Badis

Die schönsten Freibäder

Text: Lisa Feldmann, Frank Heer, Michèle Binswanger, Hanspeter Bundi, Sabina Brunnschweiler; Foto: Susanne Völlm, Caspar Martig, Cédric Widmer, Derek Li Wan Po, Tobias Madörin

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Idyllisch: Frauenbadi Dreilinden in St. Gallen

Prunkstück der Parkanlage ist heute der in ursprünglicher Form erhaltene Jugendstil-Holzbau der Frauenbadi Dreilinden von 1896

Spektakulär: Bains des Pâquis in Genf

Alpin: Die Badeanstalt Caumasee in Flims, GR

Traditionell: Das Dolder-Bad in Zürich

Puristisch: Das Rheinbad St. Johann in Basel

Klassisch: Rheinbadi in Schaffhausen

Direkt am See: Bains des Pâquis in Genf

Elegant: Baden im Freibad Bellerive-Plage in Lausanne

Fliessend: Sonnen am Ufer der Aare im Freibad Marzili

Klassisch: Das Badevergnügen in der Rheinbadi.

Elegant: Strandbad Buchhorn in Arbon, TG

Grossartig: Strandbad Thun

Die Schweiz hat rund 600 Freibäder. Wir schwammen in den zehn Schönsten.

1) Idyllisch: Frauenbadi Dreilinden in St. Gallen

Frauenbadi Dreilinden St. Gallen, Dreilindenstrasse 50, Tel. 071 244 52 52

Nicht selten erkundigen sich Touristen in St. Gallen nach «dem Strandbad», weil sie meinen, die Stadt liege direkt am Bodensee. Am besten schickt man sie dann mit dem Mühleggbähnli auf Dreilinden oberhalb der Stadt: Die Aussicht ist grossartig, rasch klärt sich, wie weit der See entfernt liegt, und ausserdem befinden sich hier die Weieren, St. Gallens schmucke Strandbad-Alternative.

Auf Dreilinden wurden vor 400 Jahren drei Weiher gegraben, um für die Stadt im Fall von Feuersbrünsten genügend Löschwasser zur Verfügung zu haben. Schon früh haben St. Gallerinnen und St. Galler die Weiher auch zum Baden genutzt, natürlich streng nach Geschlechtern getrennt. Sie heissen heute noch Manne- und Buebeweier, und der Chrüzweier ist besser bekannt als Frauenbadi. Ende des 19. Jahrhunderts, als St. Gallen dank der florierenden Textilindustrie den Auftritt als Weltstadt probte, liessen die Stadtbehörden an den Weieren erste Badeanstalten bauen.

Prunkstück der Parkanlage ist heute der in ursprünglicher Form erhaltene Jugendstil-Holzbau der Frauenbadi von 1896. Während in den andern Bädern auf Dreilinden seit den Siebzigerjahren Frauen und Männer gemeinsam baden, wird hier an der alten Ordnung festgehalten: Zutritt zur Badeidylle ist nur Frauen gestattet - ein Exklusivrecht, das die St. Gallerinnen rege nutzen und verteidigen. Ganz verwehrt bleibt der Zutritt den Männern jedoch nicht. Abends kann die Frauenbadi für Veranstaltungen gemietet werden.

Eintritt: 5 Fr.

Weg: Mühleggbähnli ab Stadtzentrum bis Dreilinden

Typisch:  alter Baumbestand, Liegewiese, Kiosk, Naturweiher; gemischte Familienbäder mit Nichtschwimmerbecken gleich daneben

Besonderes: friedlich, romantisch, historisch, nur für Frauen!
 

2) Spektakulär: Bains des Pâquis in Genf

Bains des Pâquis, Genf 30, quai du Mont-Blanc Tel. 022 732 29 74

Das Erfrischende an der Romandie ist, dass sie so herrlich anders ist als die Deutschschweiz. Schon ab Biel scheint man nicht mehr dieser Obsession verfallen zu sein, alles zu Tode sanieren zu müssen. So bröckelt es vor dem Zugfenster bereits sympathisch entlang dem Jurasüdfuss. Und die Endstation Genf ist dann eigentlich schon so etwas wie ein Vorort von Paris. Mit dem einen Unterschied: Die Genfer haben einen See.

Mitten in der Stadt und wie ein Schiffsdeck im Rohbau liegen dort die Bains des Pâquis im Rhone-Delta, eine historische Betonanlage von 1872 mit kleinem Leuchtturm.

