Stammesrevier

Redaktion: Evelyne Emmisberger
Fotos: Reto Guntli / Zapaimages.com / Roger Emmisberger
Erstellt: 18. November 2009

18. November 2009

Nah an einem Waldrand im Aargau haben sich annabelle-Produzentin Evelyne Emmisberger und ihr Lebenspartner den Traum vom eigenen Blockhaus erfüllt. Aus triftigem Grund.

Schuld ist der Hund. Das tönt jetzt vielleicht ein wenig unfair, denn was kann so ein Tier, das noch nicht mal auf der Welt ist, im Grunde schon dafür, dass seine künftigen Besitzer eines Tages beschliessen: Wir bauen uns ein Haus.

Es ist nicht so, dass wir unbedingt ein Haus bauen wollten. Es blieb uns vielmehr kaum etwas anderes übrig. Wenn zwei Menschen sich langsam ihrer Lebensmitte nähern und sich, seit sie denken können, einen Hund wünschen, bitte, irgendwann muss man Nägel mit Köpfen machen. Aber such mal eine Wohnung mit einem Vermieter, der einwilligt, dass du dein Zuhause mit einem Hund teilst, einem grossen Hund, einem Riesenschnauzer. Null Chance. Doch wir hatten uns nun mal in den Kopf gesetzt, dass einer dieser prächtigen, sturen, temperamentvollen, riesigen Charakterhunde zu unserem Rudel gehören soll. Wenn uns also keiner in seinem Haus will, so das nüchterne Fazit einer ausgedehnten Wohnungssuch-Odyssee, müssen wir uns halt ein eigenes bauen. Ein Hundehaus.

Hat man einmal den Entschluss gefasst, ein Haus zu bauen und damit das grösste Projekt seines bisher so angenehm verantwortungslosen Lebens in Angriff zu nehmen, schrammt einem der Hintern gehörig auf Grundeis. Es geht um Geld, viel Geld, um Beträge mit einer Furcht einflössenden Menge Nullen.

Dann das Wichtigste: Was für ein Haus solls denn sein? Es gibt eine Million Möglichkeiten, wir haben keine Ahnung, für welche wir uns entscheiden sollen. Also überlegen wir: Wo fühlen wir uns wohl? Im Wald, in Gesellschaft von Föhren und Fichten, Tannen, Buchen und Ahorn, beim Bräteln eines Cervelats und mit Aussicht über ein hübsches kleines Tal. Was für Häuser gefallen uns? Eines Abends, bei einem guten Glas Rioja, wissen wir: Eine Art Waldhütte soll es sein, mit Feuerstelle und einem grossen, offenen Raum für Kochen, Chillen, Festen. Wir erinnern uns an die vielen gemütlichen, rauchgeschwängerten Waldhüttenpartys und das Gefühl, ach, jetzt sollte man doch einfach bleiben, hier leben können.

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