Inside Beauty

Keine zu klein, Schminkfan zu sein

Text: Gina Sergi; Bild: Pixabay

Make Up

«Klaust du heute die Mascara deiner Schwester, oder soll ich die von meiner Mutter nehmen?», fragte mein neunjähriges Ich meine damals beste Freundin. Wir haben schon früh damit angefangen, uns heimlich Schminke ins Gesicht zu klatschen. Inspiration fanden wir bei unseren Müttern und den älteren Schwestern meiner Freundin. Geschminkt haben wir uns meistens gegenseitig und draussen, damit es unsere Mütter nicht sehen. Die Augen wurden besonders betont: ein dicker, schwarzer Strich auf der Wasserlinie und viel zu viel Mascara auf den Wimpern. Es sah schrecklich aus, wir aber fühlten uns schön und erwachsen. Als ich eines Tages nach einem Schmink-Treffen nach Hause radelte, bemerkte ich plötzlich, dass meine Augen noch schwarz waren. Auf dem Velo versuchte ich, die Mascara mit Spucke von den Augen zu wischen. Vergebens, sie war wasserfest. Zuhause merkte meine Mutter natürlich sofort, was Sache war. Für sie war es zwar okay, wenn ich zuhause mit ihrer Schminke experimentiere, aber geschminkt in die Öffentlichkeit – dafür war ich in ihren Augen noch zu jung. Heute kann ich das nachvollziehen.

Verliebt in Make Up: Damals als neunjährige, als der Lidstrich nicht lange genug sein konnte. 

Denn auch mich befremdet es, wenn Mädchen schon in jungem Alter ihr eigenes Aussehen in Frage stellen und mit viel Make-up verändern wollen. Das richtige Einstiegsalter für Schminke gibt es wohl nicht. Doch solange man dezente und leichte Farbtöne benutzt, finde ich es in Ordnung, wenn sich Mädchen in der Pubertät schminken – das gehört eben zum Erwachsenwerden dazu. Mit zwölf Jahren habe ich mich regelmässig mit Wimperntusche und Eyeliner geschminkt. Manchmal schmierte ich mir auch Lipgloss auf die Lippen, später kamen dann Concealer und Puder dazu. Foundation hingegen habe ich erst mit fünfzehn benutzt. Ich probierte alles Mögliche aus und machte verschiedene Phasen durch – es gab Zeiten, da war mein Gesicht vollgekleistert à la Kylie Jenner. Dann gab es aber auch Monate, in denen kein einziges Make-up-Produkt meine Haut berührte. Mittlerweile habe ich meine Mitte gefunden und schminke mich täglich dezent, packe aber für spezielle Anlässe gerne die grosse Make-up-Palette aus und schwinge den Pinsel wie zu alten Zeiten.

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