbara Bui bleibt ruhig.

Sie steht in schlichtem Schwarz und schwindelerregenden Heels in ihrem Pariser Atelier und begrüsst die Models, die zur Anprobe kommen, mit Namen und Küsschen. «Bonjour, schön, dass du da bist.» Barbara Bui, die diesjährige annabelle-award-Designerin, die ein Schweizer Modetalent für ein halbjähriges Praktikum in ihrem Atelier empfangen wird, hält nichts von Hektik. «Dabei kann nichts Gutes herauskommen», sagt sie. «Bist du hingegen gut vorbereitet, kannst du Probleme ruhig lösen.» Und tatsächlich: Während bei Anproben anderswo meist noch viermal so viele Kleider hängen, wie später auf dem Laufsteg gezeigt werden, sind die Outfits bei ihr abgezählt.

Die Kraft einer Handwerkerin
Das Fitting ist nicht, wie üblicherweise, gleichzeitig Casting. «Ich mag es nicht, wenn Models umsonst vorbeikommen müssen.» Barbara Bui setzt eine Brille auf und verfolgt jeden Schritt der Mädchen mit dem Blick eines Habichts – nicht der wackligen Schuhe wegen. Barbara Bui kontrolliert Schnitte. Sie studiert, warum ein Blazer noch nicht richtig fällt, ob Taschen an Shorts geschlossen werden sollen. Sie ist eine zierliche Person, doch wenn sie zupackt, etwa um Schulterpartien zu richten, dann mit der Kraft einer Handwerkerin.

Die aufwendige Handwerkstradition Südamerikas war die Inspiration für ihre Kollektion. Zu sehen sind wunderschöne farbige Stickereien, vor allem aber Kreationen im typischen lässig-eleganten Pariser Chic à la Bui, dem Stil, den sie in den Achtzigerjahren erfunden hat: enge Hosen, scharf geschnittene Blazer, dazu fliessende Blusen oder Kleider in feinsten Stoffen. Und, bien sûr: Rock’n’Roll in Form von Leder, Megaheels oder himbeerroten Lippen, wie sie die Models auf dem Laufsteg tragen werden.

Tags darauf lässt sich Barbara Bui backstage im Hotel Westin, wo die Show stattfindet, die Lippen blassrosa nachziehen. Auch hier, im Gewimmel von Models, Fotografen und Visagisten, bleibt sie ruhig wie ein Zenmönch. «Ein bisschen nervös ist man immer», sagt sie und lächelt. Sie habe sie noch nie aufbrausend erlebt, entgegnet Chefvisagistin Christelle Cocquet. Und Starcoiffeur Stéphane Lancien, der seit zwölf Jahren mit Barbara Bui arbeitet, schwärmt: «Sie bleibt sich auch bei wechselnden Trends treu.»

Rock’n’Roll!
Letzte Anweisungen ans Team, dann erklärt Barbara Bui: «Das Wichtigste für einen jungen Designer ist die Fähigkeit, Geschichten zu erzählen. Alles andere kannst du lernen.» Die Show geht los. Aus dem Lautsprecher dröhnt Rock’n’Roll. Am Ende strahlt die Designerin vor dem begeisterten Fachpublikum und klatscht ihre achtjährige Tochter beim Bühneneingang ab.

Sie freue sich auf die Schweiz, sagt sie. «Die berühmten Stoffe kenne ich natürlich schon.» Nun sei sie gespannt auf die jungen Designer. Dann verabschiedet sich Madame Bui auf «un verre de champagne».

 

Barbara Bui zeigt am 8. November ihre neuste Kollektion und übergibt gleichzeitig den 9. annabelle award: ein sechsmonatiges Praktikum an ein Schweizer Modetalent.

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