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«Solche innovativen Details sind für mich Swissness pur». Klaus Leuschel zum Victorinox-Taschemesser mit USB-Stick - /wohnen/news/swissness-11095
Die Kaba-Schlüssel - /wohnen/news/swissness-11095
Die RAKO
Swissness
Präzise und sexy: So sind die Schweizer Erfindungen, die der Designexperte Klaus Leuschel in seinem Buch «Swissness» ins Rampenlicht rückt.
Klaus Leuschel, sagen Sie mal, gibt es Swissness tatsächlich, oder ist es ein Klischee?
Klischee trifft es gar nicht so schlecht. Swissness ist ein Kunstwort, das von Bundesbern zur Vermarktung von Schweizer Produkten im Ausland erfunden wurde. Der Begriff hat meiner Meinung nach durchaus was, er ist sexy. Aber was sich wirklich dahinter verbirgt, weiss ich trotz des Buchs heute weniger als je zuvor.
Trotzdem: Versuchen Sie doch mal, Swissness zu definieren.
Es bezeichnet eine wahnsinnige Präzision. Ich habe bei meinen Recherchen zwar auch Gegenteiliges erlebt, doch ist es dies, was Swissness für mich ist. Eine Definition von Christoph Doswald, Ausstellungsmacher und Autor, trifft den Nagel auf den Kopf: «Understatement im Auftritt, Glaubwürdigkeit in der Form, Qualität in der Herstellung.»
Wie kommen Sie als Deutscher dazu, sich mit diesem Thema zu beschäftigen?
Ich arbeite seit den Achtzigern im Designbereich mit Schweizer Firmen zusammen, lebe seit 1998 hier und bin mit einer Schweizerin verheiratet. Das Swissness-Projekt war ursprünglich eine Auftragsarbeit für einen Zeitungsartikel. Ein Brancheninsider meinte dann zu mir: «Mach ein Buch draus!»
Haben Sie hier schon mal Antipathie gegenüber den Deutschen zu spüren bekommen?
Überhaupt nicht. Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus. Und ich habe auch nicht das Gefühl, dass ich den Schweizern mit exotischem Benehmen auf die Nerven gehe. Ich fühle mich hier wohl. Es gibt nur einen einzigen Satz im Schweizer Dialekt, den ich gar nicht leiden kann. Fragt mich der Kellner im Restaurant «Sind Sie bedient?», hört sich das für mich an wie «Haben Sie die Nase gestrichen voll?».
Die Quintessenz von Swissness
Kaba-Schliesssystem
Die Technik des Drehschlosszylinders und sein kluges Design machen den Kaba-Schlüssel zum besten Schlüssel der Welt. «Das Daniel-Düsentrieb-Getüftel, das hinter dieser Erfindung steckt, ist für mich typisch schweizerisch.»
Ra-Ko-Box
Die Ra(hmen)-Ko(nstruktion)-Box wurde entwickelt, um beispielsweise in Supermärkten Einwegverpackungen zu ersetzen, die jährlich tonnenweise im Abfall landeten. «Die modulare Intelligenz der Box und die Ordnungsliebe, die sie repräsentiert, haben etwas sehr Schweizerisches.»
Victorinox
Nach 9/11 war es nicht mehr erlaubt, Taschenmesser ins Flugzeug zu nehmen. Anstatt deswegen Stellen abzubauen, setzte Victorinox auf Brainstorming, und nun gibt es ein Swiss Army Knife, das zwar nur noch ein winziges Messer hat, dafür jedoch einen USB-Stick mit Daumenabdruckerkennung. «Solche innovativen Details sind für mich Swissness pur.»
Klaus Leuschel: Swissness. 43 helvetische Errungenschaften sowie die 7 prägenden Persönlichkeiten der Designgeschichte. Verlag Niggli, 220 Seiten, ca. 58 Fr., erscheint voraussichtlich am 1. September 2010

























