Kreativchefin des Modeimperiums

So wohnt Angela Missoni

Redaktion: Line Numme; Fotos: Fabrizio Cicconi; Producer: Kathrin Wicki; Hair & Make-up: Fabio D’Onofrio; Fotoagent: Marta Capuozzo/Livinginside.it 132

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Harmonie mit Gegensätzen: Im Haus hats Platz für moderne Kunst, alte Sessel, die restauriert und mit Missoni-Stoffen neu bezogen wurden, und viele weitere Fund- und Sammlerstücke

«Ich bin eine Sammlerin»: Angela Missoni (59) vor einem Sofa von Franco Albini, restauriert von Missoni Home

Eins kommt zum andern: Vögel sind Angela Missonis grosse Leidenschaft. Und finden sich etwa im Schriftzug von Rob Wynne im Gästezimmer ...  

... und auf der Leuchte von Mathieu Challières

Sag niemals nein zu Blumen, lautet einer von Angela Missonis Einrichtungstipps

Die Spiegel von Fontana Arte im Poolraum rechts funktionieren stimmig gruppiert als Eyecatcher

Angela Missoni wollte kein Haus bauen, sondern lieber eines finden – das ist ihr gelungen

Angela Missoni liebt es, zu suchen. Sachen auf dem Flohmarkt. Oder das Traumhaus. Letzteres hat sie gefunden und lebt nun in der Nähe des Familien- imperiums in Sumirago. Hier hat die Kreativchefin viel Platz – auch für lustige Vögel.

Angela Missoni ist der kreative Kopf des italienischen Modeimperiums Missoni. Das 1953 von ihren Eltern Ottavio und Rosita gegründete Unternehmen ist weltweit bekannt für seine farbenfrohen Textilien und Strickwaren. 1997 ging die Firma an die drei Geschwister Angela, Vittorio und Luca über. Seit dem Tod ihres Bruders Vittorio, 2013, leitet nun Angela, nebst ihrer Designtätigkeit, die Firma. Sie betont immer wieder, wie wichtig es für ihre Kreativität sei, in engem Kontakt zur Natur zu stehen. Ihre Arbeit ist sehr stark mit ihrer Lebensweise und dem Ort Sumirago verbunden, den ihre Eltern damals als Standort für ihr Unternehmen ausgesucht haben. «Es ist schön, an einem Ort leben zu können, an dem man gerne auch seine Wochenenden verbringt», sagt die dreifache Mutter.

STILFRAGEN –

So lebe ich ...

Angela Missoni über ihr Zuhause im norditalienischen Sumirago

Wie kamen Sie zu diesem Haus?
Es war ein Glücksfall. Ich habe früher nur drei Minuten von hier entfernt gewohnt und träumte schon lange von einem Haus mit Garten und und viel Platz. Ich wollte aber keines bauen, sondern lieber eins finden. Meine beste Freundin entdeckte dann vor etwa vier Jahren, als sie beim Zahnarzt die Zeitung las, die Annonce für dieses Haus und rief mich sofort an. Als ich durch das Tor den Park betrat und von weitem die moderne Architektur sah, wusste ich: Ich habe mein Traumhaus gefunden.

Was bedeutet Ihnen Ihr Zuhause?
Es war mir sehr wichtig, einen Ort zu schaffen, an dem Familie und Freunde zusammenkommen können. Ich teile mein Zuhause am liebsten mit anderen. Und seit ich Grossmutter bin, hat das noch eine viel grössere Bedeutung. Die Vorstellung, mit all meinen zukünftigen Enkeln eines Tages im Garten Beeren zu pflücken und Pilze zu sammeln, beflügelt mich.

Was tun Sie zuerst, wenn Sie nachhause kommen?
Ich mache einen Spaziergang durch den Garten.

Ihr Lifestyle in einem Satz:
Ich glaube, es ist eine perfekte Mischung aus zielstrebiger Arbeit und vollkommener Entspanntheit.

Ihr Lieblingsraum im Haus?
Mein Schlafzimmer, würde ich sagen. Wenn ich morgens die Jalousien öffne und über die Landschaft in die Ferne und die Berge blicke, habe ich bereits das Gefühl, draussen zu sein.

Was inspiriert Sie?
Das Leben! Ich bin grundsätzlich sehr, sehr neugierig. Und ich bin ein visueller Mensch. Darum kann mich alles, was ich sehe, inspirieren. Meine Augen sind wie ein Filter.

Gibt es etwas in Ihrem Haus, das Ihnen ganz besonders viel bedeutet?
In meinem Schlafzimmer habe ich hinter der Schiebetür zu meiner Bibliothek eine kleine Galerie mit Bildern von Menschen und Dingen, die mir sehr wichtig sind.

Auf was könnten Sie keinesfalls verzichten?
Ich glaube, es gibt nichts, ohne das ich nicht leben könnte. Obwohl ich eine ausgeprägte Sammlerin bin, bedeuten mir die Fundstücke eigentlich gar nicht so viel. Auf meine Aussicht würde ich aber ungern verzichten.

Gibt es etwas, das Ihnen im Haus nicht gefällt?
Ich weiss nicht, aber es gibt gewisse Details, die ich ändern würde, wenn ich könnte. Zum Beispiel habe ich zwar sehr grosse Fensterflächen, trotzdem stören mich die Fensterrahmen, die mir einen Teil der Sicht rauben.Ich hätte gerne Fenster ohne Rahmen.

Worauf legen Sie Wert bei der Einrichtung?
Ich bin zwar ein ausgeprägter Architektur- und Designfan, besitze jedoch komischerweise kaum neue Möbel. Bis auf ganz wenige besteht meine ganze Einrichtung aus Stücken, die schon ein langes Leben geführt haben. Die neueren kann ich an einer Hand abzählen. Sie stammen von Patricia Urquiola – die mit mir absolut auf derselben Wellenlänge ist – sowie von Marcel Wanders und Tom Dixon.

Was hat es mit all den Vögeln in Ihrem Haus auf sich?
Sie gehören zu meiner Sammelleidenschaft, ich liebe es, auf Flohmärkten auf Entdeckungsreise zu gehen. Eigentlich weiss ich nie bewusst, wann ich anfange, etwas Bestimmtes zu sammeln. Es kommt einfach eins zum anderen, und daraus bilde ich dann Familien. Vögel haben es mir besonders angetan, weil ich ja auch diesen grossen Wintergarten habe, wo sie perfekt hineinpassen. Und Bambis.

Gibt es auch Fehlkäufe?
Eigentlich nicht. Früher oder später bekommen alle Dinge eine bestimmte Bedeutung.

Ein besonderer Glücksgriff?
Derzeit freue ich mich über eine kleine Dose von Fornasetti, die ich in Mailand auf einem Flohmarkt entdeckt habe.

Drei persönliche Einrichtungstipps:
– Von einer Ecke zur nächsten möblieren – die Einrichtung soll wachsen können.
– Einzelne Harmonien schaffen, die später dann ineinander übergehen.
– Blumen! Es können durchaus auch künstliche sein. Sag niemals nein dazu.

missoni.com

 

Line Numme

Die Wohnredaktorin interessiert, was gutes Design ausmacht und wer dahintersteckt. Privat ist sie seit kurzem auch B&B-Gastgeberin in zwei gemütlichen Holzwagen in Zürich.

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