Outfit-Check

Die Tops und Flops vom Oscar-Teppich

Text: Jacqueline Krause-Blouin, Julia Heim, Kerstin Hasse; Fotos: GettyImages und Christopher Kuhn

Die Tops und Flops vom Oscar-Teppich 2018
Die Tops und Flops vom Oscar-Teppich 2018
Die Tops und Flops vom Oscar-Teppich 2018
Die Tops und Flops vom Oscar-Teppich 2018
Die Tops und Flops vom Oscar-Teppich 2018
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Die Tops und Flops vom Oscar-Teppich 2018
Die Tops und Flops vom Oscar-Teppich 2018
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Allison Janney in Reem Acra

Jacqueline Krause-Blouin: «Ein Kleid für Siegerinnen! Hat hier irgendjemand gesagt, dass man mit 58 keine Ausschnitte oder körperbetonten Schnitte mehr tragen kann? Ich liebe die dramatischen Ärmel, und ich liebe Frauen, die den roten Teppich respektieren und sich entsprechend kleiden. Punktabzug gibt es nur für die Clutch, die farblich nicht ganz passte. Der Oscar ist sowieso das bessere Accessoire.»

 

Julia Heim: «Genau so sollte jemand aussehen, der einen Oscar in der Hand hält: mondän und strahlend!»

 

Kerstin Hasse: «Allison Janney sieht aus wie eine Gewinnerin in ihrem roten Kleid, und das ist auch richtig so, schliesslich hat sie den Preis für die beste Nebendarstellerin abgeräumt. Der Schnitt überzeugt mich aber nicht wirklich. Solid, aber nicht atemberaubend.»

Allison Williams in Armani Privé

Jacqueline Krause-Blouin: «Bravo, Allison! Definitiv in meinen Top 5 ist dieser Look aus dem Armani-Archiv – das Kleid, das so nach Old Hollywood aussieht, ist von 2013. Ungewöhnliche Wahl für eine ungewöhnliche Frau – nur im allerbesten Sinn!»

 

Julia Heim: «Verstehen Sie mich nicht falsch, ich liebe das Kleid von Armani Privé. Aber die zarte Farbe, das filigrane Muster, die feine Textur – das alles lässt die Schauspielerin für meinen Geschmack etwas zu brav aussehen.»

 

Kerstin Hasse: «Ich denke, die 90. Oscars werden als Märchen-Oscars in die Geschichte eingehen. Eines von mehreren elfenhaften Outfits des Abends. Sehr schön, sehr elegant. Und in Sachen Frisur genau das, was Gal Gadot nicht hinbekommen hat.»

Eiza Gonzalez in Ralph Lauren Collection

Jacqueline Krause-Blouin: «Gelb ist gut, aber bitte einen warmen Ton aussuchen. Und vielleicht auch keinen Badeanzugstoff dazu. Kennen Sie noch die Venga-Boys? Die würden Eiza Gonzalez bestimmt liebend gern aufnehmen.»

 

Julia Heim: «Eric Prydz hat angerufen und möchte sein Aerobic-Outfit zurück.»

 

Kerstin Hasse: «Mut zur Farbe, das unterstütze ich, aber Eiza Gonzalez sieht aus, als käme sie grad vom Strand. Das Kleid sieht mir zu sehr nach Badeanzug aus, es ist zu sportlich und vor allem: VIEL zu gelb.»

Emily Blunt in Schiaparelli Couture

Jacqueline Krause-Blouin: «Ein Hoch auf den Tüllkragen und diese viktorianisch-inspirierte Tüllrobe von Schiaparelli. Emily, ich glaube, ich bin verliebt! Und was ist das überhaupt für eine Farbe? Erblasstes Tiffany-Blau? Entenei? Jedenfalls: ein hocherfreutes Quak!»

 

Julia Heim: «Noch ein wenig unentschlossen wegen der Ärmelchen. Das erinnert dann doch an eine Offiziersuniform. Aber die elfenhafte Textur, der zarte Farbton – das kann schon was.»

 

Kerstin Hasse: «Noch mehr Märchenzauber! Ich liebe Emily Blunt und bin erleichtert, dass sie so zauberhaft aussieht. Für mich die schönste Frau des Abends.»

