Sommer-Ausflug

Schönstes Abendrot: Tipps für Zug

Redaktion: Frank Heer; Text: Stephanie Hess; Fotos: Yves Bachmann

Zug
  • Seesicht

    Bevorzugte Apérolage zum Sonnenuntergang: Zuger Altstadt

Was Sie in Zug erwartet? Gemütlichkeit und einen wunderbaren Sonnenuntergang am Zugersee.

Steigt man in Zug aus dem Zug, fallen einem vor allem auf: Anzüge und Aktenköfferchen. Das Klacken von teuren Schuhen auf dem Trottoir. Auf den Strassen Porsches Cayenne. Deutlicher könnte einem das Klischee nicht vor Augen geführt werden: Zug ist ein Ort der Arbeit, des Geldes – keiner der Musse. Dennoch gibt es sie, die kleinen Oasen in dieser zugebauten Stadt. Und am Ende jedes Sommertags ein fulminantes Schlussbouquet.

Zu finden sind die Perlen ganz leicht, aufgereiht am Ufer des Zugersees. Angefangen beim Strandbad Seeliken, der kleinen Wiese mit den schattenspendenden Kastanien und hellen Holzrosten. Man jasst hier, man trifft sich zum Apéro, man lernt für die nächste Prüfung, man isst Fischknusperli, lauscht Konzerten. Und ja, wenns einem zu heiss wird, badet man auch. Von hier aus gelangt man auf dem Uferweg zur Rössliwiese, auf der an diesem Abend die Luft knistert, verlegene Blicke zwischen den Gruppen, die in Kreisen sitzen, ausgerüstet mit Baarer Bier und Pesca Frizz.

Die älteren Generationen sitzen ein paar Schritte weiter bei der futuristischen Goldpavillon-Gelateria auf den geflochtenen Stühlen, die so golden aber nicht mehr ist. Ganz im Gegenteil zur langsam untergehenden Sonne an diesem lauen Abend. Darum holt man sich hier eine Glace, als süsse Untermalung für das, was nun kommt: das Schlussbouquet!

«Die Sonnenuntergänge in Zug gehören zu den schönsten, nicht nur in der Schweiz.» Die Zuger betonen es genauso wie die Reiseführer, in denen die kleine Stadt am Zugersee oft nur in wenigen Zeilen erwähnt wird. Während man also die Zunge an seine Glace tippt, sinkt die glühende Sonne hinter den Hügelkamm, färbt den Himmel rot, rosa, violett, alles verdoppelt durch den Zugersee. «Schön, hä», ruft ein älterer Herr von der Parkbank.

Dann sind die Kugeln am Himmel und in der Hand verschwunden, man schiebt sich den Rest der Waffel in den Mund, schlendert zurück zur Rössliwiese, wo nun die ersten Pärchen knutschen. Und denkt dabei, irgendwie gönnt man es dieser Stadt, dass sie auch auf etwas stolz sein kann, das nichts mit Arbeit oder mit Geld zu tun hat.

City-Hotel Ochsen

Im 500-jährigen Gebäude des City-Hotel Ochsen widerspiegelt sich die Stadt: Internationale Geschäftsleute und Touristen nächtigen in den schönen Hotelzimmern, im getäferten Restaurant treffen sich die Politiker und Vereinsmitglieder beim Bier.
— Kolinplatz 11, Tel. 041 729 32 32, www.ochsen-zug.ch, DZ mit Frühstück ab 240 Franken

Restaurant Brandenberg

Deftig essen unterm Laubdach: Hier kommen die stadtbesten Cordons bleus auf den Tisch.
— Allmendstrasse 3

Strandbad Seeliken

Eine kleine Wiese mit Bistro, die im Sommer Treffpunkt der ganzen Stadt ist.
— Artherstrasse 2

Strandbad Zug

Der grosse Bruder des Strandbads Seeliken liegt am anderen Ende des städtischen Ufers – weitläufiger, mit einem Sprungturm und aufgeschüttetem Sandstrand.
— Chamer Fussweg 13

Felsenkeller

Im «Felsenkeller» trifft sich die multinationale Stadt bei Antipasti, ausschweifenden Gesprächen und einer grandiosen Weinauswahl. Übrigens auch ein Ort, um sich zu verlieben: Drei mir bekannte Ehepaare haben sich hier kennen gelernt.
— Kolinplatz 8

Stadtgeschichten

Yves Bachmann arbeitet als freier Fotograf und reist als Dokumentarfotograf für die Bundesverwaltung durch die Schweiz. Er lässt Inszeniertes spontan wirken und fühlt sich am wohlsten unter Menschen. Für annabelle war er eine Woche unterwegs, um mehrere Schweizer Städte zu porträtieren. Er liess sich von Künstler David Hockney inspirieren, wobei ihm seine frühere Tätigkeit als Graphic Designer zugute kam – entstanden sind neuartige Stadtcollagen.
www.yvesbachmann.ch

Stephanie Hess

Die Redaktorin im Ressort Reportagen interessiert sich für die kleinen Leute und die leisen Abenteuer des Alltags. In ihrer Freizeit liest sie – gern auch Fantasy-Bücher für Kinder.

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