Noémi Schwaller

Noémie Schwaller und ihr Magazin «Dash»: Start-up aus dem Pub

Redaktion: Christina Duss
 

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Erscheint jeweils zur Fashion Week: "Dash" – hier die Erstausgabe (Foto: Ryan Lanji)

«Wichtig ist, dass die Leute dich kennen. Man muss zu Events gehen, sich vernetzen»: Noémie Schwaller (Foto: Joschi Herczeg)

«Dash» – die Vernissage: Londons Szene-People liess sich nicht zweimal bitten (Foto: Ryan Lanji)

Eine Zürcherin startet in London durch: Noémie Schwaller über ihr Magazin «Dash» und ihr Ziel – Jil Sander als Inserentin.

«Eigentlich war es als Abschlussarbeit gedacht: ‹Dash›, ein Magazin für Fashion-, Kunst- und Designinteressierte, mit einer eigenen visuellen Sprache: Wir brauchen vor allem Illustration. Wollten wegkommen von den ewig gleichen Presse- und Produktebildern. Warum ein Magazin in Webzeiten? Print wird nie sterben. Es wird immer wieder Leute geben, die lieber ein Magazin als einen Blog lesen. Die meisten mögen die Illustrationen, die Haptik, sogar den Geruch.

15 Monate England waren geplant: Hingehen, Master of Arts in Fashion Journalism am London College of Fashion machen, zurück nach Zürich. Daraus sind zwei Jahre geworden. In London ist mir bewusst geworden, wie schwierig es für junge Kreative ist. Am wichtigsten ist es, dass die Leute dich kennen. Daran muss man einfach arbeiten, zu Events gehen, sich vernetzen. Mittlerweile fragen Illustratoren, Fotografen und Journalisten von sich aus, ob sie beim Magazin was beitragen können.

Zum Schreiben komme ich bei der ganzen administrativen Arbeit erst so ab zehn Uhr abends. Ich bin ehrgeizig. Nur wenn jedes einzelne Mail ein Kraftaufwand wird, nehme ich einen halben Tag frei, treibe Sport, treffe Freunde. Aber bei einem Start-up ist es doch so: Wenn du es nicht machst, tut es niemand.

Seit ich in England wohne, vermisse ich die Schweiz unglaublich. Alles. Ausser die Preise fürs Essen. Aber ‹Dash› ist im Moment nur in London möglich: Kleider für Shootings, Launches, Partys, die Fashion Week. Ich lebe in einer Dreier-WG im Londoner Stadtteil Dalston. Da passiert gerade das, was in Shoreditch geschehen ist: Zuerst kommen die Kreativen, dann der ganze Rest. Und jetzt schiesst alle zwei Wochen ein neues Café aus dem Boden, bald kommt der erste Starbucks – leider. ‹Dash› ist in meinem Zimmer entstanden. Oder nachts im Pub.

Was mit dem Magazin passieren soll? Sagen wir mal so: Wenn Jil Sander Werbeplatz kauft, dann bin ich dort, wo ich hin will. Seit einigen Wochen haben wir – eine Grafikdesignerin, ein Features Editor und ich – unser eigenes Büro. Und einen Praktikanten. Er löchert mich mit Fragen. Dabei merke ich gerade, wie viel ich im letzten Jahr gelernt habe. Nicht nur, dass ich viele Kontakte geknüpft habe. Ich weiss Bescheid über Copyrights, Bildbeschaffung, Kommunikation, Kalkulation, Distribution. It’s all learning by doing.»

Die Zürcherin Noémie Schwaller (31) hat in der Schweiz Style & Design studiert. Für das Konzept von «Dash», ihr Master-of-Arts-Projekt am London College of Fashion, bekam sie die Auszeichnung Best MA Fashion Journalism. Gerade hat sie den mit 10 000 Pfund dotierten Deutsche Bank Award gewonnen.

In der nächsten, zweiten Ausgabe von «Dash» gehts um The Architecture of Fashion. «Dash» gibts in Zürich bei: Times Concept Store, Grieder Concept Store, Hochparterre Bücher, Lux Plus, Making Things, Museum Bellerive, Einzigart, Sec 52, Sixpack, Street-Files. Ab September ist «Dash» an Schweizer Kiosken erhältlich.

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