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Zwar ist auch auf Usedom nicht ganz wurst, wo Luise und Harry buddeln - bei elf Hundestränden gibt es aber genügend Auswahl. - /reisen/reise-news/hund-und-strand-12070

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Katharina von der Leyen und ihre vier Vierbeiner.
Hund und Strand
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Plantschen in Usedom.
Hundebesitzer wissen: Museumsbesuche fallen flach (der Hund darf ja nicht hinein), Städtereisen kommen nicht in Frage (wer hat denn noch einen Überblick, in welchen Städten und Ländern Leinenzwang herrscht? Ist das Hotel in der Nähe eines Freilaufgebiets?), alte Hunde amüsieren sich wenig bei Bergtouren, weil das Gelände häufig steinig und unwegsam ist, während jüngere Hunde Abwechslung und ein entspanntes Sportprogramm erwarten.
Meine Hunde reisen gern; sie schätzen es, der alltäglichen Routine zu entkommen. Weil sie zu viert sind, ist es allerdings so, als wäre man mit einem Wanderzirkus oder einer Pauschalreisegruppe unterwegs: Es ist unmöglich, es allen recht zu machen. Meine schwarze Pudelhündin Luise wünscht sich eine Art Eichhörnchencamp mit ein paar Wühlmäusen als Beilage, der braunen Pudelin Ida ist alles recht, solange in der Umgebung für möglichst viele tote Maulwürfe und Vögel, Igelkot, Kuhfladen und halbverweste Mäuse gesorgt ist. Windspiel Harry träumt von einer möglichst menschenleeren Umgebung mit einigen wenigen Velofahrern, die sich zu seiner Zerstreuung verfolgen lassen, während Fritz ein ausgedehntes Wühlprogramm möchte, mit möglichst vielen anderen Hunden, spannenden fremden Menschen und guten Betten. Und ich will bloss meine Ruhe.
Man glaubt es kaum, aber es gibt diesen Ort, der allen gerecht wird. Einen paradiesischen Ort, der einen atmen lässt und den Blick auf einen Horizont richtet, der weiter ist, als das Auge reicht, einen Ort, wo es mehr Natur als Menschen und Häuser gibt, mit Süsswassermeer (denn die Hunde wollen ja trinken), mit Stille und Seeadlern: Der Ort heisst Usedom und ist eine Insel in Ostvorpommern mit 42 Kilometer feinem weissem Sandstrand, gesäumt von wundervoller Gründerzeitarchitektur.
Usedom ist kein Geheimnis, aber weil es irgendwie nicht mondän, sondern vor allem schön ist, bleibt die Hautevolée lieber auf Sylt und starrt den Nachbarn in die Teetasse, sobald sie den Blick hebt, denn auf Sylt ist es sehr eng.
Auf Usedom nicht – jedenfalls nicht, wenn man nicht direkt in den Sommerferien fährt, denn dann kommen natürlich alle, und dann wird es vielleicht doch ein bisschen voll. Vor ihnen kamen schon Kaiser Wilhelm II., Maxim Gorki, Kurt Tucholsky, Theo Lingen, Heinrich Mann und überhaupt die gesamte Berliner Szene der Jahrhundertwende – man nannte Usedom denn auch die Badewanne Berlins. Die eleganten Sommerresidenzen in den drei Kaiserbädern Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin sind heute ausnahmslos liebevoll restaurierte Hotels,
Pensionen oder Ferienwohnungen.
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