Elektrovelo Stromer

Text: Julia Hofer
Foto: Lukas Lienhard

Mühelos durch Stadt und über Land: Das E-Bike Stromer ist nicht nur ökologisch und bequem, es sieht auch cool aus. Das ideale Familienfahrzeug, findet annabelle-Redaktorin Julia Hofer.

Diese Blicke werde ich nie vergessen: Ich pedale mit gefühlten dreissig Stundenkilometern den Hang hinauf, ohne jede Anstrengung, lächelnd, im Veloanhänger zwei jauchzende Kinder, und wenn wir Fussgänger oder schwitzende Velofahrer überholen, verstummen die Gespräche. In den Augen meiner Bewunderer eine einzige Frage: Wie macht die das bloss? Ganz einfach, mein Velo ist ein E-Bike. Allerdings eines der zweiten Generation: Der Stromer, so heisst das Ding, trägt seinen Akku nicht wie herkömmliche Modelle zur Schau, sondern lässt ihn im Unterrohr des Fahrradgestells verschwinden. Das Design ist klar und sportlich; mit diesem Elektrovelo können sich auch junge, urbane Velofahrer anfreunden.

Das Prinzip ist einfach: Ich trete wie bei einem normalen Velo in die Pedale und kann mir aus vier Unterstützungsstufen die passende aussuchen. Geladen wird der Akku entweder direkt im Velo oder indem man ihn per Knopfdruck ausklinkt und mit dem Ladegerät am Strom anschliesst. Das Bordinstrument zeigt an, wie schnell ich fahre, ob ich gerade vom City- oder dem Power-Modus angeschoben werde und wie lange die Batterie noch durchhält. Natürlich ist das Hightech-Gefährt mit den besten Komponenten ausgestattet, etwa einer Shimano-Scheibenbremse.

Nicht nur das Schweizer Velo Stromer von Thömus findet derzeit reissenden Absatz, in der ganzen Elektrovelobranche herrscht Goldgräberstimmung. Gemäss dem Verkehrs-Club der Schweiz werden dieses Jahr mehr als zehn Prozent aller verkauften Velos mit einem Akku ausgestattet sein. Die glücklichen Besitzer sind immer öfter auch Städter, die umweltbewusst, aber ohne zu schwitzen ins Büro fahren wollen, Pendler, die genug von überfüllten Zügen haben, und Eltern, die ihre Kinder in die Krippe chauffieren.

Tatsächlich ist der Stromer in Kombination mit einem Veloanhänger ein ideales (Zweit-) Fahrzeug für Eltern: ökologisch, günstig (16 Rappen Stromkosten pro 100 Kilometer), kein Parkplatzproblem. Einziger Haken: Auf stark befahrenen Strassen ohne Velostreifen fühlt man sich schnell einmal unsicher. Ich jedenfalls versichere mich mit ständigen Blicken zurück, ob ich den Anhänger tatsächlich an Randstein und vorbeibrausenden Autos vorbeidirigiere. Immerhin – versuche ich mich zu beruhigen – sollen Kinder, die in einem Veloanhänger mitfahren, bei einem Sturz besser vor Verletzungen geschützt sein als solche in einem Kindersitz, der auf dem Gepäckträger montiert wird.

Zum Glück verziehen sich die düsteren Gedanken auf dem Strässchen, das uns zum Waldrand bringt, sofort. Jetzt fliegen wir wieder in den knallblauen Nachmittag hinein. Als gäbe es dort gratis Gelati für alle.


Motor: Der Hightech-Lithium-Ionen-Akkupack (10 Ah, 26 V) reicht für ca. 30 Kilometer und ist in gut 3 Stunden wieder vollständig geladen
Verbrauch: Stromkosten von ca. 16 Rappen pro 100 Kilometer
Gewicht: 22–25 kg
Preis: Ab 3990 Franken
Infos: www.thoemus.ch