- /wohnen/reportage/der-berg-rief-11196
«Hier oben lösen sich die meisten Unklarheiten und Probleme in meinem Leben innerhalb von Stunden in Nichts auf»: Conrad Godly's Maiensäss auf Pro Cresta. Er hat das Familienerbstück mit Zurückhaltung und Stil umgebaut – und das WC wie üblich etwas abseits platziert - /wohnen/reportage/der-berg-rief-11196
Tür auf – und was für eine Aussicht! Blick über das Domleschg - /wohnen/reportage/der-berg-rief-11196
Herein in die gute Hüttenstube: Der Fussboden wurde um 20 Zentimeter gesenkt, damit der Hausherr aufrecht stehen kann - /wohnen/reportage/der-berg-rief-11196
Die Küche ohne Strom und fliessend Wasser: Wetten, dass die Pizokel hier besonders gut schmecken? - /wohnen/reportage/der-berg-rief-11196
Die alte Holztruhe aus dem Jahr 1769 hat einen Ehrenplatz im Schlafzimmer erhalten - /wohnen/reportage/der-berg-rief-11196
Kraft-Werke: Bilder von Conrad Godly in seinem Silser Atelier - /wohnen/reportage/der-berg-rief-11196
Traumhaft: Das spartanische Schlafzimmer mit Lehni-Bett bietet Ruhe und Geborgenheit - /wohnen/reportage/der-berg-rief-11196
Cuntrasts: Das Sofa von Le Corbusier, ein Bärenfell und die kubische Feuerstelle harmonieren mit dem Holz des Maiensässes
Der Berg rief
Vor sechs Jahren hängte der erfolgreiche Modefotograf Conrad Godly die Kamera an den Nagel und kehrte der Glamourwelt den Rücken. annabelle hat ihn in seinem Maiensäss im Domleschg aufgespürt.
annabelle: Conrad Godly, Sie haben vor sechs Jahren Ihren Job als Modefotograf an den Nagel gehängt und sind nach einer langen Zeit des Pendelns zwischen den Weltmetropolen in Ihren Heimatkanton Graubünden zurückgekehrt – wie kam es dazu?
Conrad Godly: Es musste einfach ein radikaler Bruch in meinem Leben her. Der erste Schritt war, mich von der Modefotografie zu lösen, weil ich gemerkt habe, dass mir diese Tätigkeit nicht mehr entspricht.
Modefotograf gilt landläufig als Traumberuf, was stimmte denn für Sie nicht mehr?
In den 17 Jahren habe ich tatsächlich enorm viele Privilegien genossen, konnte viel reisen, habe spannende Leute getroffen, die ich sonst nie kennen gelernt hätte, und wurde für meine Arbeit auch noch sehr geschätzt. Eigentlich perfekt. Nur war irgendwann der Reiz weg, ich fühlte mich mit einem Mal übersättigt. Und sehnte mich nach den Bergen, nach Ruhe und nach mehr Beständigkeit in meinem Leben.
Klingt sehr nach Heimweh.
Ja, das wars wohl auch. Und dadurch, dass ich ins Bündnerland zurückgekehrt bin, habe ich auch zu meiner alten Leidenschaft, der Malerei, zurückgefunden.
Wie ernst war es mit der Malerei seinerzeit?
Sehr ernst, ich habe die Kunstgewerbeschule und die Malfachklasse in Basel absolviert. Eine gewisse Zeit habe ich mich nach dem Studium auch als bildender Künstler versucht, aber dann kam durch Zufall die Fotografie dazwischen.
Was war das für ein Gefühl, mit 44 alle Brücken hinter sich abzubrechen, in ein kleines Dorf im Bündnerland zu ziehen und sich in einem Atelier an einer Staffelei wiederzufinden?
Ein total schräges. Als ich das erste Mal mit einem Pinsel vor einer Leinwand stand, da habe ich mich gefragt: Was mache ich hier eigentlich? Es war nicht so, dass ich mich gleich total sicher gefühlt hätte in dem, was ich tue. Mir ist bewusst geworden, dass Malerei ein Handwerk ist und es Zeit braucht, um wieder eine gewisse Virtuosität darin zu erlangen. Ich wollte erst an die Öffentlichkeit, wenn ich das Gefühl hatte, der Malerei mit der gleichen Professionalität nachzugehen wie der Fotografie.
Was war denn Ihr erstes Motiv?
Berge. Was eigentlich nahe liegend ist. Ich bin ja nicht nur physisch zu meinen Wurzeln zurückgekehrt.
- SEITE 1 | 2 | 3
- Nächste Seite ›


























