Amazee

Text: Mathias Möller
Erstellt: 11. November 2009

16. November 2009

Amazee ist eine Plattform für gesellschaftliche Zusammenarbeit, oder, im englischen Web-Speak "Social Collaboration". Hier können engagierte Menschen, ganz egal, was sie treibt, Projekte einrichten und ihre Ideen der Welt vorstellen. Es kann sich um alles handeln: Das Organisieren von Web-Treffen in Zürich oder die Versorgung eines afrikanischen Dorfes mit sauberem Trinkwasser. Ob man „nur“ spenden möchte oder lieber gleich anpacken will, Amazee bietet für alle, die Gutes tun wollen, ein Betätigungsfeld. Auf Amazee findet man Mitstreiter, die sich dem gleichen Ziel verpflichtet fühlen. Einmal im Monat stellt das Amazee-Team auf annabelle.ch ein bemerkenswertes Projekt vor.

Als Geraldine Belmont 2002 das erste Mal nach Brasilien reiste, ahnte sie wohl noch nicht, wie sehr dieser Urlaub ihr Leben verändern würde. Sie lernte Surfen, traf die Menschen des Landes und kehrte zurück, um zu bleiben. Heute arbeitet sie an einem Traum, der Nachhaltigkeit mit Tourismus verbindet. Ein Traum, der, wenn er Wirklichkeit wird, die kleine Welt in Bahia, Brasilien retten kann.

Mitstreiter für die Umsetzung sucht sie auch im Netz: Auf Amazee hat sie ein entsprechendes Projekt eingerichtet. Hier kann man sich über Fortschritte informieren und selbst unterstützend tätig werden: Als Spender beispielsweise, oder indem man Interesse an einer Reise in Geraldines kleines Paradies bekundet.

Ihr erster Brasilienurlaub führte die in New York geborene Schweizerin in den Bundesstaat Bahia und dort in die Kleinstadt Itacaré. Der Fischerort an der Küste ist für Surfer ein kleines Eldorado, und so lernte auch Geraldine, das Wellenreiten zu meistern. Das Gefühl von Freiheit und die Ruhe, die man durch den Sport erlangt, sagt sie, hat ihr Leben verändert: "Als ich aus dem Wasser gekommen bin, hatte ich das Gefühl, ich könnte alles tun". Dieser noch relativ unberührte Fleck Erde wächst ihr ans Herz.

Im Laufe ihrer Zeit dort lernt sie eine eher untypische brasilianische Familie kennen: Sie kümmern sich um die ökologischen Probleme der Region und machen sich Gedanken darüber, was der Bau einer grossen Verbindungsstrasse zur Hauptstadt, immerhin der drittgrössten Stadt Brasiliens, für Itacaré und die kostbaren Mangrovenwälder der Gegend bedeutet. Sie geben ihr einen lebensnahen Kurs in Sachen "angewandter Ökologie", wie Geraldine es nennt. Zusammen mit ihnen gründet sie schliesslich die Organisation Yonic.

Der Name der NGO reflektiert das Bemühen der zierlichen, braungebrannten Frau, ihre Rolle als moderne Frau in einer sich wandelnden Welt zu finden. Eine zentrale Frage der ausgebildeten Künstlerin war während ihrer Zeit in Brasilien immer gewesen, was es heutzutage bedeutet, eine weibliche Führungspersönlichkeit zu sein. Dabei möchte sie weder Emanze sein noch ein traditionelles Rollenbild erfüllen. Ihre Erfüllung hat sie auf der anderen Seite der Welt gefunden, in einem mitunter chaotischen Land, das aber auch viele Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet.

Mit Yonic hat sie rund sieben Hektar Land in der Umgebung von Itacaré gekauft und möchte diese in ein ökologisch korrekt geführtes Ressort verwandeln. Sie redet dabei nicht von "Ökotourismus", der Ausdruck gefällt ihr nicht, sie möchte einen neuen Begriff dafür prägen. Ihr Projekt in Bahia beinhaltet auch mehr als einfach nur Tier- und Naturschutz. Sie möchte mit ihrem Vorhaben sowohl die Reisenden als auch die Einheimischen erziehen, zu einer  nachhaltigen Lebensweise. Die Menschen sollen vom Tourismus in der Gegend leben können, aber nicht auf Kosten, sondern in Harmonie mit der Umwelt.

Im nächsten Jahr sollen die ersten Besucher nach Piracanga kommen. Wer an der Realisierung dieses Traums mitarbeiten möchte, kann sich im Amazee-Projekt oder auf der Yonic-Homepage beteiligen!

Kommentar lesen (2)
Hallo, mein Name ist Carina. Ich wollte wissen, ob sie eine Reportage aus Itacaré Bahia, immer noch haben? Ich habe gesucht aber bis jetzt nicht gefunden. Der Mann , der interviewt wurde, wollte wieder sehen. Sein Name ist José , Verkaufer, aus Itacaré Bahia. (2008)Danke schon!!!
Hallo, ich bin auch bei Amazee und finde es total klasse, dass hier so ein Projekt vorgestellt wird. Weiter so!
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