Sommerromanze

Postkarte aus Alicante

Redaktion: Kerstin Hasse

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Blick auf die Burg

Von der Dachterasse des Hotels Hospes Amérigo hat man einen schönen Ausblick auf das Castillo Santa Bárbara. 

Crispy Calamares

Im Restaurant Monastrell werden Crujiente de Calamares zum Aperitif gereicht. Die Calamares-Knusperli sind mit Tintenstaub der Tintenfische bepudert. Klingt nicht nur fancy, sondern schmeckt auch noch lecker. 

Die Qual der Wahl

Ebenfalls zum Aperitif reicht das Restaurant Monastrell drei Olivenöle aus verschiedenen Regionen. Mit einer Pipette kann das Öl auf hausgemachtem Brot degustiert werden. 

Ein voller Tisch im Restaurant Nou Manolin

Tapas geben beim Essen ein herrliches Gefühl des Beisammenseins. Platten und Schüsselchen werden weitergereicht, Empfehlungen weitergegeben, man isst zusammen und nicht nur vom eigenen Teller. Wunderbar!

Schmeckt besser als es aussieht

Das Thunfischfilet im Monastrell wird auf einem Salzkristall gereicht. Je länger man den Fisch auf dem Stein lässt, desto salziger wird er. Also schnell verputzen!

Hier ist der Sommer zuhause

Die Alicantiner betonen gerne, dass der Sommer hier nicht nur einen oder zwei Monate zu Besuch ist, sondern von April bis Oktober andauert. 

Zimmer mit viel Platz

Die Zimmer des Hotels Hospes Amèrigo bieten bequeme Betten und einen grosszügigen Grundriss – man hat also garantiert genügend Platz fürs Gepäck. 

Am Meer ist es schön!

Der Strand an der Hafenstadt lädt zum Schwimmen ein – und das schon Mitte Mai. Hoch über den architektonisch eher bescheidenen Bauten thront die Burg Castillo Santa Bárbara. 

Flanieren unter Palmen

Die Explanada de España besteht aus 6.5 Millionen Marmorsteinchen. Die Promenade ist leider nicht nur von Palmen gesäumt, sondern auch von ein paar Fast-Food-Läden. Aber dennoch lässt es sich hier am Abend wunderbar flanieren. 

Gute Nacht, Alicante

Die Skyline von Alicante ist nicht spektakulär. Die Hafenstadt ist aber dennoch charmant, vor allem wenn man abends am Strand sitzt. 

Absacker unter freiem Himmel

Der Innenhof des Hotels Hospés Amerigo lädt auch am Abend noch zum Verweilen ein. Die Spanier sind beim Einschenken von Cocktails übrigens grosszügig – so einen üppigen Gin Tonic hat Junior Editor Kerstin Hasse selten erhalten. Gut zu wissen: Shots heissen auf Spanisch «Chupitos»! 

Sommer-Selfie

Junior Editor Kerstin Hasse hat in Alicante den Sommer genossen und gut gegessen. Was will man mehr?

Barcelona, Madrid oder Valencia sind bei Touristen für Städtetrips bekannt und beliebt. Junior Editor Kerstin Hasse hat sich jedoch nicht in Madrid erholt, sondern ist 45 Minuten weitergeflogen – bis nach Alicante. Einer kleinen Küstenstadt mit grossem kulinarischem Potenzial.

Der Chauffeur unseres Taxis nennt uns während der Fahrt vom Flughafen nach Alicante den einfachen, aber überzeugenden Grund, weshalb er nach fünf Jahren seinen Job im aufregenden London hinter sich liess, um in seine Heimatstadt zurückzukehren und sich mit einem Fahrdienst selbstständig zu machen: Die Sonne! Nach all den Jahren Nieselregen in der britischen Hauptstadt schmerzte das Heimweh nach schönem Wetter zu sehr. «Hier haben wir nicht zwei Monate Sommer, wir haben nicht vier Monate Sommer, wir haben sieben Monate Sommer!», erklärt er euphorisch.

Der Sommer in der Schweiz ist momentan kein zuverlässiger Freund, also fällt es uns nicht schwer, die verregnete Heimat hinter uns zu lassen und uns auf eine kurze Sommerromanze mit Alicante einzulassen.

Alicante ist keine Kulturstadt wie Barcelona und auch keine pulsierende Hauptstadt wie Madrid. Alicante ist übersichtlich, unaufgeregt. Die Skyline der Hafenstadt ist nicht atemberaubend, viel Sightseeing gibt es auch nicht – wobei das eigentlich als Pluspunkt gelten müsste. Die Bars am Strand sind ein bisschen billig hergerichtet, mit Plastikstühlen und Kunstrasen, und die Promenade Explanada de España wird nicht nur von Palmen, sondern auch von Fast-Food-Ketten umrahmt. Aber wenn man am Abend auf der Dachterrasse des Restaurants Monastrell steht (vollgegessen und glücklich) und über den Hafen blickt, weiss man: Alicante hat Charme.

