Fab Five

Pflanzen für Anfängerinnen

Text: Kerstin Hasse; Foto: iStock

Sobald der Frühling da ist, gibts kein Halten mehr – alle wollen raus! Auch die Pflanzen. Mit unseren Tipps wird der Balkon zur hübschen Naherholungsoase.

Bis jetzt hat sich der Frühling nur sehr sporadisch gezeigt – was zur Folge hat, dass ich meinen Balkongarten noch ein wenig länger im Winterschlaf lasse. Wenn nun aber – hoffentlich – bald die ersten frühlingshaften Sonnenstrahlen unsere Gemüter erwärmen, freue ich mich darauf, meinen Balkon wieder sommerfit zu machen. Mein Balkon ist klein: Ein Tisch, zwei Stühle, ein kleiner Grill, einige kleine Töpfe und zwei grosse Oleander haben grad so Platz. Ich habe im Herbst aber noch ein Ikea-Schnäppchen ergattert: eine Pflanzenhalterung aus Bambus, die ich an meinem Fensterladen befestigen kann – und die diesen Sommer bunt erblühen soll. 

Ich mag unkomplizierte Pflanzen, die nicht zu sensibel sind und mir dennoch mit ihren Blüten und Früchten Freude bereiten. Hier also fünf meiner Lieblingssorten. 

Kapuzinerkresse 

Die Kapuzinerkresse ist wahrscheinlich die bunteste und unkomplizierteste Pflanze, die man sich auf einem Balkon zulegen kann. Die Pflanze mag Sonne, gedeiht aber auch im Schatten, sie wächst schnell und verträgt sich gut mit anderen Pflanzen. Die bunten Blüten sind richtig schöne Farbtupfer auf dem Balkon, die bis in den Herbst hinein blühen können. Und das Beste: Die Blütenblätter, die eine zarte Schärfe haben, sind essbar und schmecken beispielsweise über einen Salat gestreut ausgezeichnet. Kapuzinerkresse kann man bereits jetzt einpflanzen. Dafür zwei bis drei Samen zusammen in einen kleinen Topf oder in eine Blumenkiste stecken und die Samen mit Erde bedecken, mit wenig Wasser befeuchten. 

Tomaten 

Wenn man nicht zu grosse Erwartungen an die Ernte hat, sind Tomaten sehr dankbare Genossen auf dem Balkon. Mit einem Bambusstäbchen als Rankhilfe wachsen die Pflanzen schnell und schön, und ich finde, das macht sich ganz gut auf dem Balkon. Wichtig: Die Pflanzen vertragen keinen Frost! Wenn Sie also schon Setzlinge gekauft haben, können Sie die bis Anfang Mai auf der Fensterbank in kleinen Töpfen pflegen und dann auf dem Balkon einpflanzen. Tomaten lieben Sonne, und wenn sie genug davon abbekommen, steigt auch die Chance, dass Sie im Spätsommer ein paar eigene Tomaten ernten können. Zwischen April und Juni finden überall in der Schweiz Setzlingsmärkte statt. Wer sich also für spezielle Sorten interessiert, sollte etwa den Tomatensetzlingsmarkt von Pro Specia Rara besuchen. 

Klatschmohn

Die roten, leuchtenden Blüten verbreiten im Sommer besonders gute Laune. Klatschmohn kann schon jetzt – in nicht zu kleinen – Töpfen gesät werden. Wenn die Pflanzen etwa 15 cm hoch sind, hat sich ein Wurzelballen gebildet, der vorsichtig ein- oder umgepflanzt werden kann. Nichts sieht mehr nach Provence auf dem Balkon aus als ein paar zarte Klatschmohnblüten, die zwischen Lavendelpflanzen blühen. (Lavendel ist sehr unkompliziert, die meisten Pflanzen, die Sie im Baumarkt kaufen können, überleben auch den Winter problemlos.)

Thymian

Ich habe vor zwei Jahren Thymiansamen angepflanzt und liebevoll auf dem Fensterbrett gepflegt, bis ich sie Ende April in einen Topf umgepflanzt habe. Die Pflanze ist total unkompliziert gewachsen und hat auch problemlos zwei Winter überstanden. Ich habe auf meinem Balkon immer Gewürzpflanzen wie Rosmarin, Salbei oder Thymian – meist sind das Pflanzen, die ich im Baumarkt kaufe. Wenn sie den Winter nicht überstehen, ersetze ich sie wieder. Wenn ich aber Blätter von diesem einen kleinen Thymiantopf pflücke, dann ist das Jahr für Jahr ein besonders schönes Gefühl. 

Chili

Letzten Sommer habe ich mir einen Chili-Setzling angeschafft, aus dem Geschäft von Beat Heuberger in Zürich. Heuberger ist das, was man wohl einen echten Chili-Aficionado nennen kann. Besonders praktisch: Seine Setzlinge kann man auch in seinem Onlineshop kaufen. Er hat mich gut beraten – entschieden habe ich mich für einen Peperoncino Fiorentina, eine ideale Chilipflanze für den Balkon. Ich war überglücklich zu sehen, wie die kleinen Schoten immer grösser und roter wurden. Die geernteten Schoten habe ich vorsichtig getrocknet und dann in Olivenöl eingelegt. Kleiner Tipp: Die Chilischoten zerhacken und mit Öl übergiessen, aber nur so weit, dass etwa die Hälfte des Behälters voll ist. Warten, bis sich die Chilischoten gesetzt haben und dann mehr Öl dazugiessen, so wird das Chiliöl intensiver. 

Tipps und Tricks:

Achtung vor Frost! Wenn es doch noch mal eisig wird und die Temperaturen unter Null fallen, ist es empfehlenswert, die Töpfe über Nacht in die Wohnung zu stellen. Wer Lust hat, sich zuhause oder im Büro kleine Pflanzen heranzuziehen, kann das mit Samenkits problemlos machen. Ich finde die Ecobags besonders hübsch. Das Säckli ist zu 100 Prozent kompostierbar und kann deshalb auch komplett ins Freie verpflanzt werden. Die Säckli, in denen man zum Beispiel Tomaten, Basilikum, Spinat oder Rucola heranziehen kann, sind ab 11.90 Franken bei Globus erhältlich. 

 

 

Kerstin Hasse

Die Online-Reporterin interessiert sich für die Fragen, die sich ihre Generation gerade stellt. Sie schreibt über Politik und Popkultur, über Feminismus und Gleichstellung, über Beziehungen und – typisch Millennial – manchmal auch über sich selbst.

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