Walk on the White Side

Winter-Spaziergang auf dem Ricken

Redaktion: Sven Broder; Fotos: Fabian Unternährer

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Über dem Nebelmeer: Sven Broder mit Kindern und Schlitten bei der Skihütte Rittmarren auf dem Ricken

Alles fährt Ski? Wir nicht! Wir spazieren durch die winterliche Schweiz. Gemütlich, damit wir das Knirschen des Schnees unter den Füssen hören. Heute: Wanderung auf den Ricken.

Wie schön hier oben alles glitzert, gleisst und klirrt, die Bäume wie mit Zucker überzogen, Schnee wie Puder ... Seien wir ehrlich: Sie dürften es nun langsam gehört haben. Als müsste man Ihnen unendlich viele glitzernde Süsskristalle in den Hintern blasen, um Sie aus der Nebelsuppe im Mittelland hinauf in den Schnee und an die Sonne zu bewegen. Dabei kann man auch ganz nüchtern argumentieren, so wie das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie zum Beispiel: «Nebel besteht aus kleinsten, in der Luft schwebenden Wassertröpfchen. Da sie das Licht gleichmässig streuen, erscheint Nebel weiss bis grau. Nebel ist vor allem ein Phänomen der kühlen Jahreszeit und dann bevorzugt eines der Tieflagen der Alpennordseite. (...) Nebel stellt im Winterhalbjahr für viele Bewohner des Flachlands eine erhebliche Belastung dar und beeinträchtigt das Wohlbefinden. (...) Bei Wetterlagen mit Nebel ist der Luftaustausch in den unteren Teilen der Atmosphäre stark eingeschränkt. Dadurch können sich Schadstoffe wie Feinstaub stark anreichern und für die Gesundheit gefährliche Konzentrationen erreichen.»

DAS motiviert! Und dabei bin ich auf das Phänomen des Hochnebels noch nicht einmal eingegangen, «eine graue, eintönige Schichtwolke, Stratus genannt, unter der es kalt und trüb ist. Darüber ist es klar und weniger kalt.» Genau. Deshalb packe ich, wenn immer möglich, Kinder und Schlitten ein und fahre auf den Ricken, von Zürich aus in nur dreissig Minuten zu erreichen. Zwar nur knapp 800 Meter über Meer, aber (fast) immer über dem Nebelmeer. Sollen die Suppe doch die anderen auslöffeln.

Infos

Spaziergang: Ab Parkplatz Eich (in Ricken Richtung Gommiswald/Uznach fahren) zu Fuss hinauf zur Alp Egg ca. 1 Stunde. Danach runter schlitteln.

Einkehren: Bei der Skihütte Rittmarren unbedingt einen Zwischenstopp einlegen, um erstmals freie Sicht aufs Nebelmeer zu geniessen, dann weiter hinauf zur Alp Egg, wo man dasselbe nochmal tun sollte (Schadenfreude!) – diesmal allerdings bei Hüttewurscht, Chäschuechä oder «Älpler Gordonblöö».

Langlaufen: Vielseitige Anlage mit klassischer, Skating-, Nacht- und Höhenloipe. rickenloipe.ch

Sven Broder

Der Reportagenleiter schwärmt für Anekdoten und gute Geschichten, mag Fragen lieber als Antworten, Optimisten lieber als Nörgler. Er hat ein Näschen für Tabus und Fettnäpfchen, aber erschreckend wenig Talent, sie aktiv zu meiden. Er lebt mit Frau und drei Kindern in Zürich.

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