Der Besuch im Pâquis ist ein Spektakel, das gerade mal einen Franken kostet. Hier sonnt sich tout Genève. Diplomaten und Lebenskünstler, elegante Frauen und durchtrainierte Männer. Kartenspieler, Banker, Sprungturmakrobaten. Der flache Kiesstrand zur Linken eignet sich zum Plantschen für Kinder und Familien, die rechte Seite gehört den frisch Verliebten, den Schwimmerinnen, Lesern, Sonnenanbeterinnen.

Kaum eine Sprache, die hier nicht gesprochen wird, nur gegessen wird französisch: Der Plat du jour im Restaurant Buvette ist Tartare de viande. Dazu trinkt Genf schon mittags gekühlten Rotwein. Sicher, es mag lauschigere Badeplätze geben, doch ist es gerade die in Beton gegossene Urbanität, die gefällt. Und das Pâquis kann gleich mit zwei Ikonen des Schweizer Tourismus auftrumpfen: Der Jet deau ist in Schiefersteinwurfnähe, und bei klarem Wetter zeigt sich gar das Matterhorn.

Eintritt: 1 Fr.

Typisch: 5-Meter-Sprungturm, Sauna (auch im Winter), Hamam, Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken (im See), Massagen, günstiges, sehr gutes Bistro

Besonderes: urban, international, modisch

3) Mondän: Bellerive-Plage in Lausanne

Bellerive-Plage, Lausanne 23, avenue de Rhodanie, Tel. 021 315 48 60

Im Zug von Genf zurück nach Lausanne: Am Fenster flitzen Kerbelwiesen, Kirchtürme und Kühe vorbei. Gasthäuser, Geranien, Gartenzwerge. Flieder, Fahnen, Fabriken. Baukrane, Berggipfel, Bausünden. Radfahrer, Rapsfelder, Rebberge. Sonnenblumen, Seeufer, Segelschiffe.

Wenn Genf ein Vorort von Paris ist, dann ist Lausanne das Marseille des Genfersees.

Und das Freibad Bellerive der Rolls-Royce unter den Schweizer Badeanstalten: ein Oldtimer aus den Dreissigerjahren, funktionalistisch in seiner Architektur, sexy in seiner Eleganz und ausladenden Grösse. Empfangen wird der vorfreudige Schwimmer von einem verglasten, runden Restaurant-Pavillon, einem retrofuturistischen Raumschiff, durch das eine Wendeltreppe hinunter zu den Kabinen führt.

Tritt man dann hinaus an die Sonne, streift der Blick über eine scheinbar endlose Rasenfläche, wo sich der Andrang auch an heissen Sommertagen zerstreut. Entsprechend die Qual der Platzwahl, um das Badetuch auszurollen: Dort im Schatten der alten Weide? Am Sandstrand? Oder bei den Poolanlagen, wo sich Wagemutige in akrobatischen Verrenkungen vom Sprungturm stürzen? Der Sandstrand mit Blick auf die französischen Alpen gewinnt fürs Erste. Ein Gefühl von Riviera kommt auf. Zeit für eine Glace! Oder doch erst einen doppelten Rückwärtssalto vom Zehnmetersprungbrett?

Eintritt: 5.50 Fr.

Weg: vom Bahnhof mit Buslinie 2 bis Bellerive-Plage

Typisch: Restaurant, 10-Meter-Sprungturm, olympisches Schwimmbecken, Strand, Beachvolleyball, grosse Wiese mit Bäumen

Besonderes: idyllisch-urban, kinderfreundlich, genügend ruhige Plätze

4) Alpin: Badeanstalt Caumasee in Flims

Badeanstalt Caumasee, Flims (GR), Caumasee, Tel. 081 911 24 57

Hier siehts ein bisschen aus wie im Märchen. Oder doch wie in Kanada? Auch die Karibik könnte man durchgehen lassen, zumindest was das türkis leuchtende Wasser anbelangt. Doch wir sind im Bündnerland. Und von oben herab betrachtet, ahnt man, warum die Flimser ihren Caumasee «Edelstein in der Tiefe» nennen: Die Standseilbahn bei Flims Waldhaus bringt einen hinunter zu diesem schimmernden und glitzernden Juwel, umgeben von steilen Hängen und dunklen, alten Tannen. In der Mitte des Sees hebt sich eine Bilderbuchinsel aus dem Wasser, bunte Luftmatratzen, Pedalos und Schwimmer treiben im glasklaren Wasser.

Hier unten wurde schon 1907 ein erstes Badehaus für die vornehmen Kurgäste gebaut, heute gibt es auch ein Restaurant mit Sonnenterrasse, Liegewiesen, Duschen und ausgebaute Fusswege rund um den See. Das Wasser wird im Sommer 20 Grad warm - karibische Temperaturen für einen Bergsee!

