Traditionell vs. Smart

Küche mit Köpfchen

Redaktion: Line Numme; Foto: Metro-Goldwyn-Mayer/Getty Images (1)

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Doris Day 1966 im Film «Spion in Spitzenhöschen»

Schlaue Evergreens

Einmal AGA – immer AGA. Der Klassiker ist Kochherd und Wärmespeicherofen in einem. Er wurde 1929 vom schwedischen Nobelpreisträger Gustaf Dalén entwickelt. Heute befindet sich in seinem Innern, der Zeit angepasst, eine Hightechsteuerung mit Touchscreen.

 

– Preis auf Anfrage, agaliving.de, homeandgarden.ch

Schlaue Evergreens

Der Klassiker unter den Regalsystemen von USM ist auch für die Küche sehr smart. Alle Utensilien lassen sich schön verstauen. Und weil es aus Metall ist, ist es praktischerweise magnetisch und ersetzt die Pinnwand.

 

– Preis auf Anfrage, usm.com

Schlaue Evergreens

Diese neue Modulküche erinnert stark ans Küchenbuffet aus den Fünfzigern. Alles drin und räumlich flexibel. Passend zum heutigen Loftleben und Nomadentum.

 

– Preis auf Anfrage, siematic.com

Schlaue Evergreens

Nix geht über Wolle. Gegen einen dick gestrickten Topflappen kann kein Hightechmaterial ankommen.

 

– Ca. 45 Fr., housedoctor.dk

Schlaue Evergreens

Dieses hübsche Designerstück namens Mashrabeya bietet eine schöne und platzsparende Alternative zum guten alten Vorratsraum. Alle Lebensmittel oder Utensilien sind dank Gitterstruktur gut belüftet und sichtbar.

 

– Preis auf Anfrage, ninamair.at

Schlaue Evergreens

So einfach kanns sein, aus Wasser etwas Besonderes zu machen. Der integrierte Fruchtspiess bringt extra Geschmack, und ist auch was fürs Auge.

 

– Ca. 55 Fr., evasolo.com

Schlaue Evergreens

Emailtöpfe aus Grossmutters Küche sind wieder im Trend. Sie sind schön und eignen sich hervorragend für moderne Induktionsherde.

 

– Ab ca. 20 Fr., interio.ch

Schlaue Evergreens

Unschlagbar in Power und Fassungsvermögen und dazu einfach hübsch anzusehen: der Dualit-Toaster.

 

– Ca. 360 Fr., dualit.com

Schlaue Evergreens

Gibt es einen sinnlicheren Küchenduft als den von frisch zerstossenen Gewürzen? Der Mörser machts möglich.

 

– Ca. 95 Fr., normanncopenhagen.com

Schlaue Evergreens

Die Dunstabzugshaube ist beinah schon ein architektonisches Element in der Küche. Wichtig ist also nicht nur die Funktion, sondern auch die Form. Tjänlig ist ein schöner Eyecatcher und verleiht ein bisschen Retro-Flair.

 

– 499 Fr., ikea.ch

Schlaue Evergreens

In That! – so heisst der unscheinbare Eisportionierer – steckt Nanotechnologie. Der Griff transportiert die Handwärme in die Kanten, so lassen sich die Glacekugeln ohne Kraftaufwand formen, und dank Antihaft- beschichtung gleiten sie wie von selbst in die Glaceschale.

 

– Ca. 40 Fr., welt-der-messer.ch

Schlaue Evergreens

Filterkaffee ist wieder angesagt! Die Ottomatic-Maschine mit der klassischen Chemex-Glaskaraffe vereint schlichte Optik mit innovativer Funktionalität.

 

– Ca. 350 Fr., chemexcoffeemaker.com, coffeecircle.ch

Clevere Gegenwart

Tagsüber eine formschöne Dunstabzugshaube über dem Herd und im Dunkeln Leuchtobjekt. Durch den weissen, von hinten beleuchteten Glasschirm wirkt Pearl von Miele äusserst futuristisch.

 

– 2500 Fr., miele.ch

Clevere Gegenwart

Wie eine smarte zweite Haut bietet dieser dicke Lederhandschuh auf edle und handfeste Weise Schutz vor Heissem (bis 240°!) in der Küche.