Gal Gadot in Givenchy

Jacqueline Krause-Blouin: «Kennen Sie den Ausdruck «She looks like a million Bucks»? Sie sieht sehr sehr teuer aus. Und fantastisch. Und Miss Gal Gadot ist ein tolles Beispiel dafür, wie man Schmuck richtig stylt. Superwoman halt.»

 

Julia Heim: «Hell yes! Da ruft alles in mir: Party like Gatsby!»

 

Kerstin Hasse: «Sehr Hollywood! Sieht nach Roaring Twenties aus, sehr schön! Was mir gar nicht gefällt, ist die lieblose Frisur, eine schöne Wasserwelle hätte den Glamour-Look perfekt gemacht.»

Emma Stone in Louis Vuitton

Jacqueline Krause-Blouin: «Emma Stone all the Way! Ich bin ein grosser Fan des Blazers und mag, dass sie die Hosen anhat. Nur stimmt damit irgend etwas nicht. Die Farbe, der Schnitt – ich hätte lieber eine seidige Marlene-Hose in den Farben des Blazers gesehen.»

 

Julia Heim: «So, und genau so möchte ich an die nächste Party. Besonders in die pinke Schärpe habe ich mich schockverliebt!»

 

Kerstin Hasse: «Oben absolut top! Ich liebe den Blazer, die Farbkombination, den Longbob. Aber unten? Der Farbunterschied zum Blazer ist zu gross, der Schnitt unspektakulär. Ich hätte eine weite Hose schöner gefunden. Sieht mir zu sehr nach Büro-Outfit aus. Emma kann das besser, das weiss ich.»

Jane Fonda in Balmain

Jacqueline Krause-Blouin: «Work it, Jane! Die Frau hat mehr Power als die ganzen jungen Mädels in ihren Naked Dresses zusammen. Ich muss hier mal eines klarstellen: Jane Fonda sieht fantastisch aus. Und zwar nicht für ihr Alter. Nein, einfach fantastisch.»

 

Julia Heim: «Diese Frau haut mich um, immer und immer wieder! Sexappeal kann man eben auch von der reifen Garde lernen. Ich verneige mich vor 80 Jahren Hollywood-Glamour!»

 

KerstIn Hasse: «Im Gesicht der wunderbaren Jane Fonda tut sich leider nicht mehr ganz so viel, aber das ist halt Hollywood. Das Kleid ist wunderschön und sehr weiblich, der Time's-up-Pin ein kleines, aber feines politisches Statement. Bravo! 80 und unglaublich!!!»

Jennifer Lawrence in Dior

Jacqueline Krause-Blouin: «Wartet, hat da ein Kreppeisen sein Unwesen getrieben, oder ist das eine schlappe Dauerwelle? Das Kleid ist mir zu eng, zu glitzerig und irgendwie zu Donna Summer. Einen ähnlichen Look – in gut – kann man bei Gal Gadot abgucken.»

 

Julia Heim: «Ein Glitzerunfall, bei dem ich gar nicht hinsehen will. Vor allem, weil mir die Roben von Jennifer Lawrence sonst immer sehr gefallen. Wenn man nur mal an ihren Auftritt in Dior 2013 zurückdenkt. Stolpernd, aber wunderschön.»

 

Kerstin Hasse: «Ich mag ihre Mähne, die trägt sie ja schon seit ein paar Wochen so, sieht nach Carrie Bradshaw und ein bisschen undone aus. Find ich gut, mal zur Abwechslung auf dem roten Teppich. Trotzdem gibts von mir ein Nein zum Outfit. Das Kleid ist zu eng und die komischen Abnäher lassen die ganze Robe unförmig aussehen. Schade.»

Lindsey Vonn in Jeff Kim

Jacqueline Krause-Blouin: «Glamour ist gut, Kontrolle ist besser und mehr war noch nie mehr. Es ist einfach zu viel von allem bei der Olympionikin: Glitzer, Rüschen, Fransen, Netzoptik und das alles auch noch im körperbetonten Mermaid-Stil. Dazu Uhr und opulenter Schmuck. Ich bin erschlagen. Übrigens hat Vonn in letzter Minute selbst ihre Ärmel abgeschnitten. Man siehts.»

 

Julia Heim: «Too much! Aber sie trägt es mit einer solchen Grazie, dass ich mich von der Reizüberflutung schnell wieder erholen kann.»