Eintritt: 6 Fr.

Weg: Seilbahn oder Fussweg ab Flims Waldhaus

Typisch: Restaurant, Sonnendeck, Plantschbecken, Beachvolleyball, Liegewiese

Besonderes: idyllisch, märchenhaft

5) Fliessend: Freibad Marzili in Bern

Freibad Marzili, Bern, Marzilistrasse 29 Tel. 031 311 00 46

Schwimmbecken, Pingpongtische aus Beton, ein sauber gestutzter Rasen. Damit wäre das Marzili ein ganz gewöhnliches Freibad. Doch natürlich ist das Marzili anders. Der Eintritt (Trommelwirbel!) ist gratis - und zwar schon seit 1782. Nebenan verkauft (Tusch!) die Bäckerei Fürst ihre legendären Früchte- und Käsekuchen. Und dann ist da noch (Trommelwirbel und Tusch!) die Aare. Grünblau, manchmal milchig von der Schneeschmelze im Oberland, umspült sie die Stadt und fliesst temporeich am Marzili vorbei.

Im Hochsommer pilgern Bernerinnen und Berner zu Tausenden wie federlose Pinguine flussaufwärts, werfen sich bei einer glitschigen Treppe ins Wasser und lassen sich die Aare hinuntertreiben. Am Ufer sind alte Bäume, und über den Bäumen ist das neu renovierte Bundeshaus. Das Wasser ist so frisch und sauber, dass man davon trinken könnte, und wer sich auf den Rücken legt, hört das Schleifen der Kiesel am Flussgrund. In solchen Momenten ist Bern die schönste Stadt der Welt, und das Marzili ist das schönste Bad der Schweiz. An heissen Sommertagen liegen hier 13 000 Gäste.

Wer es lieber ein wenig ruhiger hätte, geht etwas weiter flussabwärts ins kleinere, intimere Lorrainebad (siehe weiter unten), wo die Alt-Achtziger sich selbst und ihren Nachwuchs sonnen. Einziger Nachteil: Die Aare fliesst hier nur noch langsam.

Eintritt: gratis

Typisch: 10 000 m2 Liegewiese, Pingpongtische, 3-Meter-Sprungbrett, 50-Meter-Schwimmbecken, Nichtschwimmerbecken, Aarebad, Restaurant

Besonderes: familienfreundlich, idyllisch, unkompliziert, urban

6) Grossartig: Strandbad Thun

Strandbad Thun, Strandbadweg 10, Tel. 033 336 81 91 
 
Als 1967 im Strandbad Thun das 50-Meter-Wettkampfbecken in Betrieb genommen wurde, war der Andrang so gross, dass das Wasser überlief. Bereits bei der Eröffnung 1933 verzeichnete das Bad rekordverdächtige Besucherzahlen. Irgendwie ist das ja auch kein Wunder, denn die Thuner übertreiben nur ein bisschen, wenn sie sagen, ihr Strandbad sei das schönste in ganz Europa. Diese lokalpatriotische Behauptung wird von zweierlei Fakten gestützt: Zum einen ist da die malerische Landschaft rund um den Thunersee mit atemberaubender Bergsicht. Man badet gewissermassen in einer Postkarte! Und dann wäre da auch noch die Architektur mit ihren Reverenzen an Moderne und Industrialisierung. Die Sonnenterrasse erinnert an ein Dampfschiffdeck, der Sprungturm aus Eisenbeton an eine Corbusier-Skulptur, das Plattform-Restaurant (mit weltbestem Birchermüesli) versetzt einen in eine Bauhaus-Kantine in Dessau. Nur die weissen Gipfel von Eiger, Mönch und Jungfrau verraten, dass man noch immer im schönen Berner Oberland ist.

Eintritt: 6 Fr.