Tipps

Übernachten

Das Hotel Hospes Amérigo ist ein ehemaliges Dominikanerkloster aus dem 19. Jahrhundert und liegt im Zentrum von Alicante, nur wenige Minuten vom Strand und der Promenade Explanada de España entfernt. Die 81 Zimmer sind grosszügig und hell eingerichtet. Ein üppiges Frühstücksbuffet bietet neben Eiern, Speck, Brot und Müsli auch leckere spanische Spezialitäten wie Jamón ibérico und in Olivenöl eingelegte Tomaten. Wer am Abend noch einen Absacker geniessen will, kann das gut im Innenhof des Hotels oder auf der Dachterrasse tun. Auf der hat es auch einen verglasten Pool, sodass man auch im Wasser noch die Aussicht auf die Burg Castillo de Santa Bárbara geniessen kann.
– Rafael Altamira 7, 03002 Alicante, Spanien, DZ ab ca. 160 Franken pro Nacht Hospes.com

Essen

Nou Manolin Restaurant
Unser Tisch füllt sich nach und nach mit immer mehr Tapas. Jamón ibérico, Pan con Tomate, Calamares, Albondigas, Patatas Bravas … Wir sitzen und essen und trinken und essen und verlassen irgendwann nach Mitternacht das Restaurant – satt und zufrieden.
– Calle Villegas, 3, 03001 Alicante, noumanolin.com

Monastrell Restaurant
María José San Román hat 2013 einen Michelin-Stern für ihre Arbeit im Restaurant Monastrell erhalten – und nach einem Besuch weiss man auch, weshalb. Sie setzt klassische Elemente der spanischen Küche – wie etwa Safran oder Öl – spielerisch ein. Zum Aperò geniessen wir Sangria – ein Getränk, dessen Image mir dank deutscher Touristen, Strohalmen und Ballermann für immer zerstört schien. Was uns aber da eingeschenkt wird, hat nichts mit billig angerührter Wein-Limo zu tun: Frische Beeren, Rosmarin, ein Hauch von Orange, dazu wird hausgemachtes Brot gereicht mit drei verschiedenen Sorten Olivenöl und Calamare-Knusperli, die mit dem Staub der Tintenfisch-Tinte bestreut wurden. Ausgezeichnet! Wir zeigen uns ausserdem beeindruckt von dem Thunfischfilet, das uns auf einem Salzkristall serviert wird, von den perfekt abgeschmeckten Reisgerichten und der zarten Rindschulter – garniert mit einer Emulsion von Austern-Blättern. Zum Dessert gibt es Safran-Eis und ein Safran-Meringue mit kaltem Herz – unser Herz hingegen ist ganz warm nach diesem tollen Essen. Alicante schmeckt, so viel ist klar.
– Julio Guillén Tato, 1, 03001 Alicante, monastrell.com

Strand

Das Zentrum von Alicante ist übersichtlich und eigentlich ist der Strand nie richtig weit weg. Man sollte auch bei jedem Shopping-Ausflug den Bikini griffbereit in der Tasche haben.

Sehenswürdigkeiten

Die Promenade Explanada de España besteht aus 6.5 Millionen Marmorsteinchen, und auf diesen lässt es sich prächtig flanieren. Am Abend sitzen hier viele Touristen und einige Alicantiner zusammen und geniessen die warmen Sommernächte. Diese Promenade ist so etwas wie die Ramblas von Barcelona – wer also das ursprüngliche Alicante sucht, sollte ein bisschen mehr ins Zentrum vordringen und in einem der vielen Gässchen den Aperò geniessen. Von der Burg Castillo Santa Bárbara hat man einen schönen Überblick über Alicante, den Hafen und das Meer. Auf dem Weg dorthin sollte man das Viertel Santa Cruz besuchen, das für seine farbenfrohen Häuser und romantischen, engen Gassen bekannt ist.

Don’t do it

Der Badeort Benidorm liegt nicht weit entfernt von Alicante und ist berühmt für sein Party-Angebot. Benidorm ist also quasi das Lloret de Mar von Valencia. Die Spanier witzeln gerne, dass Benidorm nicht mehr zu Spanien gehört, sondern längst zu England, weil so viele britische Touristen in dem Badeort feiern und sich zu schlechter Musik betrinken. Wer sich unbeliebt machen will, schwärmt von Benidorm, wer hingegen Pluspunkte sammeln möchte, rümpft bei entsprechender Gesprächssituation die Nase. «Benidorm? Pah.»

Good to know

Auf vielen Strassenschildern und Anzeigen heisst die Hafenstadt nicht Alicante, sondern Alacant. Zudem sind viele Strassen und Restaurants auf Katalanisch angeschrieben. Das hat seinen Grund: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde in Alicante noch überwiegend Katalanisch gesprochen. Während der Franco-Diktatur wurde die Sprache jedoch verboten, die Stadt durfte über Jahrzehnte hinweg nur Alicante genannt werden, als Zeichen der Unterdrückung der Katalanischen Kultur durch Franco. In den letzten Jahren hat die Regionalregierung von Valencia sich sehr dafür eingesetzt, dass Katalanisch wieder mehr gesprochen und als Kulturgut gefördert wird. Sowohl Spanisch als auch Katalanisch sind heute Amtssprachen und auch der Name Alacant ist wieder amtlich – was die Alicantiner auch gerne zeigen.

Kerstin Hasse

Die Online-Reporterin findet Menschen und ihre Geschichten spannend. Egal ob die Geschichte traurig oder schön, klein oder gross ist – sie erzählt sie gern.

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