Kurzurlaub

Summer in the City: Tipps für Bern

Redaktion: Frank Heer; Text: Barbara Loop; Fotos: Yves Bachmann

Summer in the City: Tipps für Bern
  • Aareblau

    Der Blick vom Uferweg beim Schwellenmätteli aufs Wehr und die Berner Altstadt

Nutzen Sie die entspannte Ferienzeit und entdecken Sie unsere Hauptstadt Bern – fliessend.

Unten am Fluss, down by the river, da ist der Sommer. Die Aare leuchtet türkis wie die Südsee, das Wasser aber ist frisch wie ein Bergbach. Es gibt viele schöne Arten, die Schweiz zu entdecken: aus dem Zugfenster, vom Schiff aus, mit dem Postauto oder ganz einfach zu Fuss. In Bern aber geht Sightseeing am besten, indem man sich treiben lässt, in der Strömung des Flusses, der die Altstadt umarmt.

Auf dem Rücken ist die Reise am schönsten. Wir starten im Strandbad Eichholz, wo Reggae-Klänge und der Geruch von grilliertem Fleisch in der Luft liegen, driften am Steinbock vorbei, der im Tierpark Dählhölzli unbeweglich auf seiner Sonnenterrasse steht. Am Ufer ziehen die Bäume vorüber, am Himmel Brücken, etwa der Schönausteg, von dem die Fahrgäste springen, sobald ein Platz im Wasserzug frei wird. Taucht man ab, erklingt die Wassermusik: das Klacken und Sirren der Kieselsteine am Grund des Flusses. Die Berner nennen es den Aaresound.

«Ich gehe alle Tage im zurzeit entzückend frischen Aarewasser baden, um nicht zu viel zu produzieren», schrieb der Schriftsteller Robert Walser an seine Brieffreundin Frieda Mermet. Auch wir wollen nichts weiter produzieren als Luftblasen im Wasser und blinzeln hämisch hinauf zu den fleissigen Beamten im Bundeshaus, das am Horizont auftaucht. Auf der Höhe des Marzilibads warnt uns ein Schild vor dem nahenden Wehr. Vom Wasser aus zeigt sich Bern von seiner schönsten Seite, im grössten Freibad der Schweiz aber zeigen sich die Berner: stählerne Sixpacks, knappe Bikinis, tiefbraune Pobacken und überdrehte Kinder. Wir legen uns mitten ins flirrende Durcheinander und lassen uns von der Sonne wärmen. Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen, heisst es. Also los, über den Uferweg flussaufwärts und auf zu einer neuen Reise. 

Hotel Belle Époque

Beim Betreten der Lobby glaubt man das Jazzpiano klimpern und die Champagnergläser klirren zu hören. Das Jugendstilhotel Belle Époque liegt in der unteren Altstadt, wo man beim Flanieren unter den Lauben noch Antiquariate, Hutateliers und kleine Cafés findet.
– Gerechtigkeitsgasse 18, Tel. 031 311 43 36, www.belle-epoque.ch, DZ mit Frühstück ab 190 Franken

Flussbäder

• Marzili, mit Schwimmbecken und Kinderbädli. — Marzilistrasse 29
• Lorraine-Bad, nur zu Fuss erreichbar. — Aareabwärts am rechten Ufer
• Eichholz, Strandbad mit Campingplatz. — Strandweg 49, Wabern

Der Eintritt in alle Flussbäder ist kostenlos. Wer von Bad zu Bad schwimmen will, packt seine Sachen in einen Schwimmsack, erhältlich in allen Bädern für 29 Franken.

Restaurant Altenberg

Auf dem Heimweg vom Lorraine-Bad zum Hotel mit Aarewasser im Haar zum Apéro.
– Uferweg 4/Altenbergsteg

Dampfzentrale

Unter Reben und Girlanden zum Weisswein leckeren Fisch essen und später im angrenzenden Kesselhaus tanzen!
– Marzilistrasse 47

Café du Commerce

Das Essen ist nicht Spitzenklasse, aber allein wegen der Gäste lohnt sich ein Besuch in diesem legendären Künstlerrestaurant, in dem bis heute kein einziges Kunstwerk hängt.
– Gerechtigkeitsgasse 74

Einstein au Jardin

Endlich hat der Pavillon auf der Münsterplattform den Wirt gefunden, den er verdient. Bei Glace und Espresso auf die terrassierten Gärten und die Aare blicken – herrlich!
– Münsterplattform

Stadtgeschichten

Yves Bachmann arbeitet als freier Fotograf und reist als Dokumentarfotograf für die Bundesverwaltung durch die Schweiz. Er lässt Inszeniertes spontan wirken und fühlt sich am wohlsten unter Menschen. Für annabelle war er eine Woche unterwegs, um mehrere Schweizer Städte zu porträtieren. Er liess sich von Künstler David Hockney inspirieren, wobei ihm seine frühere Tätigkeit als Graphic Designer zugute kam – entstanden sind neuartige Stadtcollagen.
www.yvesbachmann.ch

Barbara Loop

Die Lifestyle-Redaktorin interessiert sich für den Stoff, der die Gesellschaft warm und bei Laune hält. Sie schreibt über Mode, ihre Ikonen und ihre Industrie.

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