 

Kerstin Hasse: «Auch dieses Outfit fällt in die Kategorie «zu viel von Allem». Der üppige Halsschmuck liegt auf dem Kragen, das sieht sehr unschön aus. Dazu Federn und Netz und Spitze und Glitzer. Um es wie ein österreichischer Ski-Kommentator zu sagen: Das geht sich nicht aus, Lindsay.»

Margot Robbie in Chanel

Jacqueline Krause-Blouin: «Ein Ex-Calvin-Girl in Chanel – eine unerwartete Wahl. Obwohl nicht ganz so unerwartet, da Robbie kürzlich zur Botschafterin der Marke erkoren wurde. Ich bin sonst kein glühender Fan des Labels, Miss Robbies Look ist aber einer meiner Favoriten dieses Jahr. Fantastische Silhouette, liebevolle Details. Mir gefällt, dass sie ihr Schlüsselbein betont – den wohl meist unterschätzten Knochen Hollywoods!»

 

Julia Heim: «Je länger ich mir das Outfit ansehe, desto weniger verstehe ich diese Bordüre am Dekolleté.»

 

Kerstin Hasse: «Der Abräumer der Oscars ist der Fantasyfilm «The Shape of Water», ein Sci-Fi-Märchen. Dazu passt das Outfit von Margot Robbie, sie sieht aus wie eine Prinzessin, vor allem mit dem gläsernen Fläschchen-Täschchen. Schön!»

Lupita Nyong'o in Atelier Versace

Jacqueline Krause-Blouin: «Läuft bei Donatella! Sehr viel Versace auf dem roten Teppich. Die Schauspielerin strahlt, wunderbar auch die Haare im traditionellen Hairstyle aus Ruanda. Das Kleid funktioniert allerdings auch wirklich nur an einer Göttin wie Lupita Nyong'o.»

 

Julia Heim: «Für manche ein Göttinnenkleid, für mich mehr Star Wars. Aber auch das muss ja nicht zwangsläufig schlecht sein.»

 

Kerstin Hasse: «Eigentlich gefällt mir das Kleid so mittelgut, aber die Art, wie es Lupita inszeniert, überzeugt. Die goldenen Details in den Haaren finde ich besonders schön. Von dem Anblick kann man sich kaum lösen.»

Nicole Kidman in Armani Privé

Jacqueline Krause-Blouin: «Erst dachte ich: «Oh Gott! Sie sieht aus wie Jessica Rabbit!» Die Schleife finde ich aber immer interessanter, je länger ich sie betrachte. Der Schnitt ist perfekt, ist ja auch Armani Privé. Das Blau gefällt mir auch. Trotzdem: gemischte Gefühle.»

 

Julia Heim: «Bei diesem Outfit dachte ich sofort an den Cyborg, den Nicole Kidman 2004 in «The Stepford Wives» spielte. Viel zu steif!»

 

Kerstin Hasse: «Ich bin nicht Fan davon, wenn Kleider Frauen aussehen lassen, als wären sie grad in der Weihnachtsabteilung am Päcklitisch eingewickelt worden. Die Farbe find ich toll, die grosse Masche und der Herzförmige Ausschnitt gefallen mir gar nicht.»

Mary J. Blige in Atelier Versace

Jacqueline Krause-Blouin: «Das Kleid kann nichts dafür, dass Mary J. Blige Bock auf einen Elfenmoment hatte. Ihr linker Ärmel hat auch ein Problem.»

 

Julia Heim: «Ein Brautkleid? Eine laszive Cinderella? Ich bin verwirrt!»

 

Kerstin Hasse: «Mit Tattoos ist es halt so eine Sache. Sie sehen bei so einer Robe einfach extrem deplatziert aus. Dazu die Föhnwelle. Sorry, Mary, das war nix.»

Salma Hayek in Gucci

Jacqueline Krause-Blouin: «Klar, dass sie Gucci trägt, der Brand gehört ja auch ihrem steinreichen Mann. Ich bin eigentlich eine Gucci-Jüngerin, aber wenn ich mir Salma Hayek so ansehe, sollte ich mir das vielleicht noch einmal überlegen. Ich finde das Kleid katastrophal. Und habe ich erwähnt, dass ihr Look vier Millionen Dollar wert ist? Wie viele gute Stylisten man mit dem Geld anheuern könnte!»

