Powerlooks

Die Looks grosser Ikonen zum Nachstylen

Redaktion: Viviane Stadelmann; Fotos: Getty 

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Frida Kahlo

Die mexikanische Malerin Frida Kahlo orientierte sich nicht an der damals als typisch definierten Weiblichkeit. Sie forderte in der männerdominierten Malerei ihren Platz, sprach sich für Selbstbestimmung aus und setzte sich auf neue Weise mit dem weiblichen Körper auseinander.

Frida Kahlo

In ihrer Kunst beschäftigte sie sich auch mit ihren indigenen Wurzeln, die sich auch in der Kleidung widerspiegeln. Lange, fliessende Jupes oder Kleider, dazu eine Corsage oder ein breiter Gürtel und viel Schmuck gehörten typischerweise zu ihrem Look. Gern trug sie Ethno-Muster und Accessoires wie Tücher und Blumen im Haar.

Der Stil

Kleid von Steffen Schraut bei Stylebop.com, Preis 384 Franken, Jupe von Roxy bei Zalando.ch, Preis 80 Franken, Top von Velvet bei Mytheresa.com, Preis rund 358 Franken, Tuch von Pieces bei Zalando.ch, Preis 22 Franken, Sandalen von Sigerson Morrison bei Shopbop.com, rund 280 Franken, Kette von Lizzie Fortunato bei Shopbop.com, rund 585 Franken, Gürtel von Vanzetti bei Zalando.ch, Preis 55 Franken

Michelle Obama

Michelle Obama war weit mehr als eine First Lady: Mit ihrer Herzlichkeit und ihren ergreifenden Reden regte sie zum Nachdenken an und schenkte Mut, ohne selbst in schwierigen Zeiten ihr Lachen zu verlieren. In der Mode scheut sie sich nicht davor, ihre Weiblichkeit zu betonen: Schwingende A-Linien-Jupes und feminine Kleider mit Muster und in leuchtenden Farben – eine willkommene Abwechslung zum modischen Einheitsbrei in der Politik. Statt nur grosse Designer zu tragen, unterstützte sie während der Präsidentschaft ihres Mannes auch weniger bekannte Labels.

 

(Bilder: Getty, Instagram via michelleobama44)

Der Stil

Kleid von Jason Wu bei TheOutnet.com, Preis rund 597 Franken, Schuhe von Mango, Preis rund 60 Franken, A-Linien-Rock von Mint&Berry bei Zalando.ch, Preis 65 Franken, Pullover von Marc'o'Polo bei PKZ.ch, Preis 159 Franken, Perlencollier von Rhomberg, Preis 380 Franken, Notizbuch «Make it happen» von Smythson bei Net-a-porter.com, Preis rund 55 Franken

Debbie Harry

Deborah Harry sollte ein konservatives, passives Mädchen sein. Doch sie wollte Künstlerin werden und dachte nicht daran, sich den Vorstellungen anderer zu fügen. Auch auf der Bühne – mit ihrer Band Blondie – forderte sie das weibliche Rollenbild der Siebziger heraus. Sie zelebrierte ihren Sexappeal und versuchte im Sinne eines sexpositiven Feminismus ein Umdenken in Gang zu setzen. Ihr Stil war damals typisch punkig: Leomuster und Jeans kombinierte sie in nachlässiger Manier mit lässigen Shirts und viel Leder. 

Der Stil

Jacke von Ganni bei Net-a-poter.com, Preis rund 346 Franken, Lederhosen von By Malene Birger bei Zalando.ch, Preis 485 Franken, Shirt von Sandro, Preis rund 90 Franken, Levi's Shorts von Zalando.ch, Preis 95 Franken, Boots von Zara, Preis rund 50 Franken, Ohrringe von Thomas Sabo, Preis 255 Franken

Marlene Dietrich

Die deutsche Schauspielerin Marlene Dietrich stieg in den Dreissigerjahren zur Hollywood- und Stil-Ikone auf. Während der Zeit des Nationalsozialismus widersetzte sie sich der NS-Propaganda. Stattdessen besuchte die Wahlamerikanerin zur Zeit des Zweiten Weltkriegs die Lazarette von Verwundeten und unterhielt sie mit ihrem Gesang. Truman verlieh ihr gar die Freiheitsmedaille. Ihr Stil war prägend für alle nachfolgenden Frauengenerationen: Mit der Marlene-Hose (die gar nach ihr benannt wurde) machte sie das zuvor männerdominierte Kleidungsstück salontauglich. Maskulineren Looks mit Seidenhemd, Mütze und Hose fügte sie mit funkelndem Schmuck eine Portion Glamour hinzu.

 

Der Stil

Seidenbluse von Equipment bei Mytheresa.com, Preis 330 Franken, hochgeschnittene Hosen von Mango, Preis rund 50 Franken, Schnürschuhe von Zalando.ch, Preis 65 Franken, Schiebermütze von Zalando.ch, Preis rund 40 Franken, Mantel von Strenesse bei Zalando.ch, Preis 495 Franken, Ohrringe von Oscar de la Renta, Preis rund 290 Franken, Tasche von Asos.com, Preis rund 35 Franken

Uschi Obermaier 

Uschi Obermaier (hier im Bild mit Keith Richards) ist die Sixties-Ikone schlechthin. Als Fotomodell zog sie nach Berlin, wurde Mitglied der Kommune 1 und forderte die gängigen Moralvorstellungen dieser Zeit heraus. Für die «Vogue» wurde sie nicht nur fürs Cover fotografiert, sondern auch mal beim Drehen eines Joints. Sie galt als Verfechterin der sexuellen Revolution, hatte Affären mit Mick Jagger und Keith Richards von den Rolling Stones und reiste später im Hippiebus durch Asien, die USA und Mexiko. Ihr Stil ist charakteristisch für ihr Leben: Sie hatte keine Probleme mit Nacktheit, mixte wilde Muster zusammen, Wildleder, Overknees, Hüte und Bänder, wie es für die späten Sixties und Seventies typisch war. 