 

– Ca. 75 Fr., dutchdeluxes.com

Clevere Gegenwart

An diesem runden Glastisch lässt sich nicht nur gemütlich essen, sondern auch kochen. Ein integriertes Induktionskochfeld machts möglich, und die Hängeleuchte darüber ist zugleich Dampfabzug.

 

– Preis auf Anfrage, lago.it

Clevere Gegenwart

Für ambitionierte Hobbyköche ein smartes Gadget, das unvergleichlichen Geschmack für ihre Kreationen verspricht: die Vakumierschublade von V-Zug für die Vorbereitung zum Sous- vide-Garen.

 

– Preis auf Anfrage, vzug.ch

Clevere Gegenwart

Wie cool ist das denn? Kurz mit der Fussspitze antippen, und der integrierte Sockelsauger lässt die Brösmeli verschwinden.

 

– Preis auf Anfrage, poggenpohl.com, sockelsauger.com

Clevere Gegenwart

In der modernen Küche gibts vielleicht auch noch Kochbücher, aber das Tablet mit der digitalen Rezeptsammlung braucht auch seinen Platz. Tablio für die Wand ist zugleich auch Messerblock und Halter für das Geschirrtuch.

 

– Ca. 110 Fr., muellermoebel.de

Clevere Gegenwart

Wenn der Überblick über den Lebensmittelvorrat fehlt, gibts jetzt eine Lösung: Den Kühlschrank aus der Serie 6 von Bosch mit Kamera, mit der sich aus der Ferne überprüfen lässt, ob das letzte Joghurt schon vernascht wurde.

 

– Ca. 3260 Fr., bosch-home.ch

Clevere Gegenwart

Genug von lauwarmem Essen auf dem Tisch? Mit diesem Induktionsholztisch bleiben Rührei und Speck beim gemütlichen Brunch schön heiss.

 

– Preis auf Anfrage, thomas.sutter.ai

Clevere Gegenwart

Im Minigewächshaus Smart Garden mit automatischer Bewässerung lassen sich bis zu sechs Kräuter oder Salate auf der Küchenbank ziehen.

 

– Ca. 290 Fr., plantui.com, monoqi.ch

Clevere Gegenwart

Ganz wichtig ist die richtige Arbeitshöhe. Die Kücheninsel K7 lässt sich stufenlos von 74 bis 114 cm Höhe verstellen. Dahinter steckt eine patentierte Hubtechnologie.

 

– Preis auf Anfrage, team7.at

Clevere Gegenwart

Super edel, schlicht und flexibel. Die smarte, um 360° drehbare Armatur Pivot Cyprum ist 18-karätig vergoldet.

 

– Preis auf Anfrage, dornbracht.com

Schlaue Evergreens oder clevere Gegenwart – wie ausgekocht sind Smart Kitchens im Alltag wirklich? Wir haben das Pro und Kontra für Sie. In unserer Bildstrecke zeigen wir Ihnen zahlreiche Gadgets von sinnlich-traditionell bis hightech-smart für Ihre Küche. 

Wie smart soll eine Küche sein? Doris Day war schon 1966 im Film «Spion in Spitzenhöschen» in der futuristischen Hightechküche ihres Filmpartners sichtlich überfordert und hatte nicht nur mit dem Saugmonster zu kämpfen. Inzwischen sind einige der damals total verrückten Zukunftsvisionen Realität geworden. Zahlreiche smarte Gadgets halten Einzug in unsere Haushalte, doch wie clever sind sie wirklich? Wir stellen Geräte und Küchenutensilien vor, die im Alltag halten, was sie versprechen.

Vor- und Nachteile der Smart Kitchen

 

 

Pro Smart Kitchen

Julia Heim, Leitung annabelle-Online 

«Mein Kühlschrank hat die falsche Milch bestellt!» Mein Alltagsproblem im Jahr 2036. In zwanzig Jahren, so hoffe ich, ist die Technik nicht nur ausgetüftelt, sondern auch erschwinglich genug, damit ich mich an künstlicher Intelligenz im Alltag erfreuen kann – und mich eben auch manchmal über sie ärgern. Stellen Sie sich vor, Sie müssen sich nicht mehr um die lange Einkaufsliste kümmern, können sich vom Bett aus die Eier braten oder den Kaffee kochen. Malen Sie sich aus, wie viel Zeit Sie sparen, wenn das schmutzige Geschirr automatisch in die Abwaschmaschine wandert und von dort aus im Schrank verschwindet. Oder wenn der Herd mit W-Lan-Verbindung das Rezept aus dem Netz vorliest und das Kochen nicht durch Swipen oder Scrollen unterbrochen wird. Geschweige denn durch das Blättern verfetteter Kochbuchseiten. Traumhaft, oder?

