Heft 03/15

Mode-Shazam: Kleider-Erkennnungs-Apps im Test

Text: Silvia Princigalli

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ASAP54

Das in London basierte Start-up ASAP54 lancierte seine erste Mode-Erkennungs-App bereits im Jahr 2013. Das Prinzip ist ganz einfach: Foto des Outfits machen, Foto so gut wie möglich schneiden und im System angeben, nach welchem Kleidungsstück man sucht.

ASAP54

Zwar erkennt die App, welche Farben gefragt sind, den Hinweis aber welches Kleidungsstück und ob es lang- oder kurzämerlig ist, muss man selbst angeben. Wenn die Suche nicht das bringt, was man sich wünscht, kann man einen ASAP-Stylisten dazu beauftragen, sich weitere fünf Kleidungsstücke suchen zu lassen. Der hat dann 24 Stunden Zeit.
Fazit: Viele tolle Shoppingangebote und Klamotten, aber bestimmt nicht das, was man fotografiert hat. Die App ist kostenlos via iTunes erhältlich.
 

Zalando-Shopping

Der Online-Shopping-Anbieter Zalando wollte nicht warten, bis andere Anbieter seinen Shop in ihre Apps einbinden, sondern integrierte im Herbst 2014 die Erkennungsfunktion in die eigene Shopping-App. Die Nutzer sind begeistert und gaben dem Online-Riesen fast die volle Punktzahl. Kein Wunder, die App ist sehr bedienungsfreundlich. Foto knipsen, Foto zuschneiden, gewünschtes Kleidungsstück anwählen und schon poppen auf dem Bildschirm die Zalando-Produkte in jeder Preisklasse hervor.
Fazit: Das Material ist nicht authentisch, aber an Schnitt und Farbe kommen die Vorschläge nah heran. Die App gibt es kostenlos via iTunes und Google Play.

Picalook

Die App Picalook verspricht Gutes, zumal Shazam-Gründer Daniel Raschke seine Finger mit im Spiel hat. Denn die Shazam-App mit dem Musik-Erkennungsprogramm versteht sich als Pionier in seinem Genre. Bei Kleidern verhält es sich mit der Wiedererkennung aber etwas schwieriger als mit Tönen.
Fazit: Picalook ist weniger bedienungfreundlich als andere Mode-Apps und hat zudem einen kleinen Erkennungswert der fotografierten Looks. Ein Zusatz: Auf Picalook gibt es eine Community, mit welcher man seine Pics und Modeimpressionen teilen kann. Die App ist kostenlos erhältlich via iTunes und Google Play.

INSPO

Die Mode-App INSPO nennt sich selbst «The Shazam for Fashion» und verhält sich auch so. Die App wurde erst gegen Ende 2014 lanciert und scheint die Fehlerchen anderer zu beheben.
 

INSPO

Fazit: Bessere Bedienungsfreundlichkeit als andere Apps und schönes Design. Den Schnitt des gesuchten Stückes muss man der App selbst verraten, die Farbe trifft sie hingegen problemlos. Die App ist kostenlos via iTunes erhältlich.

Lens Color Shopping by Fashionfreax

Die Lens Color Shopping App von Fasionfreax hat eingesehen, dass es schwierig ist, den Schnitt eines Kleidungsstück anhand eines Schnappschusses zu identifizieren, und konzentriert sich deshalb vollends auf die Farbgebung. Denn manchmal finden wir ein Kleid auch einfach nur toll, weil es das perfekte Pink oder Rot hat und wünschen uns dasselbe Stück am eigenen Leib.

Lens Color Shopping by Fashionfreax

Tatsächlich dienen dabei als Vorlage der gesuchten Farbe nicht nur andere Outfits. Auch Orangen können als Fashion-Inspiration dienen. Das modische Segment gibt es auch für Männer.
Fazit: Leider unterscheidet die App bei der T-Shirt-Kategorie nicht zwischen Frauen- und Männermode. Bei der «Kleidchen»-Kategorie ist das Geschlecht jedoch klar und die Auswahl hervorragend. Die App gibt es kostenlos via iTunes.
 

Fashion Thief

Zu den beliebten Mode-Scan-Apps zählt auch Fashion Thief. Zu dieser App-Gründerschaft zählt unter anderem Hollywood-Schauspielerin Kate Bosworth. Die Mode-App, die Fashion-Fieber mit der Leidenschaft zur Fotografie verbinden soll, gibt es leider erst im US-iTunes-Store zum Herunterladen. In der Schweiz brauchen wir deshalb noch ein wenig Geduld.
 

Zahlreiche Unternehmen haben in den letzten Jahren an Kleider-Erkennungs-Apps getüftelt. Wir haben die digitalen «Von-wem-ist-das-Teil»-Helfer mal unter die Lupe genommen.

Als wäre es so einfach. Sie sitzen im Tram und sehen den unverschämt schönen Pullover Ihrer Nachbarin. In Ihrem Kopf hören Sie nur noch: «Wollen-haben-bitte-jetzt-woher-nur?». Nur wenige haben dann den Mut, nach Label oder Kleiderladen des «Wollen-Stücks» zu fragen. Wenn Sie es schaffen, den Pulli gut zu fotografieren mit Ihrem Handy, dann haben Sie eine gute Chance, digital auf den Style zu kommen.

Start-ups und Grossunternehmen haben in den letzten Jahren an diesem Dilemma rumgefeilt und zahlreiche Mode-Apps auf den Markt gebracht, die den Style der Nachbarin nun direkt im Onlineshop anzeigen soll. Die grosse Frage, die sich dabei stellt: Funktioniert das? Und dann ist auch noch der soziale Aspekt, den unsere ehemalige Lifestyle-Redaktorin Christina Duss bereits im Zusammenhang mit der App Picalook besprochen hatte: Wohin führt das Ganze und bedeutet die Copy-Paste-Mode per Knopfdruck dann das Ende der Exklusivität von Outfits? Und: Möchte man denn auf der Strasse einfach von wildfremden Leuten fotografiert werden?

Um sich einen Überblick zu verschaffen, haben wir eine Auswahl der Kleiderscanner für Sie getestet. Klicken Sie sich durch die Bildstrecke und sehen Sie, welche Mode-Erkennungs-Apps überhaupt etwas taugen.

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