Städtetrip

Ab ins Tessin: Tipps für Lugano

Redaktion: Frank Heer; Text: Frank Heer; Fotos: Yves Bachmann

Ab ins Tessin: Tipps für Lugano
  • Die Kulisse stimmt

    Die Landschaft macht ein bisschen sprachlos: Lugano, flankiert vom Monte San Salvatore

Ob auf dem Motorboot oder an Land: Die Kulisse Luganos lädt zum Geniessen ein.

Natürlich muss ein Motorboot her, gemietet im Palace Boat Center. 15 PS für 60 Franken pro Stunde. Okay, nicht gerade George-Clooney-Style, ganz abgesehen davon, dass der Lago di Lugano nicht der Lago di Como ist. Aber man bekommt eine Idee davon, George zu sein. Und man ist ein bisschen sprachlos: was für eine berückende Landschaft! Der San Salvatore wölbt sich wie ein sattgrüner Zauberberg über den See, und am Fuss des Monte Brè liegt, märchenhaft, die Villa Favorita. Der einstige Sitz von Baron Thyssen wurde kürzlich für hundert Millionen Franken (nicht Lire!) an eine italienische Industriellenfamilie verkauft, seither hoffen die Luganeser auf einen öffentlichen Uferweg durch den Park. Lässt man den Blick in die Höhe wandern, drängen sich mondäne Villen um einen Platz an der Sonne, romanische Kirchen recken ihren Hals aus einem subtropischen Dschungel. Die Promenade von Lugano liegt weit zurückversetzt, die Gelateria im Parco Ciani soll zu den besten gehören, und der Stadtpark mit seinen Palmen, exotischen Gehölzen, Rosen, Azaleen, Magnolien und Kamelien ist auch ein botanischer Garten. Vom See aus betrachtet, lässt sich vergessen, warum Lugano über die Jahrzehnte von seinem Jetset-Glanz verloren hat: Durchreisetourismus, Stossverkehr an bester Lage und Bausünden im Herzen der Stadt haben an der früheren Grandezza genagt. Mit der gelungenen Renaturierung des Cassarate-Deltas oder der Eröffnung des neuen Kulturzentrums im Herbst, des Lugano Arte e Cultura, kann das touristische Potenzial neu beworben werden. Denn: Die Kulisse stimmt! Was für ein perfekter Platz, denkt man zum Beispiel abends beim Campari auf der Piazza della Riforma. Ein Ort, wo man sich auch an Land wie George fühlen kann. Lugano, what else!

Guesthouse Castagnola

Vom Busbahnhof sind es keine zehn Postauto-Minuten nach Lugano-Castagnola. Hier liegt, nur Schritte vom autofreien Dorfplatz entfernt, das Guesthouse Castagnola. Ein zwischen alten Tessinermauern verstecktes Kleinod, liebevoll eingerichtet und betreut von Kristina Del Nevo und ihrer Familie. Die Velos gehören zum Aufenthalt, WLAN sowieso, und die Gastgeber wissen, wo es die beste Pizza und die schönsten Badeplätze gibt. Eine Entdeckung.
– Salita degli Olivi 2, Lugano-Castagnola, Tel. 078 632 67 47, www.gh-castagnola.com, kleine Suite ab 120 Franken, Familiensuite ab 170 Franken

Ristorante la Cucina di Alice

Es gibt lauschigere Plätzchen als die stark befahrene Promenadenstrasse. Aber das Essen ist so einmalig wie die Sicht über den See. Hoffentlich dereinst autofrei.
– Riva Vila 4

Grand Café al Porto

Die alte Dame unter den Kaffeehäusern ist ein Prachtexemplar aus Zeiten, als Lugano noch Weltstadt war.
– Via Pessina 3

Gabbani

Das traditionsreiche Gourmetgeschäft hat Qualität mit gutem Design gepaart. Ein Konzept mit Zukunft. Neu auch mit eigenem Hotel und Restaurant.
– Via Pessina 12

Spazieren

Der Olivenweg zwischen Lugano-Castagnola und Gandria führt durch antike Olivenhaine. Herrlicher Spaziergang durch subtropisches Terrain mit atemberaubenden Blicken über den See.

Baden

Baden kann man in Lugano überall. Doch der kleine Lido San Domenico am Dorfrand von Castagnola ist in Sachen Romantik nicht zu schlagen. Der Eintritt ins Badeparadies: Zwei Franken.
– Sentiero di Gandria 12, Lugano-Castagnola

Stadtgeschichten

Yves Bachmann arbeitet als freier Fotograf und reist als Dokumentarfotograf für die Bundesverwaltung durch die Schweiz. Er lässt Inszeniertes spontan wirken und fühlt sich am wohlsten unter Menschen. Für annabelle war er eine Woche unterwegs, um mehrere Schweizer Städte zu porträtieren. Er liess sich von Künstler David Hockney inspirieren, wobei ihm seine frühere Tätigkeit als Graphic Designer zugute kam – entstanden sind neuartige Stadtcollagen.
www.yvesbachmann.ch

Frank Heer

Der Kultur-Redaktor und Reporter schätzt an seinem Job vor allem die Lizenz zum Fragen, weil er überzeugt ist, dass jeder Mensch eine gute Geschichte zu erzählen hat.

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