Typisch: 10-Meter-Sprungturm, 50-Meter-Schwimmbecken, Nichtschwimmerbecken, Strand, Restaurant, 35-Meter-Rutschbahn, Beachvolleyball, grosse Liegewiese

Besonderes: idyllisch, malerisch, spektakuläre Vistas, spannende Architektur

7) Traditionell: Dolder-Bad Zürich

Dolder-Bad, Zürich, Adlisbergstrasse 36 Tel. 044 267 70 80

Es gab eine Zeit, da gehörte zu den typischen Geräuschen des Sommers ein ganz bestimmter Hupton. Der erklang immer dann, wenn im Stundenrhythmus in der Dolder-Badi die altertümliche Wellenmaschine angestellt wurde. Mit grossem Gejohle lief man zu dem Bereich des Beckens, in dem man noch stehen konnte, um sich von den Wellen herumschubsen zu lassen, unterzutauchen, mitten hineinzuköpfeln. Den Hupton gibt es nicht mehr, denn die Wellenmaschine ist nun schon seit ein paar Jahren ausser Betrieb, und eine Reparatur ist wohl zu teuer. Dafür schwimmt jetzt an manchen Tagen eine riesige Gummiwurst im Becken, die von einem Glacehersteller gesponsert wurde und ein wenig den gestrigen Zeitgeist beschwört, der dieses Bad seit der Eröffnung 1934 so einzigartig macht: Hier spielt man noch Minigolf, bekommt einen flauen Magen von zu viel Gummischlangen vom Kiosk und anschliessenden Runden auf dem Drehkarussell. Hier gibt es Kinderbecken und schattige Liegeplätze für junge Familien, die einen an die eigene Kindheit erinnern - ohne jede Looping-Rutschen oder Wildwasserfälle, Ganzkörpermassagen und Gesichtsbehandlungen. Wer am Zürichberg wohnt, kommt am Abend gern rasch, um ein paar Bahnen zu schwimmen, oder am Sonntagmorgen, um die Zeitung zu lesen am Beckenrand. Frühstücken kann man überall besser - auch das eine beinahe sentimentale Reverenz an die längst vergangene glückliche Kindheit.

Eintritt: 7 Fr.

Weg: Tram 3, 8 oder 15 bis Römerhof, weiter mit der Dolderbahn zur Bergstation

Typisch: geheiztes 50-Meter-Becken, Nichtschwimmerbecken, Minigolf, Tischtennis, Kinderspielplatz, Restaurant, Volleyball-Rasenfeld, grosse Liegewiese

Besonderes: vornehm-altmodisch, idyllisch, ruhige Ecken, familienfreundlich

8) Puristisch: Rheinbad St. Johann Basel

Rheinbad St. Johann, Basel, St.-Johanns-Rheinweg 50, Tel. 061 322 04 42

Klein, beschaulich, die Kabäuschen dunkel-lindgrün gestreift, schlummert das Rheinbad St. Johann am südlichen Rheinufer der Morgensonne entgegen. Rhybadhysli nennen die Basler ihre traditionsreichste Badeanlage liebevoll. Ein Name, der an längst vergangene Zeiten erinnert, als das Rheinbad noch dem Kuraspekt diente oder ein Vergnügen für verwegene Sommerfrischler war. Die Anlage entspricht dem Prinzip «Reduce to the Max»: Mehr als den Fluss, Duschen und einen Kiosk für leibliche Bedürfnisse braucht hier niemand.

1888 erbaut, hat das Rheinbad St. Johann seinen speziellen Charme bis heute erhalten - obschon es in den Siebzigerjahren wegen des stark verschmutzten Rheinwassers beinahe abgerissen worden wäre. Herzstück ist ein Geviert von Lärchenholzplanken, in dessen Mitte das Abkühlbecken in der domestizierten Flussströmung liegt. Zwischen Topfpflanzen und bunten Schirmen lassen sich Bade-Veteranen schon frühmorgens die Sonne auf den Pelz strahlen. Und im Verlauf des Vormittags folgt ein Aufmarsch angesagter Bademode samt ihren stilbewussten Trägerinnen, die die Bade-Oase aufsuchen, um in Ruhe an ihrem Teint zu arbeiten. Lässt man den Blick nach Westen schweifen, wo sich der Rhein verbreitert und nach Deutschland hin öffnet, sieht man schwere Tanker im Hafen lagern, darauf wartend, ihre weite Fahrt bis in die Nordsee anzutreten.

Eintritt: 3.50 Fr.

Typisch: nur Flussbad, Nichtschwimmerbecken, Kiosk

Besonderes: urban, historisch, gemütlich

9) Elegant: Strandbad Buchhorn in Arbon

Strandbad Buchhorn, Arbon (TG), Philosophenweg 11, Tel. 071 446 13 33

Die Zwanzigerjahre waren in Arbon am Bodensee eine Zeit, als die Behörden weder Verständnis noch Geld für Luxusanliegen wie ein eigenes Strandbad hatten. Wozu auch, zumal das idyllische Rietufer ohnehin zum wilden Baden lud?

