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    Drei Missoni-Generationen in der guten Stube: Margherita (27) trägt eine Sonnenbrille aus ihrer ersten Kollektion. Auf dem Sofa fläzen sich ihr Grossvater Ottavio «Tio» (88), der das Label 1953 mit seiner Frau Rosita gegründet hat, und ihr Onkel Vittorio (56)
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    Amore! Rosita Missoni (78) und ihre Enkelin Margherita pflegen einen innigen Kontakt
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    Wer Missoni heisst, ist heute auch ein Model: Marco zeigt ein aktuelles Outfit des Familienlabels
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    Liebt die Familientreffen im Haus ihrer Eltern: Angela Missoni (51), Tochter von Rosita, Mutter von Margherita und Chefdesignerin des Labels

Viva la Famiglia!

Text: Andrea Bornhauser
Fotos: Juergen Teller
Erstellt: 1. Februar 2010

La famiglia Missoni

Man nehme: Ein Haus im norditalienischen Sumirago, zehn Mitglieder der Textilfamilie Missoni, füge Vino, Pesce e Verdure hinzu – und einen fränkischen Fotografen namens Juergen Teller. Der Künstler, selbst Spross einer Grossfamilie, fühlte sich an diesem turbulenten Nachmittag gleich wie zu Hause.

Der Fotograf Juergen Teller sagte mal in einem Interview: «Es heisst, meine Bilder sind immer nah dran am Motiv, dass sie intim sind und authentisch. Und genau das will ich. So wie man beim Anblick einer Zitrone den Mund verziehen muss, weil man regelrecht spürt, wie sauer sie ist, so unmittelbar sollen auch meine Bilder rüberkommen.» Das ist ihm auch mit den aktuellen Kampagnenbildern für das italienische Modehaus Missoni gelungen. Die Fotos vom ausgelassenen Familiendinner lassen einem den Geruch von grillierten Gamberoni und Fisch, von stundenlang geköcheltem Tomatensugo, von vollmundigem Rotwein und von süssen Orchideen in die Nase steigen. Fast vermeint man, die Missoni-Frauen lachen und schnattern zu hören. Und dazwischen die Männer. Es ist ein wenig so, als ob man im privaten Fotoalbum der Familie blättert.

Als das Angebot von Angela Missoni kam, musste Juergen Teller nicht lange überlegen. Die Idee der 51-jährigen Creative Director war ganz nach dem Geschmack des bekannten Fotografen: eine Werbekampagne für ihre neue Frühlingskollektion, die nicht an Models, sondern an den Mitgliedern der Familie fotografiert werden soll. Und zwar im norditalienischen Sumirago, im Privathaus ihrer Eltern Rosita und Ottavio Missoni, den Gründern des seit 1953 für seine Strickkreationen und Stoffe bekannten italienischen Modehauses Missoni. Das Setting sollte eines von Rositas berühmten Familiendinners sein: «Meine Mutter nutzt jede Gelegenheit, uns alle zu bekochen, sie ist die perfekte Gastgeberin», sagt Angela Missoni. Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass die Familie Missoni in einer Werbekampagne auftaucht: Der italienische
Fotograf Oliviero Toscani hatte Kinder und Kindeskinder bereits 1992 in Strickpullovern vor seiner Kamera versammelt. Die Idee zur familiären Neuinszenierung im eigenen Heim war der Designerin im Lauf des letzten Jahres gekommen. «Nach all den negativen Schlagzeilen war es einfach an der Zeit für ein Bekenntnis zu anderen, zu persönlicheren und beständigeren Werten.»

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