Über den Wolken

Fluguniformen zum Abheben

Flugbegleiterinnen und ihre Uniformen – eine modische Sphäre für sich. Wir haben die aussergewöhnlichsten Looks der Fluggeschichte gesammelt und mit der Designerin der neuen Edelweiss-Outfits gesprochen. 

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Das Türkis und das Weiss erinnern an Klinikpersonal: Die Korean-Airlines-Uniform in der 1. Klasse aus dem Jahr 2005, designt von Gianfranco Ferré

 

(Credit: Korean Airlines)

Die neuen Uniformen von Edelweiss mit Designerin Alexandra Pfister von Asandri

 

(Credit: Edelweiss)

Die Air-Canadian-Rouge-Uniformen sollen bei jungem Publikum gut ankommen

 

(Credit: Uniform Group / Air Canada)

Weisse Stiefel, Minijupes – mehr Sixties geht kaum! Diese Fluguniformen trugen die Stewardessen von 1959-1975 bei der neuseeländischen Airline NAC (National Airways Corporation)

(Credit: New Zealand Archives)

Darauf folgte bei NAC 1975 diese verrückte Kombination, die perfekt zu den wilden Siebzigern passte


(Credit: New Zealand Archives)

Die farbenfrohen Muster tragen seine deutliche Handschrift: Pucci designte die Uniformen von 1974 für Quantas Airlines

 

(Credit: Quantas Heritage)

 

Auch hier lässt sich der Designer erahnen: Charakteristisches Blau, 80er-Schultern – Yves Saint Laurent für Quantas

 

(Credit: Quantas Heritage)

«Mut zur Farbe!», schien sich Delta Airlines in den Siebzigern zu denken und mixte gleich drei grelle Farbtöne miteinander 

 

(Credit: Delta Air Transport Heritage Museum)

Auch Mitte der Seventies waren die Jupes bei Delta knapp und die Outfits farbig 

(Credit: Delta Air Transport Heritage Museum)

Stilvoll in der Luft war man mit Air France im Jahre 1969: Cristóbal Balenciaga entwarf die Looks der Stewardessen 

 

(Credit: SFO Museum / Air France Museum)

Woher hier die Inspiration kam, dürfte klar sein: Lufthansa setzt bereits im Flieger auf Oktoberfest-Stimmung

 

(Credit: Lufthansa)

Die Uniform von Thai Air gilt als eine der schönsten, designt von Pichitra Boonyarataphan. Sie gewann im Jahr 20015 den Design-Wettbewerb der Airline

 

(Credit: Thai Airways)

Die Uniform von Scandinavian Airlines bis vor kurzem: Nordisch schlicht oder eher unförmig?


(Credit: SAS Group)

Jedenfalls darf sich die Cabin Crew von SAS mittlerweile freuen: Die neuen Uniformen aus dem Jahr 2016 sind tatsächlich cool mit dem Kobaltblau, dem Latzkleid und dem Shirt 

 

(Credit: SAS Group)

Auch hier war ein Meister am Werk: Zac Posen designte die neuen eleganten Uniformen von Delta Airways. (Bei der Schürze scheiden sich wohl die Geister)

 

(Credit: Delta Airways)

Ganz verrückt ist diese brandneue Kooperation von Easy Jet und Cute Circuit: Die Uniformen sind mit LED-Lichtern versehen

 

(Credit: Nathan Gallagher / Easy Jet)

... in Aktion

 

(Credit: Nathan Gallagher / Easy Jet)

Haben Sie sich im Flugzeug auch schon gefragt, wer eigentlich diese Uniformen designt? Wir haben uns die Mode der Fluggeschichte angesehen und präsentieren Ihnen die Spitzenreiter  – von ausgefallen bis aussergewöhnlich chic. 

«Von Schweizer Trachten inspiriert»

Zudem haben wir mit der Designerin Alexandra Pfister vom Zürcher Label Asandri gesprochen, die gerade die neusten Edelweiss-Uniformen kreiert hat. Sie erklärt, worauf man achten muss beim Entwerfen der Arbeitskleidung und bei welchem Fashion-Fauxpas sich bei ihr im Flieger die Haare sträuben.

annabelle: Alexandra Pfister, worauf muss man achten, wenn man eine Uniform entwirft?
Alexandra Pfister: Man muss viele verschiedene Kriterien unter einen Hut bringen. Ich habe mich eingehend mit den Bewegungsabläufen und Anforderungen der Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter befasst. Beispielsweise müssen sie die Handgepäcksablagen häufig schliessen – dabei strecken sie sich unnatürlich stark. Das heisst für mich als Designerin, dass ich das Armloch des Jackets anders kreieren muss. Sonst verrutscht alles, und der Komfort ist nicht gegeben. 

Wie lange soll eine Uniform erhalten bleiben?
Die meisten Uniformen sollten fünf bis zehn Jahre halten. Das ist eine lange Zeit. Die Materialien müssen dafür speziell ausgewählt werden. Für die Edelweiss habe ich mit strapazierfähigem Wolloden gearbeitet, der auch bei Militäruniformen verwendet wird. Und bei den Blusen ist es natürlich wichtig, dass man natürliche Materialien wie Baumwolle verwendet, in denen man nicht schwitzt oder unangenehm riecht.

Wie viel Spielraum bleibt dem Designer und was davon ist Vorgabe der Fluggesellschaft?
Das ist nicht leicht abzuschätzen. Am Schluss bleiben mir vielleicht 30 Prozent, über die ich nach Rücksprache entscheiden kann. Der Fluggesellschaft ist es natürlich sehr wichtig, ihr Corporate Design einzubringen. Dazu gibt es ein Uniformen-Reglement, in dem viele Dinge wie die Länge oder die Pflege verankert sind.

Was waren die konkreten Überlegungen bei der aktuellen Edelweiss-Uniform?
Bei dieser Uniform war eine der Vorgaben, dass der Look eine rote Jacke beinhalten muss. Zudem wollte Edelweiss ihre Swissness, dieses Heimatgefühl der Schweiz, vermitteln. Statt einen businessartigen Blazer zu designen, liess ich mich für das Jacket von Schweizer Trachten inspirieren, wie man beim Stehkragen und dem Foulard sehen kann. 

Bei welchem modischen No-Go können Sie im Flugzeug nicht wegsehen?
Ich mag eine klassische Länge der Jupes, die knapp unter dem Knie endet. Das ist für die meisten Figuren vorteilhafter als ein Minijupe. Leider gibt es aber viele Flugbegleiterinnen, die meinen, je mehr nacktes Bein zu sehen ist, desto besser. Dann krempeln sie den Jupe am Bund um oder versuchen, ihn sonst irgendwie zu kürzen. Für die Länge wäre ich auf die Barrikaden gegangen, wenn mir die Angaben der Airline widersprochen hätten!

Redaktion: Viviane Stadelmann

Viviane Stadelmann

Die stellvertretende Online-Leiterin liebt die grenzenlosen Möglichkeiten der digitalen Welt. Sie schreibt besonders gern über Mode, Literatur und Kunst und schwärmt für Schwarzweissfotografie aus vergangenen Zeiten.

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