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In neuem Glanz: Das Château de la Crée aus dem 15. Jahrhundert - /wohnen/reportage/schlossgut-haus-und-schloss-9267
Beistelltisch Speedy (r.) und Salontisch Bar Fly sind Eigenkreationen der Hausherrin - /wohnen/reportage/schlossgut-haus-und-schloss-9267

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Die Hausbibliothek mit dem Hocker Bird II, designt von Béatrice Zurlinden Ryhiner - /wohnen/reportage/schlossgut-haus-und-schloss-9267

Schlossgut - Haus und Schloss
Zweitwohnungen
Béatrice Zurlinden Ryhiner und Nicolas Ryhiner sind Besitzer eines Châteaus im Burgund, wo sie Wein anbauen. Da bleibt die Arbeit in Basel schon mal liegen.
Der Weg von Basel zum Zweitwohnsitz im Burgund ist für die Ryhiners bereits das Ziel. «Wir sind immer stark in unsere jeweils eigenen Projekte involviert gewesen», sagt Béatrice Zurlinden Ryhiner (59), eine Frau mit wachen Augen und gewinnend offener Art. Früher haben sie und ihr Mann sich oft nur am Esstisch für längere Gespräche getroffen. «Nun sitzen wir regelmässig während dreier Stunden nebeneinander im Auto. Manchmal reden wir viel, manchmal schweigen wir. Es ist eine gemeinsame Zeit, die uns niemand nehmen kann.»
Nachdem die Kinder aus dem Haus waren, wollten Béatrice Zurlinden Ryhiner und Nicolas Ryhiner noch einmal etwas Neues anpacken. Damals, 2002, hatten sie zudem etwas Geld zur Verfügung, das sie «sinnvoll» investieren wollten. «In eine Sache, zu der wir etwas beitragen konnten», sagt Nicolas Ryhiner (55), freischaffender Theater- und TV-Regisseur. Als grosse Fans des französischen Pinot noir und des weissen Burgunders beschlossen sie, ein Weingut im Burgund zu kaufen. Nach längerem Suchen – «entweder wurde nur der Weinberg oder nur das Haus angeboten» – wurden sie in Santenay-le-Haut fündig. Dort stiessen sie auf das zwischen sanften Hügeln gelegene, von alten Bäumen umgebene Château de la Crée. Das Anwesen war bewohnbar, aber komplett heruntergekommen. Ihre erste Investition galt nicht ihrem neuen Zuhause, Priorität hatte der Weinanbau: Anderthalb Hektaren gehörten zum Schloss. Sie kauften in Etappen Grund dazu und erweiterten ihre Ländereien auf neun Hektaren. Nicolas Ryhiner absolvierte an der Université du Vin in Suze-la-Rousse im Rhonetal ein Studium in Önologie und Weinbau und kelterte mit einer einheimischen Önologin und einem Winzer seinen ersten Wein. Der wurde prompt vom lokalen Verband in einer Blinddegustation ausgezeichnet. Er sei kein «Wahnsinnswinzer» relativiert er. «Ich hatte keinen Grossvater, der mir alles über Weinanbau erklärt hat. Ich habe einfach akribisch umgesetzt, was ich aus den Schulbüchern gelernt hatte.»
Da sich die Ryhiners nie als Schlossherren aufgespielt haben, wurden sie von den übrigen Winzern gut aufgenommen. Ausserdem seien die Behörden froh gewesen, dass sich endlich jemand um das baufällige Gebäude gekümmert habe. Schneller als vorgesehen mussten die neuen Besitzer dann auch renovieren: Das Heizsystem brach zusammen. Die Böden waren so morsch, dass ein Ingenieur beim Inspizieren einbrach. Die Leitung der Renovation und Restauration übernahm Béatrice Zurlinden Ryhiner, die gelernte Innenarchitektin, Bühnenbildnerin und Designerin ihres Möbellabels Bomba Zurra: Ihr Mann hätte sie sozusagen angestellt, sagt sie. Und lacht. Doch während des zweijährigen Umbaus gerieten die beiden häufig an ihre Grenzen: «Waren wir drei Tage im Burgund, waren die Arbeiter auch solange auf der Baustelle. Blieben wir spontan einen vierten, ohne dass sie es wussten, erschien kein Mensch mehr.»
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