Viele solcher Gerätschaften gibt es schon: beispielsweise Dampfkochtöpfe und Kaffeemaschinen, die sich vom Sofa aus mit einer App steuern lassen, oder Staubsaugerroboter, die sich flink um die Brösmeli auf dem Boden kümmern. Und auch die Prüfung des Lebensmittelbestands wird bereits angeboten. Wobei mir da noch leise Zweifel kommen: Wenn mein Kühlschrank realisiert, dass die Eier auf Ebene zwei fehlen und bestellt werden müssen, wie kommen die Eier dann in den Schrank? Eine Art Lebensmittelklappe, die direkt in den Kühlraum führt? Oder ein gekühlter Briefkasten an der Aussenfassade?

Wie sich die Teller aus der Abwaschmaschine ihren Weg in den Schrank bahnen, weiss ich jedoch schon jetzt: ein ausgeklügeltes System von Förderbändern, das sich hinter den Küchenschränken versteckt und das Geschirr von A nach B transportiert. Durch Sensoren registrieren integrierte Greifarme, wenn ein Glas vorbeifährt, welches auf Schrankebene drei platziert werden muss. Was passiert, wenn Ebene drei voll ist, weiss ich noch nicht, aber um das herauszufinden, habe ich ja auch noch 20 Jahre Zeit. Smart Kitchens machen auch uns smarter!

 

 

Kontra Smart Kitchen

Line Numme, Redaktion Wohnen

Eine Küche wie eine Kommandozentrale? Wo bleibt denn da die Sinnlichkeit? Kochen und essen ist doch vor allem Augen- und Geschmackssache und soll alle Sinne berühren. Wie Doris Day in der Space-Age-Küche im Film «Spion in Spitzenhöschen» vor fünfzig Jahren kommen mir einige der neuen Küchen-- gadgets heute genauso befremdlich vor, auch wenn ihr angebeteter Nasa-Typ meinte, bald würde jeder Haushalt so aussehen wie seiner.

Die neuen Küchen kommen tatsächlich ähnlich daher – aalglatt, kalt und von zahlreichen Gerätschaften beherrscht. Zeit sollen sie uns sparen und den Alltag erleichtern. Doch was bringt es mir, wenn ich auf dem Sofa liegend auf meinem Smartphone eine Mitteilung erhalte, mein Kuchen sei fertig? Das tut das Piepsen eines althergebrachten Timers auch. Ausserdem schaue ich gern zwischendurch in den Ofen, um der Metamorphose einer plumpen Teigmasse in etwas wunderbar Leckeres beizuwohnen. Und auf meine Eieruhr ist auch noch Verlass! Mit anderen Worten: Wenn ich schon koche und backe, bin ich doch lieber dabei. Das Essen hat bei seiner Zubereitung meine vollste Aufmerksamkeit verdient.

Also gut, einem Krümelmonster, das bei Bedarf den Boden reinigt, oder einer Kamera im Kühlschrank, die mir per App mitteilt, was noch fürs Abendessen vorhanden ist, kann ich durchaus einen Sinn abgewinnen. Vor allem mit zwei Teenagern zuhause, die wortlos alles verschlingen, was drin ist. Mag sein, dass irgendein Gadget das Einkaufen übernehmen kann, aber einräumen muss ich ja dann doch selbst. Und selbst wenn die Abwaschmaschine tausend verschiedene Funktionen hat und sich vom Handy aus steuern lässt – das lästige Geschirrstapeln bleibt trotzdem an mir hängen. Und wenn sie voll ist, dann kann ich doch auch gleich an Ort und Stelle auf den Startknopf drücken. Was, wenn mein Handy tot ist? Die Küche kann noch so smart sein, ohne Manpower wirds wohl nie gehen. Und das ist auch gut so.

Line Numme

Die Wohnredaktorin interessiert, was gutes Design ausmacht und wer dahintersteckt. Privat ist sie seit kurzem auch B&B-Gastgeberin in zwei gemütlichen Holzwagen in Zürich.

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