 

Natalia Avelon spielte Uschi Obermaier im autobiographischen Film «Das wilde Leben» 

Der Stil

Kaftan aus Mesh von Agent Provocateur bei Net-a-porter.com, Preis rund 175 Franken, Off-Shoulder-Top von Zalando.ch, Preis rund 40 Franken, Lederjupe von Laredoute.ch, Preis rund 130 Franken, Hosen von Missoni, Preis rund 1100 Franken, Overknees von Navyboot, Preis 590 Franken, Armreif von Stylebop.com, Preis rund 160 Franken, Schal von Chan Luu bei Net-a-porter.com, Preis rund 55 Franken

Catherine Deneuve

Die vielfach preisgekrönte französische Schauspielerin Catherine Deneuve ist weit mehr als nur die Schönheit der Sechzigerjahre. In mehreren Filmen spielte sie sexuell mehrdeutige Rollen und stiess so den Diskurs über die Enttabuisierung von Lesben an. Zudem engagiert sie sich leidenschaftlich seit den Siebzigern immer wieder sozial und politisch, wie beispielsweise gegen die Todesstrafe in den USA oder für die Legalisierung der Abtreibung in Frankreich. Ihr sehr femininer, preppy Stil aus den Sechzigern ist in Erinnerung geblieben: Minikleider, hochgeschlossene Blusen und Rollkragen kombinierte sie mit Jupes und taillennah geschnittenen Hosen. Effektvolle Accessoires wie Hüte, Foulards und Pumps rundeten den Filmstarlook ab. 

Der Stil

Minikleid von Zara, Preis rund 50 Franken, Foulard von Dolce & Gabbana bei Net-a-porter.com, Preis rund 165 Franken, Pumps von Navyboot, Preis 269 Franken, Blusenkleid von Topshop bei Zalando.ch, Preis 80 Franken, Strohhut von Asos.com, Preis rund 18 Franken, Strumpfhosen mit Punkten von Fogal bei Fashionvestis.com, Preis rund 42 Franken, Vintage Chanel Ohrringe bei Farfetch.com, Preis 429 Franken

Anne-France Dautheville

Die französische Journalistin und Autorin war die erste Frau, die im Jahr 1973 allein mit dem Motorrad um die Welt reiste. Mit ihrer Kawasaki durchquerte sie drei Kontinente, daneben war sie als Freelancerin tätig. Ihre Reise wurde im Buch «Une demoiselle sur une moto» festgehalten.

Anne-France Dautheville

Ihr Freiheitsdrang und ihre Selbstständigkeit inspirierten das Label Chloé, sie für die Herbstkollektion 2016 zu seiner Muse zu machen. Der Stil von Dautheville, die in Paris aufgewachsen war, ist typisch französisch: Nonchalant trug sie Streifenshirts, praktische Latzhosen und fliessende Kleider auf dem Motorrad. Der Kontrast zwischen derbem Leder, Blumenprints und abgetragenem Denim machte den Reiz ihres Looks aus.

 

(Bilder: Screenshots via youtube.com)

Der Stil

Latzhose von H&M, Preis rund 18 Franken, Streifenshirt von GAP, Preis rund 30 Franken, Bikerjacke von IRO bei Theoutnet.com, Preis rund 480 Franken, Kleid von Zara, Preis rund 50 Franken, Boots von Zalando.ch, Preis rund 125 Franken, Kopftuch von Gucci bei Net-a-porter.com, Preis rund 355 Franken, Motorrad-Satteltasche von Hepco & Becker, Preis rund 895 Franken, Sonnenbrille von Alexander McQueen bei Net-a-porter.com, Preis rund 318 Franken

Wenn ein unverwechselbarer Stil die eigene Weiblichkeit definiert: Ob Frida Kahlo, Ex-First-Lady Michelle Obama oder Sixties-Ikone Uschi Obermaier – wir zeigen Ihnen die ausdrucksstarken Looks zum Nachstylen.

In der Modegeschichte gab es immer wieder Frauen, die mit ihrem charakteristischen Auftreten einen eigenen Stil kreierten, der ihnen selbst Jahrzehnte später noch zugeordnet werden kann. Doch eine Stil-Ikone zu sein, bedeutet mehr als nur der stilsichere Griff in den Kleiderschrank. Eine Ikone zu sein, heisst auch, zu repräsentieren und eine Haltung zu haben. Bereits bei den alten Griechen, bei denen das Wort eikón für Abbild steht, repräsentierten die Göttinnen und Götter jeweils eine spezifische Position oder Haltung.

Dieses starke Auftreten schafft auch heute noch Ikonen – auch in der Mode. Mode ist Ausdruck von  Individualität – diese Haltung manifestiert sich im eigenen Stil. Auf die sieben Stil-Ikonen in der Galerie trifft genau das zu: Frauen, denen man die Lust an der Mode genauso abnimmt wie ihre Willensstärke, ihre Weiblichkeit und ihr Engagement. Wir zeigen Ihnen die charakteristischen Looks zum Nachstylen von Stil-Ikonen – modischen Frauen, die uns noch heute inspirieren. 

Viviane Stadelmann

Die stellvertretende Online-Leiterin liebt die grenzenlosen Möglichkeiten der digitalen Welt. Sie schreibt besonders gern über Mode, Literatur und Kunst und schwärmt für Schwarzweissfotografie aus vergangenen Zeiten.

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