 

Julia Heim: «Ich möchte lieber nichts dazu sagen, sonst wird mir wieder übel.»

 

Kerstin Hasse: «Auweia. Das ist zu viel. Pailletten. Glitzer. Rosa. Und auch noch Rüschen! Das Kleid ist mir auch viel zu mädchenhaft für eine Frau wie Hayek. Eine kleine Guccistrophe.»

Tiffany Haddish in einem traditionell eritreischen Kleid

Jacqueline Krause-Blouin: «Toll, dass Tiffany Haddish ein traditionelles Prinzessinengewand aus ihrem Heimatland Eritrea trägt – das hatte sie so ihrem kürzlich verstorbenen Vater versprochen. Ich habe eine Schwäche für gute Geschichten. Andererseits sollte ein Kleid immer auch ohne die dazugehörige Story funktionieren.»

 

Julia Heim: «Wenn man sich (auch bei offiziellen Anlässen) auf seine Wurzeln besinnt, gefällt mir das. Wenn man damit einem geliebten Menschen einen Wunsch erfüllen kann, dann noch mehr.»

 

Kerstin Hasse: «Ich habe gelesen, dass sie das Kleid getragen hat, um ihren verstorbenen Vater zu ehren. Eine schöne Geste, die man gar nicht weiter kommentieren muss.»

Whoopie Goldberg in Christian Siriano

Jacqueline Krause-Blouin: «Ehm, was könnte ich Positives sagen? «Sister Act» Teil 1 bis 43 waren echt witzig!»

 

Julia Heim: «Bitte Whoopie, komm wieder zu uns zurück!»

 

Kerstin Hasse: «Tut mir Leid, Whoopie, aber das Kleid passt einfach nicht. Die komischen Taftdrapierungen lassen deinen Oberkörper so wuchtig aussehen und dazu – wie schon bei Mary – dein riesiges Tattoo auf der Schulter, das irgendwie stört.»

Zendaya in Giambattista Valli

Jacqueline Krause-Blouin: «Ich spüre, wenn ich Zeugin eines Fashionmoments werde. An diese asymmetrische Robe wird man sich noch lang erinnern. Und der unglaubliche Farbton ist mindestens zur Hälfte dafür verantwortlich.»

 

Julia Heim: «Elegant zum Sleek Dutt kombiniert, luftig, sexy. Ich war begeistert – ein Traum von Giambattista Valli.»

 

Kerstin Hasse: «Die Farbe finde ich fantastisch, die Raffungen sind auch schön, aber sie erinnern auch ein bisschen an die JLo der Nullerjahre. Viele Promis sehen verkleidet aus in üppigen Roben, aber Zendaya sieht aus wie Zendaya – und das gefällt mir.»

Prinzessinnentraum oder Badeanzug-Horror – wir haben die Outfits der Stars auf dem roten Teppich genauer unter die Lupe genommen. So viel sei verraten: Nicht alle Damen hätten einen Oscar für ihre Kleiderwahl verdient. 

Die 90. Academy Awards sind in der Nacht auf heute in Los Angeles über die Bühne gegangen. Der grosse Gewinner des Abends heisst «The Shape of Water», der Fantasyfilm räumte gleich vier Oscars ab, unter anderem in den wichtigen Kategorien «Bester Film» und «Beste Regie». Märchenhafte Szenen spielen sich aber nicht nur auf der Leinwand, sondern auch auf dem roten Teppich ab: Manch eine Schauspielerin konnte uns mit ihrer zauberhaften Robe begeistern. Dennoch gab es auch ein paar Fehlgriffe – die, wenn wir ehrlich sind, als Outfit-Jury natürlich besonders Spass machen. 

Die Tops und Flops unserer stv. Chefredaktorin Jacqueline Krause-Blouin, Onlinechefin Julia Heim und Redaktorin Kerstin Hasse sehen Sie in der Galerie. 

Kerstin Hasse

Die Online-Reporterin interessiert sich für die Fragen, die sich ihre Generation gerade stellt. Sie schreibt über Politik und Popkultur, über Feminismus und Gleichstellung, über Beziehungen und – typisch Millennial – manchmal auch über sich selbst.

Alle Beiträge von Kerstin Hasse

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