Trotzdem trommelten 1928 ein paar beherzte Badefreunde eine Arbeitsgemeinschaft von 222 Männern und Frauen (darunter viele Arbeitslose) zusammen, um ein Strandbad zu bauen. Das schwer zugängliche Sumpfgebiet musste entwässert, Felsen mussten gesprengt werden, und als sie fünf Jahre nach Baubeginn eröffnet wurde, war die Anlage eine der modernsten und schicksten der Schweiz.

Heute ist das kürzlich fachgerecht sanierte Bad eine Art begehbares Bauhaus-Relikt, umwachsen von alten, Schatten spendenden Bäumen. Immer noch elegant wirkt der verglaste Restaurant-Pavillon mit dem hervorspringenden Flachdach. Von der Terrasse aus verliert  sich der Blick über den ausgelassenen Schaumkrönchen des Bodensees, auf dem geblähte weisse Segel kreuzen.

Eintritt: 6 Fr.

Weg: mit S7 oder S8 ab Bahnhof Arbon bis Seemoosriet

Typisch: Kinderplantschbecken, grosser Spielplatz, Beachvolleyball, Selbstbedienungs-Bistro, Bibliothek

Besonderes: idyllisch, romantisch

10) Klassisch: Rheinbadi Schaffhausen

Rheinbadi Schaffhausen, Rheinuferstrasse, Tel. 052 625 19 90

Auf der Zugfahrt entlang dem Bodensee von Arbon nach Schaffhausen entfaltet die Schweiz ihre ganze Postkartenidylle: prächtige Riegelhäuser und pittoreske Dörfer. Weidenhaine, Streuobstplantagen, sorgsam gepflegte Blumenbeete. Am Ufer wird grilliert, geradelt, gerudert, spaziert und flaniert. Und steigt man dann in Schaffhausen aus dem Zug, befällt einen beim Anblick des mittelalterlichen Städtchens (das Munot-Glöckchen bimmelt gerade) ein Gefühl von Schulreise.

Die Rheinbadi ist einen kurzen Spaziergang vom Bahnhof entfernt und das grösste noch erhaltene Kastenbad der Schweiz. Es stammt aus dem Jahr 1870 und liegt wie ein vertäutes Floss im zügig treibenden Fluss. Vor den Kabinen hängen rot-weisse Vorhänge aus Segeltuch, dunkelgrün zieht unter dem Holzrost das Rheinwasser vorbei. Wer seine Kondition trainieren will, krault gegen die kühle Strömung und verlängert somit die Schwimmzeit, wem die kühle Erfrischung reicht, lässt sich gemächlich bis zur Auffangtreppe treiben.

Eintritt: 3 Fr.

Typisch: nur Flussbad, Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken, 3-Meter-Sprungbrett, Sauna, Bistro, Bibliothek

Besonderes: historisch, urban, gemütlich
 

Weitere Badi-Highlights

Biobad, Biberstein AG, Schachen, Tel. 062 827 10 60
Ein Biotop, nicht nur für Seerosen, Frösche oder Libellen, sondern auch für Menschen. Chemiefrei und biologisch und trotzdem sauber und modern.

Lorrainebad, Bern, Uferweg, Tel. 031 332 29 50
Die beliebte Alternative zum Marzili und kleinstes Berner Stadtbad. Idyllisch, familiär und direkt unter der Lorrainebrücke.

Siehbach-Bad, Zug, Alpenquai, Tel. 041 711 09 82
Kleines Strandbad, gratis, romantisch, idyllisch, mit altem Baumbestand und prächtiger Bergsicht.

Freibad Letzigraben, Zürich, Edelweissstrasse 5, Tel. 044 492 10 50
Die von Schriftsteller Max Frisch erbaute Badi ist Kult bei Literatur- und Architekturfans und beliebt
bei Familien und Kindern.

Seebad Enge, Zürich, Mythenquai/Arboretum, Tel. 044 201 38 89
Nebst dem Oberen Letten ist das Seebad Enge Zürichs coolste Badi. Verständlich: Die Sicht auf Stadt, See und Alpen ist grandios, das Essen gut, die Wintersauna legendär, das Veranstaltungsprogramm hip.

Rheinbadi, Eglisau ZH
Baden unter Rebbergen: kleines, historisches Kastenbad am Rhein. Danach Fisch essen in einem der schönen Restaurants.

Strandbad, Olten SO, Schützenmattweg 3, Tel. 062 212 71 20
Beeindruckende historische Anlage, mitten in der Stadt und direkt an der Aare, mit Restaurant, grosszügigen Sonnendecks, Rutschbahnen und Beachvolleyballfeld.

 

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